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Ratgeber

Creditreform Auskunft DSGVO: Ihr Recht auf Transparenz und Datenkorrektur

So nutzen Sie Art. 15, 16 und 17 DSGVO für Ihre Firmenbonität

Mike SorceMike SorceGründer & Head of Credit Risk, BonifixAktualisiert Juli 20268 Min Lesezeit
Inhaltsverzeichnis · 18 Abschnitte
  1. Warum Transparenz über Ihre Creditreform-Daten entscheidend ist
  2. Welche Faktoren beeinflussen Ihren Creditreform-Score am stärksten?
  3. Welche Hebel führen zur schnellsten Score-Verbesserung?
  4. So gehen Sie vor (Schritt-für-Schritt)
  5. Aktuelle Marktzahlen 2025
  6. Praxisfall aus dem deutschen Mittelstand
  7. Regionale Unterschiede in Deutschland
  8. Häufige Fehler und was sie kosten
  9. Kosten, Aufwand, realistischer Zeitrahmen
  10. Vergleich der Alternativen
  11. Wann lohnt sich Eigenregie, wann ein Dienstleister?
  12. Rechtliche Grundlage
  13. Häufige Fragen
  14. Was ist eine Creditreform-Auskunft nach DSGVO?
  15. Wie kann ich die Löschung falscher Daten bei Creditreform beantragen?
  16. Welche Frist hat Creditreform zur Beantwortung meiner DSGVO-Anfrage?
  17. Welche Kosten entstehen bei einer Datenkopie-Anfrage bei Creditreform?
  18. Weiterführend

Warum Transparenz über Ihre Creditreform-Daten entscheidend ist

Unternehmen, insbesondere KMU, sind in Deutschland auf eine positive Bonität angewiesen. Die Creditreform AG ist eine der führenden Wirtschaftsauskunfteien, deren Bonitätsbewertungen maßgeblich Entscheidungen von Banken, Lieferanten und Versicherern beeinflussen. Die Kenntnis der eigenen bei Creditreform gespeicherten Daten ist daher nicht nur ein Recht nach der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), sondern ein strategischer Faktor für den Unternehmenserfolg.

Die Transparenz über diese Daten ermöglicht es Ihnen, proaktiv zu handeln: Sie können fehlerhafte Einträge identifizieren und korrigieren lassen, was sich direkt auf Ihren Creditreform-Bonitätsindex auswirkt. Ohne diese Transparenz riskieren Sie, dass ungenaue oder veraltete Informationen zu schlechteren Kreditkonditionen oder abgelehnten Geschäftsbeziehungen führen. Die DSGVO bietet hierfür klare rechtliche Grundlagen, die Sie nutzen sollten.

Welche Faktoren beeinflussen Ihren Creditreform-Score am stärksten?

Der Creditreform-Bonitätsindex wird durch eine Vielzahl von Faktoren beeinflusst, wobei einige eine höhere Gewichtung besitzen als andere. Zu den kritischsten Parametern zählen der aktuelle Jahresabschluss, die Zahlungsmoral, die Branche, die Unternehmensgröße und die Dauer der Geschäftstätigkeit. Ein fehlender oder veralteter Jahresabschluss kann den Score sofort negativ beeinflussen, da Creditreform dann auf weniger aktuelle Daten für die Bewertung zurückgreifen muss.

Eine schlechte Zahlungsmoral, die sich in zahlreichen Mahnverfahren oder verspäteten Zahlungen niederschlägt, wirkt sich ebenfalls stark aus. Zudem spielt die Branchenzugehörigkeit eine Rolle: Branchen mit allgemein hohem Insolvenzrisiko erhalten tendenziell schlechtere Scores. Diese Faktoren wirken in Kombination und bilden ein komplexes Gesamtbild der Unternehmensbonität, das sich im Creditreform-Index widerspiegelt.

FaktorGewichtung (%)Datenquelle
Jahresabschluss30Handelsregister, elektronischer Bundesanzeiger
Zahlungserfahrungen25Creditreform-Pool, Mahnbescheide
Branchen-Risiko15Statistiken, volkswirtschaftliche Daten
Unternehmensform/-alter10Handelsregister
Auftrags-/Finanzdaten20Freiwillige Angaben, Bankauskünfte

Welche Hebel führen zur schnellsten Score-Verbesserung?

Die schnellsten und effektivsten Hebel zur Verbesserung Ihres Creditreform-Scores konzentrieren sich auf die Aktualisierung und Korrektur von Daten. Das Nachreichen des aktuellen Jahresabschlusses ist bei vielen KMU ein erster, zentraler Schritt, da dieser oft nicht automatisch oder zeitnah bei Creditreform hinterlegt wird. Eine Aktualisierung der Branchenzuordnung auf einen präziseren oder vorteilhafteren Code kann ebenfalls schnell positive Effekte zeigen. Auch die aktive Pflege positiver Zahlungserfahrungen im Creditreform-Pool kann den Index mittelfristig verbessern.

Datenschutzrechtliche Ansprüche nach Art. 16 und 17 DSGVO, insbesondere die Löschung unzutreffender oder veralteter Einträge, sind ebenfalls mächtige Hebel. Das OLG Köln hat am 10.04.2025 bestätigt, dass beglichene Forderungen nicht länger gespeichert werden dürfen als Einträge im Schuldnerverzeichnis, was Unternehmen eine starke Argumentationsgrundlage für die Löschung bietet. Die systematische Nutzung dieser Hebel führt zu einer messbaren und nachhaltigen Bonitätssteigerung.

HebelGeschätzte Wirkung (Punkte)AufwandDauer (Wochen)
Jahresabschluss nachreichen−30 bis −80Mittel2–4
Datenkorrektur nach DSGVO−20 bis −60Hoch4–8
Branchencode-Anpassung−10 bis −30Gering2–3
Pos. Zahlungserfahrungen hochladen−15 bis −40Mittel6–12

So gehen Sie vor (Schritt-für-Schritt)

Um einen Eintrag bei Creditreform zu korrigieren oder eine Datenkopie anzufordern, ist ein strukturiertes Vorgehen erforderlich. Dies beginnt mit der sorgfältigen Prüfung der rechtlichen Grundlagen und endet mit der Nachverfolgung Ihrer Anträge. Ein systematisches Vorgehen stellt sicher, dass Ihre Anliegen effizient bearbeitet werden und Sie Ihr Recht auf korrekte Daten durchsetzen können.

Im Folgenden werden die wesentlichen Schritte beschrieben, die Sie bei der Geltendmachung Ihrer Rechte nach der DSGVO gegenüber der Creditreform beachten sollten. Dabei geht es sowohl um die Informationsgewinnung als auch um die aktive Korrektur oder Löschung von Informationen, die Ihre Bonität beeinträchtigen.

Aktuelle Marktzahlen 2025

Die Bedeutung präziser Bonitätsdaten ist im aktuellen Wirtschaftsumfeld ungebrochen. Laut dem Creditreform Wirtschaftsfaktor 2024–2025 planen 68 % der deutschen Unternehmen, ihre Kreditlinien beizubehalten oder zu erhöhen, was die Relevanz einer guten Bonität unterstreicht. Gleichzeitig melden 22 % der Unternehmen Zahlungsverzögerungen als größtes Problem, was sich direkt auf die Bonitätsbewertung auswirkt (Quelle: Creditreform Wirtschaftsfaktor 2024).

Das KfW-Mittelstandspanel 2024 zeigt zudem, dass 35 % der KMU Schwierigkeiten beim Zugang zu langfristigen Krediten haben, wobei eine schlechte Bonität als Hauptgrund genannt wird. Präzise und aktuelle Daten bei Auskunfteien wie Creditreform können hier einen entscheidenden Unterschied machen. Die aktive Bonitätspflege ist daher kein Nice-to-have, sondern eine Notwendigkeit für den deutschen Mittelstand (Quelle: KfW-Mittelstandspanel 2024).

Praxisfall aus dem deutschen Mittelstand

Eine mittelständische Maschinenbau-GmbH aus Baden-Württemberg, mit 75 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von 18 Millionen Euro, stand bei Creditreform mit einem Bonitätsindex von 312 – einem Wert, der die Kreditverhandlungen erschwerte. Die Ursache war ein nicht aktualisierter Jahresabschluss aus dem Vorjahr und ein veralteter Branchencode, der ein höheres Risiko suggerierte als tatsächlich vorhanden. Nach einer kostenlosen Erstanalyse durch Bonifix wurden die Hebel identifiziert. Durch das fristgerechte Nachreichen des aktuellen Jahresabschlusses und die Änderung des Branchencodes konnte der Index innerhalb von sechs Wochen auf 205 Punkte verbessert werden. Diese Steigerung führte unmittelbar dazu, dass die Hausbank des Unternehmens die Konditionen für eine Betriebsmittelkreditlinie von 1,2 Millionen Euro um 0,75 Prozentpunkte senkte, was über die Laufzeit von fünf Jahren zu Einsparungen von rund 45.000 Euro führte.

Regionale Unterschiede in Deutschland

Während die rechtlichen Grundlagen der DSGVO und des BDSG bundesweit gelten, können regionale Besonderheiten die Datenpflege und die Auslegung durch lokale Creditreform-Geschäftsstellen beeinflussen. In Bayern beispielsweise, wo eine starke Industrie- und Handwerkskammer-Landschaft existiert, sind Unternehmen oft gut vernetzt, was den Austausch positiver Zahlungserfahrungen erleichtern kann. In Nordrhein-Westfalen, insbesondere im Ruhrgebiet, wo viele Traditionsunternehmen ansässig sind, kann es vorkommen, dass ältere Einträge länger relevant bleiben, wenn keine aktive Korrektur erfolgt.

In den ostdeutschen Bundesländern, die oft eine jüngere Unternehmenslandschaft aufweisen, können sich Veränderungen in der Bonität schneller niederschlagen, da weniger Historie vorhanden ist. Die IHKs spielen regional eine wichtige Rolle als Informationsgeber und Vermittler. Eine präzise Kenntnis der lokalen Gegebenheiten und Ansprechpartner bei den Creditreform-Gesellschaften kann daher von Vorteil sein, obwohl die Kernprozesse standardisiert sind.

Häufige Fehler und was sie kosten

Ein häufiger Fehler im Umgang mit der Creditreform-Auskunft nach DSGVO ist das Ignorieren des Auskunftsrechts. Viele Unternehmen fordern keine regelmäßige Datenkopie an, wodurch fehlerhafte oder veraltete Einträge unentdeckt bleiben. Dies kann direkte finanzielle Konsequenzen haben: Ein um 50 Punkte schlechterer Bonitätsindex kann bei einem Darlehen von 1 Million Euro über fünf Jahre schnell zu 0,25 % höheren Zinsen führen, was Mehrkosten von 12.500 Euro bedeutet. Ein weiterer Fehler ist die unzureichende Begründung bei der Forderung nach Datenberichtigung oder -löschung. Ohne präzise Belege ist Creditreform nicht zur Korrektur verpflichtet.

Auch das Nichterreichen des aktuellen Jahresabschlusses oder der regelmäßige Verzug bei geringen Forderungen sind typische Fallen. Diese kleinen Versäumnisse summieren sich und können den Bonitätsindex signifikant senken. Ein proaktives Bonitätsmanagement, das die Möglichkeiten der DSGVO konsequent nutzt, kann diese vermeidbaren Kosten signifikant reduzieren und die Verhandlungsposition des Unternehmens stärken.

Kosten, Aufwand, realistischer Zeitrahmen

Die Einholung einer Creditreform-Auskunft nach Art. 15 DSGVO ist kostenfrei und der Aufwand für die Anfrage gering. Die Bearbeitungszeit beträgt in der Regel einen Monat. Komplizierter wird es bei der Korrektur fehlerhafter Daten. Dies erfordert oft einen höheren Aufwand für die Zusammenstellung von Belegen und die Formulierung rechtssicherer Anträge. Die Dauer hierfür kann zwischen vier und acht Wochen liegen, bis eine positive Rückmeldung und eine Anpassung des Scores erfolgen.

Der Einsatz eines spezialisierten Dienstleisters wie Bonifix kann den Aufwand für Ihr Unternehmen minimieren und die Erfolgswahrscheinlichkeit bei komplexen Fällen deutlich erhöhen. Während die Kosten für DIY-Lösungen einmalig 449 € betragen, sind die Done-for-you-Services individuell kalkuliert, erzielen jedoch schnellere und messbarere Ergebnisse. Eine Geld-zurück-Garantie, falls keine Hebel gefunden werden, minimiert Ihr Risiko.

OptionKostenDauer (Wochen)Erfolgswahrscheinlichkeit
Selbstauskunft0 €4100 % (Auskunft)
DIY-Toolkit449 € einmalig6–12Mittel bis Hoch
Done-for-you-ServiceIndividuell, ab ca. 2.000 €4–8Sehr hoch

Vergleich der Alternativen

Im Kontext der Bonitätsprüfung und -verbesserung stehen Unternehmen verschiedene Wege offen. Die einfachste Form ist die kostenlose Auskunftsanfrage nach Art. 15 DSGVO, die Ihnen einen ersten Einblick in die bei Creditreform gespeicherten Daten gewährt. Für eine aktive Verbesserung der Bonität, insbesondere bei komplexen oder fehlerhaften Einträgen, reichen pauschale Anfragen oft nicht aus. Hier sind spezialisierte Dienstleistungen oder DIY-Ressourcen effektiver.

Spezialisierte Dienstleister wie Bonifix übernehmen den gesamten Prozess von der Analyse bis zur Korrektur, basierend auf tiefgreifendem Fachwissen und rechtlicher Expertise. Dies ist besonders vorteilhaft für Geschäftsführer, die ihre Zeit strategisch einsetzen möchten, anstatt sich mit komplizierten Datenschutzanträgen zu beschäftigen. Das DIY-Toolkit von Bonifix bietet hingegen eine kostengünstige Option für Unternehmen, die den Prozess intern mit professionellen Vorlagen steuern möchten.

Wann lohnt sich Eigenregie, wann ein Dienstleister?

Die Eigenregie bei der Bonitätsverbesserung über die Creditreform-Auskunft lohnt sich primär, wenn offensichtliche Fehler vorliegen, wie ein fehlender Jahresabschluss oder ein klar unrichtiger Branchencode. Für diese Fälle bietet das DIY-Toolkit für 449 € eine solide Grundlage mit Schritt-für-Schritt-Anleitungen und DSGVO-konformen Briefvorlagen. Eine kostenlose Einschätzung Ihres Scores und erster Hebel erhalten Sie mit unserem kostenlosen Bonitäts-Check.

Ein Dienstleister wie Bonifix ist dann die bessere Wahl, wenn die Bonitätsproblematik komplex ist, rechtliche Nuancen eine Rolle spielen oder Sie schlichtweg keine internen Kapazitäten für diesen zeitaufwendigen Prozess haben. Wir übernehmen alles: von der detaillierten Datenanalyse bis zur rechtssicheren Kommunikation mit Creditreform. Unser Done-for-you-Service ist darauf ausgelegt, durchschnittlich eine Verbesserung von -127 Indexpunkten in 4–8 Wochen zu erzielen, bei vollständiger Einhaltung der DSGVO. Fragen Sie eine kostenlose Erstanalyse an, um Ihre individuellen Potenziale zu bewerten.

Rechtliche Grundlage

Die Verarbeitung und das Recht auf Auskunft über Bonitätsdaten sind in Deutschland primär durch die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) geregelt. Art. 15 DSGVO gewährt Betroffenen das Recht, eine Bestätigung darüber zu verlangen, ob personenbezogene Daten verarbeitet werden, und gegebenenfalls eine Kopie dieser Daten zu erhalten. Die Creditreform AG beruft sich bei der Datenverarbeitung im Regelfall auf Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO, der das berechtigte Interesse als Rechtsgrundlage nennt, wobei dieses Interesse in jedem Fall glaubhaft darzulegen ist (Creditreform, Datenschutzhinweise).

Für die Berichtigung und Löschung unrichtiger Daten sind Art. 16 und 17 DSGVO entscheidend. Unternehmen können die Korrektur oder Löschung von Daten verlangen, die unzutreffend oder nicht mehr erforderlich sind. Ergänzend dazu präzisiert § 31 BDSG die Bedingungen unter denen Bonitätsdaten, insbesondere Scoringdaten, verarbeitet werden dürfen. Das Urteil des OLG Köln vom 10.04.2025 (Az.: 5 U 242/24) stärkt die Rechte von Unternehmen weiter, indem es die Speicherdauer von erledigten Forderungen begrenzt und somit Unternehmen bessere Argumente für die Löschung liefert. Diese Informationen ersetzen keine Rechtsberatung.

Häufige Fragen

Was ist eine Creditreform-Auskunft nach DSGVO?

Die Creditreform-Auskunft nach Art. 15 DSGVO ermöglicht Unternehmen, kostenlos eine Kopie aller zu ihrer Person gespeicherten Daten bei Creditreform zu erhalten, um Transparenz zu schaffen und die Richtigkeit der Daten zu überprüfen.

Wie kann ich die Löschung falscher Daten bei Creditreform beantragen?

Nach Art. 17 DSGVO können Sie die Löschung unkorrekter oder veralteter Einträge bei Creditreform beantragen. Dies ist besonders relevant für beglichene Forderungen, die nicht länger als Einträge im Schuldnerverzeichnis gespeichert werden dürfen, wie das OLG Köln 2025 bestätigte.

Welche Frist hat Creditreform zur Beantwortung meiner DSGVO-Anfrage?

Creditreform ist gesetzlich verpflichtet, Anfragen bezüglich Datenauskunft, -berichtigung oder -löschung nach der DSGVO innerhalb eines Monats zu beantworten. Diese Frist beginnt mit dem Eingang Ihrer Anfrage.

Welche Kosten entstehen bei einer Datenkopie-Anfrage bei Creditreform?

Die erste Datenkopie, angefordert nach Art. 15 DSGVO, muss von Creditreform kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Nur bei exzessiven oder wiederholten Anfragen können Gebühren erhoben werden.

Weiterführend

Fachbegriffe im Glossar:

  • DSGVO Art. 15 — Recht auf Auskunft über alle gespeicherten personen- und unternehmensbezogenen Daten.
  • DSGVO Art. 16 — Recht auf Berichtigung unrichtiger oder unvollständiger Daten bei Auskunfteien.
  • DSGVO Art. 17 — Recht auf Löschung von Daten, deren Speicherung nicht mehr zulässig ist.

Häufige Fragen (FAQ):

Zugehörige Studien:

  • Creditreform Bonitätsindex Benchmark 2026 — Der durchschnittliche Creditreform-Bonitätsindex im deutschen Mittelstand liegt 2026 bei 246 (Vorjahr 251). GmbHs bewegen sich mit Ø 238 deutlich besser als Einzelunternehmen (Ø 289). Baugewerbe und Gastronomie tragen die schwächsten Werte (Ø 278 bzw. Ø 291).
  • Eigenkapitalquote & Bonität im deutschen Mittelstand 2026 — Die Eigenkapitalquote erklärt rund 41 % der Varianz im Creditreform-Bonitätsindex bei deutschen GmbHs (Pearson r = −0,64). Betriebe mit EK-Quote unter 10 % haben einen Ø-Index von 312 (Risikoklasse IV), Betriebe über 30 % liegen bei Ø 194 (Risikoklasse I).
  1. Kostenlose Datenkopie anfordern (Art. 15 DSGVO)

    Fordern Sie schriftlich eine kostenlose Datenkopie Ihrer über Ihr Unternehmen bei Creditreform gespeicherten Daten an. Beziehen Sie sich dabei explizit auf Art. 15 DSGVO. Nutzen Sie dafür die bereitgestellten Formulare oder Musterbriefe.

  2. Daten sorgfältig prüfen

    Vergleichen Sie die erhaltene Datenkopie mit Ihren internen Unterlagen. Achten Sie auf korrekte Firmendaten, aktuelle Jahresabschlüsse, offene Forderungen und eventuelle Mahnverfahren. Identifizieren Sie alle Einträge, die fehlerhaft, veraltet oder unvollständig erscheinen.

  3. Belege und Nachweise sammeln

    Für jede beanstandete Information sammeln Sie stichhaltige Belege: Zahlungsbestätigungen, Registerauszüge, Bilanzen, Handelsregisterauszüge oder behördliche Bescheide, die Ihre Korrekturforderung untermauern.

  4. Anspruch auf Berichtigung/Löschung formulieren

    Erstellen Sie ein formelles Schreiben an Creditreform, in dem Sie sich auf Art. 16 (Berichtigung) oder Art. 17 (Löschung) DSGVO berufen. Beschreiben Sie detailliert, welche Daten unrichtig sind und legen Sie die gesammelten Belege bei. Das OLG Köln (10.04.2025) urteilte, dass erledigte Forderungen nicht dauerhaft gespeichert werden dürfen.

  5. Frist setzen und überwachen

    Setzen Sie Creditreform eine angemessene Frist zur Bearbeitung (in der Regel 30 Tage, Art. 12 Abs. 3 DSGVO). Dokumentieren Sie alle Kommunikationsschritte und überwachen Sie die Fristeinhaltung.

  6. Optional: Dienstleister hinzuziehen

    Bei komplexen Fällen oder fehlenden internen Kapazitäten kann die Beauftragung eines spezialisierten Dienstleisters wie Bonifix sinnvoll sein, um den Prozess effizient und rechtssicher zu gestalten und die Erfolgschancen zu erhöhen.

  7. Erfolgskontrolle und weitere Schritte

    Prüfen Sie nach Fristablauf die erneute Auskunft von Creditreform. Wenn die Daten korrekt angepasst wurden, ist der Prozess erfolgreich. Bleibt die Korrektur aus, können weitere rechtliche Schritte, wie die Beschwerde bei der Aufsichtsbehörde, notwendig werden.

Vergleich der Alternativen

OptionKostenDauerBenötigtes Know-howErfolgswahrscheinlichkeit
Selbstauskunft & DIY0 € (Auskunft), 449 € (Toolkit)4-12 WochenGrundlegendes Recht & OrganisationMittel
Bonifix Done-for-youAb ca. 2.000 €4-8 WochenKeines (wird übernommen)Sehr hoch
RechtsanwaltStundenhonorar (hoch)Individuell, oft langwierigRechtliches SpezialwissenMittel bis hoch

Regionale Hinweise Deutschland

  • In Nordrhein-Westfalen sind die Creditreform-Geschäftsstellen in Ballungsgebieten wie Köln und Düsseldorf oft stark frequentiert, was längere Bearbeitungszeiten bei komplexen Anfragen bedeuten kann.
  • Das Bundesland Bayern zeichnet sich durch eine hohe Dichte an mittelständischen Betrieben aus; die IHKs fungieren hier oft als Informationsquelle für Bonitätsfragen und können bei der Vermittlung unterstützen.
  • In den östlichen Bundesländern wie Sachsen oder Brandenburg kann es aufgrund der jüngeren Firmengeschichte vorkommen, dass kleinere Datensätze eine größere Auswirkung auf den Bonitätsindex haben, wodurch jede Datenkorrektur umso wichtiger wird.
  • Für Unternehmen in Hamburg spielt die Hafenwirtschaft eine große Rolle. Hier können spezielle branchenbezogene Daten und deren korrekte Abbildung bei Creditreform von entscheidender Bedeutung sein.
  • In Berlin, geprägt von Start-ups und schnell wachsenden Unternehmen, ist die Aktualität der Daten von größter Relevanz, da sich Bonitäten hier oft dynamischer entwickeln als in traditionelleren Branchen.

Glossar

Begriffe kurz erklärt

Bonitätsindex
Der Creditreform Bonitätsindex ist ein Wert zwischen 100 und 600, der die Wahrscheinlichkeit eines Zahlungsausfalls eines Unternehmens angibt. Ein niedrigerer Indexwert steht für eine bessere Bonität.
DSGVO (Datenschutz-Grundverordnung)
Eine EU-Verordnung, die europaweit einheitliche Regeln für die Verarbeitung personenbezogener Daten festlegt und Betroffenenrechte wie Auskunft, Berichtigung und Löschung gewährt.
BDSG (Bundesdatenschutzgesetz)
Das nationale deutsche Ergänzungsgesetz zur DSGVO, das spezifische Regelungen für den Datenschutz in Deutschland trifft, insbesondere für Bonitätsdaten gemäß § 31.
Berechtigtes Interesse
Eine Rechtsgrundlage nach Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO, die die Datenverarbeitung erlaubt, wenn ein überwiegen des Interesses des Datenverarbeiters oder Dritter besteht und die Grundrechte und Grundfreiheiten der betroffenen Person nicht überwiegen.
Art. 15 DSGVO
Der Artikel der DSGVO, der das Auskunftsrecht der betroffenen Person regelt, das Recht auf Bestätigung der Datenverarbeitung und auf eine Kopie der Daten.
Art. 17 DSGVO
Der Artikel der DSGVO, der das Recht auf Löschung ('Recht auf Vergessenwerden') regelt, wenn Daten unrechtmäßig verarbeitet werden oder nicht mehr erforderlich sind.
Schuldnerverzeichnis
Ein von Amtsgerichten geführtes Register, in dem Personen und Unternehmen eingetragen werden, die ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen oder die eidesstattliche Versicherung abgegeben haben.

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FAQ

Häufige Fragen

Was kostet eine Creditreform Auskunft nach DSGVO?
Die erste Datenkopie nach Art. 15 Abs. 3 DSGVO ist für Sie als Unternehmen grundsätzlich kostenlos. Nur für weitere Kopien oder bei missbräuchlichen Anfragen darf Creditreform ein angemessenes Entgelt verlangen.
Wie lange dauert es, bis Creditreform auf eine DSGVO-Anfrage reagiert?
Gemäß Art. 12 Abs. 3 DSGVO muss Creditreform Ihre Anfrage grundsätzlich innerhalb eines Monats beantworten. Bei komplexen oder zahlreichen Anfragen kann diese Frist um weitere zwei Monate verlängert werden, worüber Sie jedoch informiert werden müssen.
Kann ich negative Creditreform-Einträge löschen lassen?
Ja, gemäß Art. 17 DSGVO können Sie die Löschung von Daten verlangen, wenn diese unrichtig, unvollständig oder nicht mehr erforderlich sind. Das OLG Köln hat 2025 zudem entschieden, dass beglichene Forderungen nicht länger als öffentlich zugängliche Einträge im Schuldnerverzeichnis gespeichert werden dürfen.
Welche Rechtsgrundlage nutzt Creditreform für die Datenverarbeitung?
Creditreform beruft sich für die Verarbeitung von Daten zu Auskunfteizwecken primär auf Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO, d.h. auf ein berechtigtes Interesse. Dieses Interesse muss von den Datenempfängern glaubhaft dargelegt werden.
Was ist der Unterschied zwischen Art. 15 und Art. 17 DSGVO bei Creditreform?
Art. 15 DSGVO gibt Ihnen das Recht auf Auskunft über Ihre Daten und eine Kopie davon. Art. 17 DSGVO hingegen ermöglicht es Ihnen, die Löschung von Daten zu fordern, die unrechtmäßig verarbeitet wurden oder deren Speichergrundlage entfallen ist.
Was passiert, wenn Creditreform meine Anfrage ignoriert?
Sollte Creditreform Ihre Anfrage nach Art. 12 Abs. 3 DSGVO nicht fristgerecht beantworten oder Ihrer Forderung nach Berichtigung/Löschung nicht nachkommen, können Sie Beschwerde bei der zuständigen Datenschutzaufsichtsbehörde einlegen oder rechtliche Schritte prüfen.
Beeinflusst ein fehlender Jahresabschluss meine Bonität bei Creditreform?
Ja, ein fehlender oder veralteter Jahresabschluss kann den Creditreform-Bonitätsindex signifikant verschlechtern, da Creditreform auf weniger aktuelle und vollständige Daten für die Bewertung zurückgreifen muss. Es ist ratsam, diesen immer aktuell zu hinterlegen.
Gilt die DSGVO auch für Unternehmen bei Creditreform?
Ja, die DSGVO gilt für alle personenbezogenen Daten, auch wenn sie im Kontext eines Unternehmens verarbeitet werden. Das betrifft beispielsweise Daten über Geschäftsführer, aber auch Informationen, die Rückschlüsse auf die Bonität eines Unternehmens zulassen.

Behandelte Themen

  • Creditreform AG
  • Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO)
  • Bundesdatenschutzgesetz (BDSG)
  • Oberlandesgericht Köln
  • Handelsregister
  • Elektronischer Bundesanzeiger
  • KfW Bankengruppe
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