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Ratgeber

7. MaRisk-Novelle 2023: Was Kreditnehmer jetzt liefern müssen

Welche Unterlagen, Kennzahlen und Prozesse Banken seit Juni 2023 konsequenter einfordern – und wie Unternehmen ihre Finanzierungsfähigkeit stabil halten

Bonifix RedaktionAktualisiert Juli 202610 Min LesezeitGeprüft anhand 1 Quellen

Wenn die Hausbank plötzlich „mehr“ will: Das Praxisproblem hinter MaRisk 7

Viele Unternehmer merken die 7. MaRisk-Novelle nicht am Gesetzestext, sondern am Gespräch mit dem Firmenkundenbetreuer: zusätzliche Unterlagen, enger getaktete Reportings, detaillierte Fragen zu Liquidität und Stressfällen. In Düsseldorf sehen wir das regelmäßig bei ganz unterschiedlichen Fällen – vom Handwerk-Meister mit drei Fahrzeugen bis zur Bau-UG mit projektgetriebenen Zahlungsströmen.

Typische Situationen, die seit Juni 2023 häufiger eskalieren:

  • Eine bestehende Kreditlinie wird zwar verlängert, aber nur noch mit neuen Covenants und quartalsweisem Reporting.
  • Die Bank akzeptiert eine Jahresplanung nicht mehr ohne Herleitung der Annahmen und ohne Szenario-Rechnung.
  • Ein Speditionsbetrieb bekommt Nachfragen zur Dieselpreis-Sensitivität und zu Zahlungszielen der Großkunden.
  • Eine GmbH & Co. KG mit stabiler Bilanz erhält plötzlich stärkeren Fokus auf operativen Cashflow statt auf Eigenkapitalquote.

Wichtig ist: MaRisk adressiert Banken, nicht Unternehmen. Trotzdem verlagert sich die Beweislast in der Praxis zum Kreditnehmer. Wer seine Zahlen, Daten und Prozesse nicht „bankfest“ bereitstellen kann, erlebt längere Bearbeitungszeiten, höhere Risikoaufschläge oder eine Reduzierung von Limiten.

So funktioniert es wirklich: Was die 7. MaRisk-Novelle in der Kreditpraxis auslöst

Die MaRisk sind Mindestanforderungen an das Risikomanagement, die die BaFin gegenüber Banken durchsetzt. Mit der 7. Novelle (gültig seit Juni 2023) werden europäische Leitlinien der EBA in deutsches Aufsichtsrecht übersetzt, insbesondere EBA/GL/2020/06. Für Kreditnehmer ist weniger der Wortlaut entscheidend als die Konsequenz: Banken müssen Kreditentscheidungen, Risikoklassifizierung und laufende Überwachung stringenter begründen und dokumentieren.

Was dadurch in der Praxis „härter“ wird:

  • Nachvollziehbarkeit statt Bauchgefühl: Banken müssen zeigen, warum ein Rating, ein Limit oder eine Verlängerung vertretbar ist.
  • Aktualität der Daten: Zwischen Jahresabschluss und Kreditgespräch klafft oft ein Informationsloch. Genau dieses Loch wird durch BWA/SuSa, Liquiditätsdaten und Zwischenberichte geschlossen.
  • Frühwarnlogik: Banken sollen Abweichungen früher erkennen. Das führt zu mehr Triggern (Covenants, Reporting-Kalender, Ampelsysteme).

DSCR: Warum Cashflow die neue Hauptwährung ist

Eine Schlüsselkennzahl, die in vielen Kreditgesprächen stärker auftaucht, ist der Debt Service Coverage Ratio (DSCR). Er beschreibt, ob der operative Cashflow den Schuldendienst abdeckt.

  • Formel (praxisnah): Operativer Cashflow / (Zinszahlungen + Tilgungsleistungen)
  • Interpretation:
    • DSCR 1,0: der Schuldendienst wird gerade so gedeckt, praktisch kein Spielraum
    • DSCR 1,5: ungefähr 50 Prozent Puffer, deutlich bessere Risikowahrnehmung

Wichtig: Banken akzeptieren DSCR-Rechnungen nur, wenn die Cashflow-Basis sauber hergeleitet ist. „Cashflow“ ist nicht gleich „Gewinn“. Gerade bei Bau-UGs oder Projektgeschäften kann der Gewinn positiv sein, während Zahlungsziele und Vorfinanzierung die Liquidität drücken.

Stressannahmen werden erwartbar

Die EBA-Leitlinien zielen auf robuste Risikoanalysen. In Kreditgesprächen bedeutet das: Szenarien, die den Betrieb wirklich treffen könnten. Häufige, „banktaugliche“ Stressannahmen sind:

  • Umsatzrückgang im Korridor 10 bis 20 Prozent
  • verzögerte Zahlungseingänge (z.B. +15 bis +30 Tage)
  • Kostensteigerungen bei Energie, Material oder Frachten

Die Bank will dabei nicht, dass Sie Hellseher sind. Sie will sehen, dass Sie Wirkungsketten verstehen: Wie verändert sich Deckungsbeitrag, Liquidität, Covenant-Einhaltung und Rückzahlungsfähigkeit?

Was Bonifix in der Beratung sieht: Wiederkehrende Muster bei Auskunfteien, Unterlagen und Monitoring

Als Bonitäts-Beratung schauen wir bei Bonifix nicht nur auf den Jahresabschluss, sondern auf die Datenrealität, die in Bankprozesse einfließt: Auskunfteien (Creditreform, CRIF, Bürgel, SCHUFA-B2B), Registerdaten, interne Planungen und die Qualität laufender Reports.

Drei Muster begegnen uns besonders häufig:

  • Datenwidersprüche: Umsatzgrößen, Mitarbeiterzahlen oder Rechtsformdetails sind bei Auskunfteien veraltet. In der Folge entstehen Rückfragen oder ein unnötig vorsichtiges Limit.
  • Unterlagenmix ohne Story: BWA liegt vor, aber ohne Summen- und Saldenliste. Oder Planung existiert, aber ohne Annahmen, Maßnahmen und Abweichungslogik.
  • Covenants werden „übersehen“: Viele Unternehmen kennen ihre Auslöser nicht genau. Wenn ein Covenant gerissen wird, ist die Bank nicht automatisch kündigungsbereit – aber sie muss reagieren, dokumentieren und meist nachsteuern.

Gerade bei einem Speditionsbetrieb sehen wir oft, dass die wirtschaftliche Lage stabil ist, die Darstellung aber nicht. Beispielsweise fehlt eine Brücke von EBIT zu Cashflow oder eine transparente Darstellung saisonaler Schwankungen.

Bonifix arbeitet in solchen Fällen typischerweise entlang einer klaren Reihenfolge:

  • Audit der Bonitätsdaten und Unterlagenlage
  • Datenkorrektur bei relevanten Stellen
  • Bilanz-Ergänzungen: BWA, SuSa, Bilanz-Trio und nachvollziehbare Cashflow-Sicht
  • Prüfung und Bearbeitung negativer Einträge, inklusive Löschansätzen, wenn möglich
  • fortlaufendes Score-Monitoring, damit Änderungen nicht erst beim nächsten Kreditgespräch auffallen

Handlungsplan: So machen Sie sich MaRisk-7-fest für Kreditvergabe und Überwachung

Der entscheidende Punkt ist nicht „mehr Papier“, sondern ein belastbares Paket aus Datenqualität, Kennzahlenlogik und Reaktionsfähigkeit. Ein pragmatischer Ablauf, der sich in der Praxis bewährt hat:

  1. Kreditlandkarte erstellen: Welche Kredite, Linien, Avale und Leasingverträge existieren? Welche Reportingpflichten und Covenants hängen daran?
  2. Unterlagen standardisieren: Legen Sie ein wiederholbares Set fest (monatlich/vierteljährlich) und definieren Sie Verantwortliche.
  3. Cashflow-basierte Sicht ergänzen: Stellen Sie die Bedienbarkeit des Schuldendienstes in den Vordergrund (DSCR) und erklären Sie Abweichungen.
  4. Planung mit Annahmen & Szenarien: Eine Basisplanung plus ein Stressszenario (z.B. 10–20 Prozent Umsatzrückgang) mit Maßnahmenliste.
  5. Frühwarnsystem im Kleinen: Ampelindikatoren (z.B. Debitorenlaufzeit, Lagerreichweite, Auftragsbestand, Margen) und klare Eskalationswege.
  6. Datenqualität bei Auskunfteien prüfen: Stimmen Stammdaten, Bilanzdaten, Zahlungserfahrungen und Negativmerkmale?
  7. Bankgespräch vorbereiten: Nicht defensiv reagieren, sondern das Monitoring aktiv präsentieren (inkl. Maßnahmen, wenn Abweichungen auftreten).

Zwei Unterlagen, die in der Praxis häufig den Unterschied machen:

  • eine kurze, verständliche Liquiditätsbrücke (von Ergebnis zu Zahlungsmitteln)
  • ein Covenant-Dashboard mit Ist/Plan und Kommentar

Wenn Sie dafür eine zweite Meinung wollen, reicht oft ein strukturierter Score-Check oder ein Vollaudit der relevanten Bonitätsdaten, bevor das Bankrating festgezurrt wird.

Vergleich: Welche Anforderungen sich verschieben – und was Sie liefern sollten

Die 7. Novelle führt selten zu völlig neuen Kennzahlen, aber zu höherer Konsequenz in der Anwendung. Die folgende Übersicht zeigt typische Verschiebungen.

ThemaFrüher oft ausreichendJetzt häufiger erwartetNutzen für den Kreditnehmer
PlanungJahresbudget als ExcelPlanung mit Annahmen, Treibern, Maßnahmenweniger Rückfragen, höhere Verlässlichkeit
ReportingJahresabschluss + sporadische BWAregelmäßige BWA/SuSa, Liquidität, Abweichungenbessere Steuerbarkeit, frühzeitige Nachsteuerung
KennzahlenBilanzrelationen im FokusCashflow und Schuldendienst (DSCR) stärker gewichtetbessere Argumentation trotz Bilanzschwankungen
RisikoanalysePlausibilität im GesprächSzenarien und dokumentierte Stressfälleschnellere Kreditentscheidung
Covenantswenige, grob formuliertkonkreter, häufiger, enger getaktetKlarheit über Trigger und Handlungsspielräume

Und ein Blick auf die DSCR-Interpretation, die in Gesprächen oft als „Daumenregel“ genutzt wird:

DSCR-SpanneBank-Sicht in der PraxisTypische KonsequenzWas intern zu klären ist
< 1,0Schuldendienst nicht gedecktRestriktionen, Auflagen, ggf. Limitkürzungkurzfristige Liquiditätsmaßnahmen
1,0–1,2sehr knappenges Monitoring, zusätzliche Sicherheiten möglichWorking-Capital, Kosten, Preisdisziplin
1,2–1,5solidebessere Konditionen möglichStabilität der Cashflow-Quelle
> 1,5komfortabelhöhere Akzeptanz für InvestitionenWachstum ohne Covenant-Risiko

Fehler und Fallstricke: Was Unternehmen unnötig Bonität kostet

In der Umsetzung scheitert es selten an „zu wenig Gewinn“, sondern an Darstellung, Timing und Konsistenz.

Häufige Fallstricke:

  • BWA ohne Kontext: Eine schwache Monatsergebnissicht ohne Erklärung (Saisonalität, Einmaleffekte) wird schnell als Trend interpretiert.
  • DSCR aus falschen Größen: Wenn Tilgung, Zinsen oder der operative Cashflow unvollständig sind, ist die Kennzahl wertlos.
  • Stressszenario ohne Maßnahmen: Ein Szenario, das nur „schlechtere Zahlen“ zeigt, wirkt hilflos. Banken erwarten: Was tun Sie, wenn es eintritt?
  • Ungepflegte Auskunftei-Daten: Ein veralteter Branchenkey, falsche Rechtsform oder alte Negativmerkmale können intern zu Ratingabschlägen führen.
  • Covenants erst bei Verstoß lesen: Wer Trigger und Heilungsfristen nicht kennt, verliert Zeit und Vertrauen.

Eine einfache Gegenmaßnahme ist ein regelmäßiger „Bonitäts-Kalender“:

  • Monatlich: BWA/SuSa, Debitoren/ Kreditoren-Analyse, Liquiditätsvorschau
  • Quartalsweise: DSCR, Covenant-Status, Szenario-Update bei Bedarf
  • Jährlich: Bilanzgespräch, Plan-Update, Datenabgleich bei Auskunfteien

Regionaler Bezug: Deutschland und Schweiz – ähnliche Logik, andere Adressaten

In Deutschland ist die 7. MaRisk-Novelle der konkrete Treiber, weil die BaFin die Anforderungen bei Banken prüft und durchsetzt. Für Unternehmen in NRW, besonders im Raum Düsseldorf, sehen wir deshalb eine spürbar standardisierte Informationsanforderung in den Firmenkundenabteilungen.

In der Schweiz laufen die Mechanismen anders, die Richtung ist jedoch vergleichbar: Banken und Kreditversicherer arbeiten ebenfalls mit strengen internen Richtlinien, intensiver Dokumentation und Cashflow-orientierten Blickwinkeln. Für Schweizer Tochtergesellschaften deutscher Gruppen ist entscheidend, dass die Datenlogik konsistent bleibt:

  • gleiche Definitionen für Cashflow und Schuldendienst
  • abgestimmte Planungsprämissen
  • saubere Intercompany-Darstellung (Darlehen, Verrechnungspreise, Cash-Pooling)

Für grenznahe Unternehmensstrukturen, etwa eine deutsche GmbH & Co. KG mit Schweizer Vertriebseinheit, lohnt es sich, Reporting und Auskunftei-Daten zentral zu harmonisieren. Das reduziert Medienbrüche und verhindert, dass unterschiedliche Datenstände das Risiko-Narrativ verschlechtern.

Fazit: MaRisk 7 ist weniger „neue Pflicht“, mehr „neue Konsequenz“

Seit Juni 2023 wird Kreditvergabe und Kreditüberwachung stärker datengetrieben, cashflow-orientiert und dokumentationsintensiv. Unternehmen, die ihr Reporting standardisieren, DSCR und Szenarien sauber herleiten und ihre Auskunftei-Daten aktiv pflegen, verbessern nicht nur die Kreditfähigkeit, sondern auch die eigene Steuerung. Wer das strukturiert angeht, nimmt Druck aus dem Bankprozess – und verhandelt aus einer stabileren Position.

  1. Kredit- und Covenant-Inventory erstellen

    Alle Kredite, Linien, Avale und Leasingverträge erfassen; zugehörige Covenants, Reportingtermine und Informationsrechte der Bank dokumentieren.

  2. Reporting-Set definieren

    BWA, Summen- und Saldenliste, Offene-Posten-Listen, Liquiditätsvorschau und Kommentierung in einem festen Monats- oder Quartalstakt bereitstellen.

  3. DSCR bankfähig berechnen

    Operativen Cashflow nachvollziehbar herleiten und Zins- plus Tilgungsdienst vollständig erfassen; Berechnung periodengerecht (Monat/Quartal/Jahr) aufsetzen.

  4. Planung mit Annahmen und Maßnahmen unterlegen

    Treiber (Mengen, Preise, Marge, Personalkosten, CAPEX) dokumentieren; Maßnahmenliste für Abweichungen ergänzen.

  5. Stressszenario rechnen

    Mindestens ein Szenario mit 10–20% Umsatzrückgang und Folgen für Liquidität, DSCR und Covenants; Gegenmaßnahmen quantifizieren.

  6. Auskunftei- und Registerdaten prüfen

    Stammdaten, Bilanzdaten, Zahlungserfahrungen und Negativmerkmale bei Creditreform, CRIF, Bürgel und SCHUFA-B2B abgleichen und korrigieren lassen.

  7. Score-Monitoring etablieren

    Wichtige Scores und Negativmerkmale laufend überwachen, damit Veränderungen nicht erst im Kreditprozess auffallen.

Vergleich der Alternativen

BausteinWas die Bank absichern mussWas Unternehmen liefern solltenTypischer Hebel
DatenbasisAktualität und Konsistenz der InfosBWA, SuSa, OP-Listen, Liquiditätsvorschau, KommentierungStandardpaket + feste Termine
RückzahlungsfähigkeitSchuldendienst auch bei SchwankungenDSCR mit Herleitung, CAPEX- und Working-Capital-LogikCashflow-Brücke
RisikoblickFrühwarnsignale und DokumentationSzenarien (z.B. 10–20% Umsatzdruck) + MaßnahmenStress + Maßnahmenplan
Vertragliche SteuerungKlare Trigger und ReaktionswegeCovenant-Dashboard, Abweichungsanalyse, Heilungsfristen kennenCovenant-Management
Externe PlausibilisierungAbgleich mit AuskunfteienStammdatenpflege, Negativmerkmal-Check, KorrekturenBonitäts-Audit & Monitoring

Glossar

Begriffe kurz erklärt

MaRisk
Aufsichtliche Mindestanforderungen an das Risikomanagement von Banken in Deutschland, überwacht durch die BaFin. Indirekt beeinflussen sie, welche Informationen Banken von Kreditnehmern anfordern.
7. MaRisk-Novelle
Überarbeitung der MaRisk, die seit Juni 2023 gilt und unter anderem europäische EBA-Leitlinien in deutsche Aufsichtspraxis überführt.
EBA/GL/2020/06
Leitlinien der Europäischen Bankenaufsicht zur Kreditvergabe und -überwachung, die von Banken in Prozesse und Dokumentation übersetzt werden.
DSCR
Debt Service Coverage Ratio: Verhältnis von operativem Cashflow zu Zins- und Tilgungszahlungen; zeigt die Tragfähigkeit des Schuldendienstes.
Covenant
Vertraglich vereinbarte Kennzahl- oder Verhaltenspflicht im Kreditvertrag, z.B. Mindest-DSCR oder maximale Verschuldung; bei Verstoß drohen Auflagen.
BWA
Betriebswirtschaftliche Auswertung, meist monatlich. In der Kreditüberwachung dient sie als aktueller Zwischenstand zwischen Jahresabschlüssen.
SuSa
Summen- und Saldenliste aus der Buchhaltung als Detailgrundlage zur BWA und zur Plausibilisierung von Kontobewegungen.

FAQ

Häufige Fragen

Gilt MaRisk 7 direkt für Unternehmen?
Nein. MaRisk richtet sich an Banken unter Aufsicht der BaFin. In der Praxis betrifft es Unternehmen indirekt, weil Banken zur Erfüllung der Anforderungen mehr Unterlagen, bessere Datenqualität und engere Überwachung einfordern.
Was ändert sich bei Bestandskrediten?
Häufig nicht der Vertragstext, aber die Intensität der laufenden Überwachung: mehr Reporting, schnellere Rückfragen bei Abweichungen, teilweise neue oder konkretisierte Covenants bei Prolongationen.
Warum fragt die Bank plötzlich nach DSCR?
Weil der DSCR die Bedienbarkeit von Zins und Tilgung aus dem operativen Cashflow abbildet. Cashflow-basierte Sichtweisen passen gut zu einer dokumentierbaren, risikoarmen Kreditentscheidung und werden deshalb stärker gewichtet.
Welche DSCR-Werte sind „gut“?
Als gängige Orientierung gilt: DSCR 1,0 deckt den Schuldendienst ohne Reserve, DSCR 1,5 signalisiert spürbaren Puffer. Entscheidend sind Branche, Volatilität und die Stabilität der Cashflow-Quelle.
Muss ich Stresstests liefern?
Zwingend vorgeschrieben für Unternehmen sind sie nicht. Praktisch helfen sie jedoch, weil Banken Szenario-Denken erwarten. Ein Umsatzrückgang von 10–20% mit Auswirkungen auf Liquidität und Covenants ist ein realistischer Startpunkt.
Welche Unterlagen reduzieren Rückfragen am stärksten?
Ein standardisiertes Reporting-Paket aus BWA, Summen- und Saldenliste, Offene-Posten-Listen, Liquiditätsvorschau plus kurzer Management-Kommentierung. Ergänzend eine DSCR-Rechnung und ein Covenant-Dashboard.
Welche Rolle spielen Auskunfteien im MaRisk-Umfeld?
Banken nutzen externe Datenquellen zur Plausibilisierung und als Input für Ratingprozesse. Fehlerhafte oder veraltete Auskunftei-Daten können zu Risikoaufschlägen oder Verzögerungen führen.
Wie hilft Bonifix konkret?
Wir führen ein Bonitäts-Audit durch, korrigieren Daten bei relevanten Stellen, ergänzen Unterlagen (BWA/SuSa/Bilanz-Trio), prüfen negative Einträge auf Löschmöglichkeiten und etablieren Score-Monitoring für Creditreform, CRIF, Bürgel und SCHUFA-B2B.

Quellen

  1. https://rating-beratung.de/marisk-7-auswirkungen-kreditvergabe/

Behandelte Themen

  • BaFin
  • EBA
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Bonifix Redaktion

Fachredaktion für B2B-Bonitätsmanagement. Spezialisiert auf Creditreform und CRIF Bürgel. Über 1.200 begleitete Index-Verbesserungen seit 2021.

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