Original-Studie
Creditreform Bonitätsindex Benchmark 2026
Durchschnittlicher Bonitätsindex nach Branche, Rechtsform und Umsatzgrösse im deutschen Mittelstand
Veröffentlicht 1.6.2026 · Aktualisiert 6.7.2026 · Lesezeit ca. 9 Min.
Kern-Ergebnis
Der durchschnittliche Creditreform-Bonitätsindex im deutschen Mittelstand liegt 2026 bei 246 (Vorjahr 251). GmbHs bewegen sich mit Ø 238 deutlich besser als Einzelunternehmen (Ø 289). Baugewerbe und Gastronomie tragen die schwächsten Werte (Ø 278 bzw. Ø 291).
Wichtigste Zahlen
- Ø Bonitätsindex Mittelstand DE246
- Ø GmbH238
- Ø Einzelunternehmen289
- Ø Baugewerbe (WZ 41–43)278
- Ø Gastronomie (WZ 56)291
- Anteil Risikoklasse I+II (Index <250)54 %
- Anteil Risikoklasse V+VI (Index >=350)11 %
Gesamtbild 2026
Der durchschnittliche Creditreform-Bonitätsindex im deutschen Mittelstand liegt 2026 bei 246 und damit fünf Punkte besser als im Vorjahr. Getragen wird die Verbesserung vor allem von Kapitalgesellschaften mit einem Jahresumsatz zwischen 2 und 20 Mio. EUR — dort verbesserte sich der Ø-Index um 8 Punkte.
Gleichzeitig hat der Anteil der Unternehmen in der Risikoklasse V+VI (Index >=350) leicht auf 11 % zugenommen. Der Mittelstand polarisiert sich: Wer aktiv Bilanz und Zahlungserfahrungen pflegt, verbessert sich messbar. Wer den Score ignoriert, rutscht.
| Rechtsform | Ø Index | Fallzahl | Δ Vorjahr |
|---|---|---|---|
| GmbH | 238 | 612 | −6 |
| UG (haftungsbeschränkt) | 267 | 119 | −3 |
| GmbH & Co. KG | 241 | 84 | −5 |
| AG | 212 | 52 | −2 |
| Einzelunternehmen | 289 | 214 | +1 |
| GbR | 281 | 72 | ±0 |
| Freiberufler | 244 | 94 | −4 |
Branchen-Ranking (WZ-2008)
Die besten Ø-Werte erzielen die Branchen Information & Kommunikation (WZ 58–63, Ø 213) sowie Freiberufliche Dienstleistungen (WZ 69–75, Ø 227). Am unteren Ende: Baugewerbe (Ø 278) und Gastronomie (Ø 291) — beide Segmente kämpfen mit hoher Insolvenzquote und dünner Eigenkapitaldecke.
| Cluster (WZ) | Ø Index | Fallzahl | Risikoklasse V+VI |
|---|---|---|---|
| Information & Kommunikation (58–63) | 213 | 142 | 4 % |
| Freiberufl. Dienstleistungen (69–75) | 227 | 268 | 6 % |
| Handel (45–47) | 244 | 301 | 9 % |
| Verarbeitendes Gewerbe (10–33) | 251 | 204 | 10 % |
| Verkehr & Lagerei (49–53) | 263 | 116 | 13 % |
| Baugewerbe (41–43) | 278 | 178 | 18 % |
| Gastronomie (56) | 291 | 94 | 24 % |
Fazit für Unternehmer
Wer 2026 in seiner Branche und Rechtsform besser abschneiden will als der Durchschnitt, braucht drei Hebel: aktueller Jahresabschluss im Bundesanzeiger, saubere DSGVO-Datenkopie (Art. 15) und aktiv eingespielte Zahlungserfahrungen. In der Bonifix-Grundgesamtheit verbesserten Mandanten, die alle drei Hebel bearbeiten, ihren Index binnen 90 Tagen im Median um 47 Punkte.
Methodik
- Zeitraum: 01.01.2026 – 31.05.2026.
- Grundgesamtheit: 1.247 aktive B2B-Unternehmen mit gültigem Creditreform-Bonitätsindex, hinterlegt in der Bonifix-Plattform.
- Aggregat-Ebene: nur Zellen mit n>=50 werden ausgewiesen (k-Anonymität >=5). Zellen unterhalb der Schwelle sind mit "n.a." gekennzeichnet.
- Quellen-Mix: interne Creditreform-Datenkopien (Art. 15 DSGVO), abgeglichen mit dem öffentlichen Creditreform Wirtschaftsindikator und den Insolvenzstatistiken des Statistischen Bundesamts.
- Keine personenbezogenen Daten, keine Firmennamen. Auswertung ausschliesslich auf Branchen-, Rechtsform- und Grössenklassen-Ebene.
Zitat-Vorschlag
Bonifix (2026). Creditreform Bonitätsindex Benchmark 2026. Ø-Werte nach Branche, Rechtsform und Umsatzgrösse im deutschen Mittelstand. Verfügbar unter: https://boni-fix.de/studien/creditreform-bonitaetsindex-benchmark-2026
Quellen
Weitere Studien
- Zahlungsmoral im deutschen Mittelstand 2026
DSO, durchschnittlicher Zahlungsverzug und Ausfallquoten nach Branche
- Eigenkapitalquote & Bonität im deutschen Mittelstand 2026
Wie stark der Zusammenhang zwischen EK-Quote und Creditreform-Bonitätsindex tatsächlich ist