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Ratgeber

MaRisk 7: Was sich bei Kreditprüfung und Überwachung ändert

Praxisleitfaden für Unternehmen: Unterlagen, Kennzahlen, Stresstests und ESG – damit Bankgespräche seit Juni 2023 planbar bleiben.

Bonifix RedaktionAktualisiert Juli 202610 Min LesezeitGeprüft anhand 1 Quellen
Inhaltsverzeichnis · 24 Abschnitte
  1. Wenn der Kredit „plötzlich“ länger dauert: das neue Normal seit MaRisk 7
  2. So funktioniert es wirklich: Was Banken mit MaRisk 7 nachweisen müssen
  3. Welche Unterlagen in der Praxis häufiger auf dem Tisch liegen
  4. DSCR: warum diese Kennzahl so oft entscheidet
  5. Stress- und Szenarioanalysen: Mittelstand muss nicht kompliziert werden
  6. ESG wird Teil der Kreditlogik
  7. Was Bonifix in der Beratung sieht: typische Muster aus der Kreditpraxis
  8. Muster 1: Gute Ertragslage, aber schwacher Cashflow
  9. Muster 2: Bau-UG mit Projektspitzen ohne Szenario
  10. Muster 3: Speditionsbetrieb im Zins- und Kostendruck
  11. Muster 4: GmbH & Co. KG mit Entnahmen und dünner Eigenkapitalquote
  12. Was dabei auffällt
  13. Handlungsplan: So bereitest du dich auf MaRisk-7-Bankgespräche vor
  14. 1) Datenpaket auf Monatsbasis etablieren
  15. 2) 12-Monats-Liquiditätsplanung aufsetzen und pflegen
  16. 3) Kennzahlen vorab berechnen und erklären
  17. 4) Stresstests mit wenigen Szenarien durchführen
  18. 5) ESG-Kurzeinschätzung vorbereiten
  19. 6) Score- und Datenqualität im Blick behalten
  20. Nummerierter Ablauf für die nächsten 30 Tage
  21. Kennzahlen und Unterlagen im Vergleich: Was Banken heute typischerweise erwarten
  22. Beispielwirkung DSCR unter Stress
  23. Fehler und Fallstricke: warum gute Unternehmen trotzdem anecken
  24. Regionaler Bezug DE/CH: Unterschiede in Praxis, gleiche Logik

Wenn der Kredit „plötzlich“ länger dauert: das neue Normal seit MaRisk 7

In der Praxis wirkt MaRisk 7 oft wie ein Stimmungswechsel in der Bank: Der Firmenkundenbetreuer fragt häufiger nach aktuellen Zahlen, will eine Liquiditätsvorschau sehen, bittet um Kennzahlen und erwartet eine kurze Erklärung, warum bestimmte Werte schwanken. Viele Unternehmer erleben das als Misstrauen. Tatsächlich ist es eine Folge verschärfter Aufsichtsanforderungen: Banken müssen seit der 7. MaRisk-Novelle (gültig seit Juni 2023) Risiken tiefer, einheitlicher und vor allem vorausschauend beurteilen.

Bonifix sieht diese Effekte in Düsseldorf täglich: Ein Handwerk-Meister mit gut gefülltem Auftragsbuch bekommt für eine neue Maschine nicht automatisch dieselben Konditionen wie vor drei Jahren, wenn die Bank die Kapitaldienstfähigkeit nicht sauber belegen kann. Eine Bau-UG mit wechselnden Projektcashflows fällt schneller in eine engere Überwachung, wenn BWA und SuSa verspätet kommen. Ein Speditionsbetrieb wird bei Zinsanstieg und Dieselpreisschwankungen sofort auf Szenarien angesprochen. Und bei einer GmbH & Co. KG mit hohen Entnahmen wird die Eigenkapitalquote plötzlich zum Gesprächsthema.

Entscheidend ist: Es geht weniger um „mehr Papier“, sondern um bessere Entscheidungsgrundlagen und kontinuierliche Aktualität.

So funktioniert es wirklich: Was Banken mit MaRisk 7 nachweisen müssen

MaRisk sind die von der BaFin veröffentlichten Mindestanforderungen an das Risikomanagement von Kreditinstituten. Mit der 7. Novelle wurde die EBA-Leitlinie EBA/GL/2020/06 in deutsches Aufsichtsrecht überführt. Die Konsequenz für die Kreditvergabe ist klar: Banken müssen Kreditentscheidungen stärker standardisieren, Kennzahlen konsistent herleiten und die Zukunftsfähigkeit systematisch überprüfen.

Für Unternehmen zeigen sich drei operative Veränderungen:

  • Zukunft vor Vergangenheit: Der letzte Jahresabschluss bleibt wichtig, aber er ist nur ein Teil des Bildes. Banken müssen stärker auf aktuelle Steuerungsdaten und Projektionen schauen.
  • Kennzahlenlogik wird vereinheitlicht: Wo früher viel „Beziehungsbanking“ über Narrative lief, wird heute häufiger eine standardisierte Kennzahlenanalyse verlangt.
  • Überwachung statt Einmalprüfung: Nach Kreditvergabe endet die Analyse nicht. Bei höherem Risiko muss die Bank die Bonität in kürzeren Zyklen aktualisieren – mindestens jährlich, bei Warnsignalen sofort.

Welche Unterlagen in der Praxis häufiger auf dem Tisch liegen

Viele Institute haben ihre Checklisten ausgebaut. Typisch sind:

  • BWA mit Aktualität bis maximal drei Monate, ideal mit Vorjahresvergleich und kurzer Kommentierung
  • Summen- und Saldenliste (SuSa), um Struktur und Kontenentwicklungen nachvollziehen zu können
  • 12-Monats-Liquiditätsplanung, in der Ein- und Auszahlungen, Steuertermine und Kreditlinien realistisch abgebildet sind
  • Cashflow-Betrachtung (nicht nur Gewinn), insbesondere für Tilgung und Zinsen
  • Einfacher Maßnahmenplan, falls Szenarien schlechter laufen als geplant

DSCR: warum diese Kennzahl so oft entscheidet

Der DSCR (Debt Service Coverage Ratio) bildet ab, ob der operative Cashflow den Kapitaldienst deckt.

  • DSCR 1,0 bedeutet: Cashflow reicht gerade so für Zins und Tilgung, es gibt keinen Puffer.
  • DSCR 1,5 bedeutet: Es besteht ein Puffer von 50 Prozent.

Unter MaRisk 7 wird diese Logik häufiger konsequent angewendet, weil sie die Kapitaldienstfähigkeit direkt adressiert. Für die Bank ist das eine harte Frage: Was passiert, wenn Cashflow sinkt oder Zinsen steigen?

Stress- und Szenarioanalysen: Mittelstand muss nicht kompliziert werden

Banken sind verpflichtet, die Robustheit eines Engagements zu prüfen. In der Praxis reichen oft wenige, sauber hergeleitete Szenarien:

  • Umsatzrückgang um 10 Prozent und 20 Prozent
  • Zinsanstieg bei variablen Finanzierungen
  • Kostenanstieg (Material, Energie, Personal)
  • Wegfall eines Großkunden

Wichtig ist weniger die perfekte Modellierung, sondern die Plausibilität: Annahmen, Auswirkung auf Liquidität, Ergebnis und DSCR – und welche Gegenmaßnahmen möglich sind.

ESG wird Teil der Kreditlogik

ESG-Risiken (Environmental, Social, Governance) sind explizit in die Kreditwürdigkeitsprüfung eingebunden. Für den Mittelstand ist die Bewertung oft noch nicht einheitlich, aber Banken dokumentieren zunehmend, welche ESG-Themen für Geschäftsmodell und Sicherheiten relevant sind. Für Unternehmen heißt das: Eine pragmatische Kurzeinschätzung ist besser als keine.

Was Bonifix in der Beratung sieht: typische Muster aus der Kreditpraxis

In der Beratung für Bonitäts-Verbesserung (unter anderem gegenüber Creditreform, CRIF, Bürgel und SCHUFA-B2B) sehen wir wiederkehrende Konstellationen, die seit MaRisk 7 häufiger zu Nachfragen oder zu strengeren Kreditauflagen führen.

Muster 1: Gute Ertragslage, aber schwacher Cashflow

Ein Düsseldorfer Handwerk-Meister zeigte im Jahresabschluss solide Gewinne. In der BWA waren jedoch starke Lager- und Forderungsaufbauten sichtbar. Ergebnis: Die Bank zweifelte die Kapitaldienstfähigkeit im laufenden Jahr an. Erst eine Cashflow-Brücke und eine rollierende Liquiditätsplanung machten nachvollziehbar, warum der Engpass temporär war.

Muster 2: Bau-UG mit Projektspitzen ohne Szenario

Bei einer Bau-UG sind Zahlungspläne und Nachträge oft der Hebel. Ohne Stressszenario „Zahlungseingang verzögert sich um 30 Tage“ wirkte die Planung zu optimistisch. Mit einem einfachen Szenario und klaren Maßnahmen (Skonto-Politik, Abschlagsrechnungen, Factoring-Option) wurde das Ratinggespräch deutlich ruhiger.

Muster 3: Speditionsbetrieb im Zins- und Kostendruck

Hier fragt die Bank inzwischen fast reflexartig: Was passiert bei Zinsanstieg? Wie stabil ist der Rohertrag bei Kostensteigerungen? Ein DSCR, der bei Normalannahmen akzeptabel war, fiel im Stressfall unter 1,0. Das führte zu Covenant-Diskussionen und zur Erwartung häufiger Updates.

Muster 4: GmbH & Co. KG mit Entnahmen und dünner Eigenkapitalquote

Eigenkapitalquote ist eine Standardkennzahl, die viele Banken unter MaRisk 7 stringenter verfolgen. Hohe Entnahmen können die Quote drücken, selbst wenn das operative Geschäft gut läuft. Ohne Erklärung und ohne Anpassung der Ausschüttungspolitik wird daraus schnell ein strukturelles Ratingthema.

Was dabei auffällt

  • Banken akzeptieren „kann ich nachreichen“ deutlich seltener.
  • Schlechte Kennzahlen sind nicht automatisch ein No-Go – ohne Erklärung und Gegensteuerung aber sehr wohl.
  • Wer Daten proaktiv liefert, wird meist seltener eng überwacht.

Handlungsplan: So bereitest du dich auf MaRisk-7-Bankgespräche vor

Ziel ist, die Anforderungen der Bank zu antizipieren und die eigene Story konsistent aus Zahlen und Maßnahmen abzuleiten.

1) Datenpaket auf Monatsbasis etablieren

  • BWA und SuSa monatlich abschließen
  • Vorjahresvergleich und Abweichungsanalyse ergänzen
  • Ein kurzer Management-Kommentar (1 Seite) zu Sondereffekten

2) 12-Monats-Liquiditätsplanung aufsetzen und pflegen

  • Einzahlungen realistisch (Zahlungsziele, Projektmeilensteine)
  • Auszahlungen inklusive Steuern, Leasing, Darlehen, Löhne
  • Kreditlinien, Tilgungspläne und Covenants mit abbilden

3) Kennzahlen vorab berechnen und erklären

Fokussiere auf die Werte, die Banken heute standardisiert abfragen:

  • Eigenkapitalquote
  • DSCR
  • Liquiditätskennzahlen
  • Cashflow-Marge

Wenn ein Wert schwach ist: Ursache, Zeitraum, Gegenmaßnahmen.

4) Stresstests mit wenigen Szenarien durchführen

Ein praktikables Set:

  • Basisfall (Plan)
  • Stress 1: 10 Prozent weniger Umsatz
  • Stress 2: 20 Prozent weniger Umsatz oder Kombination aus Umsatz- und Zinsanstieg

Dokumentiere je Szenario: Auswirkung auf Liquidität und DSCR sowie konkrete Reaktionsschritte.

5) ESG-Kurzeinschätzung vorbereiten

Für viele Mittelständler reicht ein strukturiertes Kurzblatt:

  • Umwelt: Energie, Fuhrpark, Emissionen, Abhängigkeit von Energiepreisen
  • Soziales: Arbeitsschutz, Fluktuation, Qualifizierung
  • Governance: Compliance, Zahlungsprozesse, Dokumentation, Gesellschafterstruktur

6) Score- und Datenqualität im Blick behalten

Neben bankinternen Ratings wirken externe Datenquellen. Bonifix arbeitet in der Praxis nach dem Ablauf Audit → Datenkorrektur → Bilanz-Ergänzungen (BWA, SuSa, Bilanz-Trio) → Negativeintrags-Löschung → Score-Monitoring. Ein nüchterner Score-Check reicht oft, um Stolpersteine früh zu sehen.

Nummerierter Ablauf für die nächsten 30 Tage

  1. Letzte drei BWA inkl. SuSa zusammenstellen und Abweichungen kommentieren.
  2. Liquiditätsplanung für 12 Monate erstellen, mit wöchentlichen Peaks markieren.
  3. DSCR für Ist und Plan ableiten; Sensitivität bei Zinsanstieg prüfen.
  4. Zwei Stressszenarien rechnen und Gegenmaßnahmen definieren.
  5. ESG-Kurzprofil erstellen und bankfähig formulieren.
  6. Unterlagenpaket als „Kredit-Update“ standardisieren und quartalsweise aktualisieren.

Kennzahlen und Unterlagen im Vergleich: Was Banken heute typischerweise erwarten

Die folgende Übersicht hilft, den Unterschied zwischen „klassischer“ Unterlagenlage und MaRisk-7-tauglicher Aufbereitung zu verstehen.

BausteinFrüher oft akzeptiertHeute deutlich häufiger erwartetNutzen für das Bankrating
Jahresabschluss1–2 Jahre Historiebleibt Pflicht, aber nicht alleinBasis für Struktur und Historie
BWAsporadisch oder altaktuell, max. 3 Monate, mit VorjahrFrühindikator, Trendanalyse
SuSaselten angefragthäufig zur PlausibilisierungQualität, Kontenlogik, Einmaleffekte
Liquiditätsplanung„bei Bedarf“12 Monate, rollierendEngpassvermeidung, Kapitaldienst
Cashflow-AnalyseErgebnisfokusCashflow-Brücke + DSCRTilgungsfähigkeit, Stabilität
Szenarienkaum2–3 StressfälleRobustheit, Maßnahmenfähigkeit
ESGkaum thematisiertKurzeinschätzung, RisikenReputations- und Übergangsrisiken

Beispielwirkung DSCR unter Stress

AnnahmeDSCR (Beispiel)Interpretation durch die BankTypische Konsequenz
Basisfall1,5Puffer vorhandeneher stabile Konditionen
Stress: Cashflow sinkt deutlich1,0Deckung ohne ReserveAuflagen, mehr Reporting
Stress: Cashflow unter Kapitaldienst< 1,0UnterdeckungLimitkürzung, Sicherheiten, Restrukturierungsgespräch

Fehler und Fallstricke: warum gute Unternehmen trotzdem anecken

Die häufigsten Probleme entstehen nicht durch schlechte Lage, sondern durch fehlende Übersetzung in bankfähige Logik.

  • Reaktive Kommunikation: Erst liefern, wenn die Bank drängt. Das triggert Überwachung und Rückfragen.
  • Übergewicht des alten Jahresabschlusses: Wer nur Historie liefert, beantwortet nicht die Frage „Wie läuft es jetzt?“.
  • Keine Szenarien: Ohne Stressbild wirkt jede Planung wie Wunschdenken.
  • ESG komplett ausblenden: Dann muss die Bank selbst Annahmen treffen, meist konservativ.
  • Schlechte Kennzahlen nicht erklären: Ein einmaliger Sondereffekt ist tolerierbar, wenn er belegt ist.
  • Unklare Gesellschafter- und Entnahmepolitik: Gerade bei GmbH & Co. KG führt das schnell zu Diskussionen über Eigenkapital.

Eine pragmatische Regel: Alles, was du intern zur Steuerung brauchst, will die Bank in vereinfachter Form ebenfalls sehen.

Regionaler Bezug DE/CH: Unterschiede in Praxis, gleiche Logik

MaRisk ist deutsches Aufsichtsrecht und bindet in erster Linie Banken unter BaFin-Aufsicht. Für Unternehmen in Deutschland bedeutet das: Je stärker die Hausbank MaRisk-Prozesse standardisiert, desto konsequenter wird sie aktuelle Daten und Szenarien einfordern.

In der Schweiz gelten andere aufsichtsrechtliche Rahmen, aber die Grundlogik ist ähnlich: Banken orientieren sich ebenfalls an zukunftsorientierter Tragfähigkeitsprüfung, Cashflow-Logik und Risikoüberwachung. Für Schweizer Unternehmen oder deutsche Unternehmen mit Schweizer Bankbeziehung ist daher entscheidend, ein einheitliches Reporting-Set aufzubauen, das in beiden Ländern verstanden wird:

  • aktuelle Managementzahlen (BWA-ähnlich)
  • Liquiditätsvorschau
  • Kennzahlen zur Kapitaldienstfähigkeit
  • kurze Szenario-Analyse
  • nachvollziehbare ESG-Risikoargumentation

Wer grenzüberschreitend arbeitet, profitiert besonders von standardisierten Unterlagenpaketen: weniger Rückfragen, schnellere Entscheidungen, bessere Vergleichbarkeit.

Wenn du systematisch an deiner Datenqualität und an externen Scores arbeiten willst, ist ein strukturiertes Vollaudit sinnvoll, weil es Bank- und Auskunfteilogik zusammenführt und dauerhaftes Monitoring ermöglicht.

  1. BWA/SuSa aktualisieren

    Monatliche BWA und SuSa bereitstellen, maximal drei Monate alt, mit Vorjahresvergleich und kurzer Abweichungserklärung.

  2. 12-Monats-Liquidität planen

    Rollierende Liquiditätsplanung erstellen, Steuer- und Tilgungstermine integrieren, Peak-Wochen markieren.

  3. DSCR und Kernkennzahlen ableiten

    Kapitaldienstfähigkeit über DSCR zeigen; zusätzlich Eigenkapitalquote, Liquiditätskennzahlen und Cashflow-Marge vorbereiten.

  4. Stresstests rechnen

    Mindestens zwei Szenarien (z. B. 10 % und 20 % Umsatzrückgang, optional Zinsanstieg) durchrechnen und Gegenmaßnahmen dokumentieren.

  5. ESG-Kurzeinschätzung formulieren

    Relevante ESG-Risiken für Geschäftsmodell, Lieferkette und Betrieb strukturieren und bankfähig zusammenfassen.

  6. Unterlagenpaket standardisieren

    Ein wiederverwendbares „Kredit-Update“-Paket erstellen und quartalsweise versenden; bei Warnsignalen sofort aktualisieren.

Vergleich der Alternativen

ThemaEmpfehlung für UnternehmenWann aktualisieren?Typische Bankfrage
BWA + VorjahresvergleichMonatlicher Abschluss, max. 3 Monate alt, Abweichungen erklärenmonatlich/vierteljährlichWie entwickelt sich das laufende Jahr gegenüber Plan und Vorjahr?
SuSaMitliefern, um Sondereffekte zu belegenbei jeder BWA-LieferungWoraus resultieren Sprünge bei Material, Personal oder Forderungen?
12-Monats-LiquiditätRollierend, mit Steuern, Tilgung, Linienmonatlich, bei Engpässen wöchentlichReichen Linien und Cashflow für die nächsten 12 Monate?
DSCRIst/Plan/Stress ableiten und kommentierenbei Plan-Update und ZinsänderungenWie robust ist der Kapitaldienst bei schlechterem Verlauf?
Stresstszenarien2–3 Szenarien, Maßnahmen je Szenariomindestens jährlich, bei Marktschocks ad hocWas passiert bei 10–20 % Umsatzrückgang oder Zinsanstieg?
ESG-KurzprofilRelevanz und Risiken pragmatisch darstellenjährlich oder bei ÄnderungenGibt es Umwelt- oder Governance-Risiken für das Geschäftsmodell?

Glossar

Begriffe kurz erklärt

MaRisk 7
Sieben­te Überarbeitung der BaFin-Mindestanforderungen an das Risikomanagement von Banken; seit Juni 2023 prägt sie Kreditprüfung und Kreditüberwachung stärker zukunftsorientiert.
EBA/GL/2020/06
Leitlinie der European Banking Authority zur Kreditvergabe und -überwachung; in Deutschland über MaRisk in die Aufsichtspraxis übertragen.
BWA
Betriebswirtschaftliche Auswertung aus der Finanzbuchhaltung; dient Banken als aktueller Trend- und Frühindikator, wenn sie zeitnah und plausibel ist.
SuSa
Summen- und Saldenliste; zeigt Kontenbewegungen und ermöglicht Plausibilitätsprüfungen hinter der BWA.
DSCR
Kennzahl zur Kapitaldienstfähigkeit: Verhältnis aus verfügbarem Cashflow zum Kapitaldienst aus Zinsen und Tilgung; Werte um 1,0 sind ohne Reserve.
Stresstest
Szenariorechnung, die negative Entwicklungen (z. B. Umsatzrückgang, Zinsanstieg) simuliert, um Tragfähigkeit und Gegenmaßnahmen zu prüfen.
ESG
Umwelt-, Sozial- und Governance-Aspekte, die als Risiko- und Steuerungsdimension in Kreditentscheidungen berücksichtigt werden.

FAQ

Häufige Fragen

Gilt MaRisk 7 direkt für mein Unternehmen?
Nein. MaRisk richtet sich an Banken. Indirekt betrifft es dich, weil Banken ihre Kreditprozesse und Dokumentationspflichten daran ausrichten und deshalb mehr aktuelle und zukunftsbezogene Informationen anfordern.
Reicht ein guter Jahresabschluss noch aus?
Er ist weiterhin wichtig, aber allein nicht mehr ausreichend. Banken müssen stärker auf aktuelle Steuerungszahlen (BWA/SuSa), Liquidität und Cashflow sowie auf Szenarien zur Tragfähigkeit schauen.
Welche Unterlagen sollte ich ohne Aufforderung bereithalten?
Aktuelle BWA (max. 3 Monate), SuSa, 12‑Monats‑Liquiditätsplanung, Kennzahlenblatt (u. a. DSCR, Eigenkapitalquote), kurzer Management-Kommentar und 2–3 Stressszenarien mit Maßnahmen.
Wie oft wird die Bank meine Bonität prüfen?
Risikoorientiert. Bei unauffälligen Engagements meist mindestens jährlich. Bei höheren Risiken oder Warnsignalen kann es häufiger werden, inklusive anlassbezogener Reviews.
Welche Warnsignale lösen anlassbezogene Prüfungen aus?
Typisch sind Kontoüberziehungen, Zahlungsverzüge, deutliche Abweichungen von Planwerten, negative Entwicklungen in BWA-Trends oder Hinweise aus externen Datenquellen.
Welche Kennzahl ist für die Bank am wichtigsten?
Oft entscheidet die Kapitaldienstfähigkeit, daher steht der DSCR im Fokus. Daneben sind Eigenkapitalquote, Liquiditätskennzahlen und Cashflow-Marge zentrale Bausteine.
Was bedeutet ESG konkret im Kreditgespräch?
Die Bank will nachvollziehen, ob Umwelt-, Sozial- oder Governance-Risiken dein Geschäftsmodell oder Sicherheiten beeinträchtigen können. Eine pragmatische, faktenbasierte Kurzeinschätzung hilft, konservative Annahmen zu vermeiden.
Wie kann Bonifix helfen, ohne die Finanzierung zu „verkomplizieren“?
Wir arbeiten typischerweise mit einem kompakten Audit, korrigieren fehlerhafte Auskunftei-Daten (Creditreform, CRIF, Bürgel, SCHUFA-B2B), ergänzen Bilanz- und Controlling-Unterlagen bankfähig und etablieren Score-Monitoring, damit Gespräche planbar bleiben.

Quellen

  1. https://rating-beratung.de/marisk-7-auswirkungen-kreditvergabe/

Behandelte Themen

  • BaFin
  • MaRisk 7
  • EBA
  • EBA/GL/2020/06
  • DSCR
  • Eigenkapitalquote
  • BWA
  • SuSa
  • Liquiditätsplanung
  • Cashflow
  • ESG
  • Creditreform
  • CRIF
  • Bürgel
  • SCHUFA-B2B

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BR

Bonifix Redaktion

Fachredaktion für B2B-Bonitätsmanagement. Spezialisiert auf Creditreform und CRIF Bürgel. Über 1.200 begleitete Index-Verbesserungen seit 2021.

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