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Bonitäts-Glossar
Alle wichtigen Fachbegriffe zur Firmen-Bonität in Deutschland — verständlich erklärt von der Bonifix-Redaktion.
- Bonitätsindex
- Kurz: Score-Kennzahl von Creditreform auf einer Skala von 100 (sehr gut) bis 600 (Insolvenz).
- Der Bonitätsindex ist die zentrale Score-Kennzahl der Creditreform und reicht von 100 bis 600. Werte unter 200 gelten als gut, ab 300 wird die Bonität geschäftskritisch. Berechnet aus 15 Faktoren in 6 Kategorien: Krediturteil, Zahlungsweise, Auftragslage, Umsatz, Unternehmensentwicklung und Branchenrisiko.
- Creditreform
- Kurz: Marktführende deutsche Wirtschaftsauskunftei mit ca. 60 % aller B2B-Bonitätsabfragen.
- Die Creditreform ist die größte Wirtschaftsauskunftei in Deutschland und liefert Bonitätsauskünfte über Unternehmen an Banken, Versicherer, Lieferanten und Leasinggesellschaften. Die zentrale Score-Kennzahl ist der Bonitätsindex (100–600).
- CRIF Bürgel
- Kurz: Zweitgrößte deutsche Wirtschaftsauskunftei für Unternehmensbonität.
- CRIF Bürgel liefert Bonitätsauskünfte über Unternehmen und Privatpersonen. Die Score-Skala reicht von 1 (sehr gut) bis 700 (sehr schlecht). Vor allem Banken, Versicherer und Mobilfunkanbieter nutzen CRIF-Daten.
- SCHUFA Business
- Kurz: B2B-Variante der SCHUFA für Unternehmensbonität, separat von der privaten SCHUFA.
- SCHUFA Business sammelt Daten zu Unternehmen: Geschäftskredite, Leasingverträge, gewerbliche Mieten, Insolvenzen. Banken prüfen bei größeren Engagements zusätzlich die private SCHUFA des Geschäftsführers.
- Boniversum
- Kurz: Wirtschaftsauskunftei der Creditreform-Gruppe für Verbraucher- und Kleinunternehmensbonität.
- Boniversum ist eine Tochter der Creditreform und auf Verbraucher- sowie Kleinunternehmens-Bonität spezialisiert. Vor allem im Online-Handel und bei Mobilfunkverträgen wird Boniversum für Risikoprüfung genutzt.
- Krediturteil
- Kurz: Qualitative Bewertung eines Unternehmens durch Außendienst-Mitarbeiter der Auskunftei.
- Das Krediturteil ist eine qualitative Einschätzung der wirtschaftlichen Verhältnisse durch Außendienst-Mitarbeiter (z. B. Creditreform). Skala: 1 (ausgezeichnet) bis 6 (massive Bedenken). Geht überproportional in den Bonitätsindex ein.
- DSGVO Art. 15
- Kurz: Recht auf Auskunft über alle gespeicherten personen- und unternehmensbezogenen Daten.
- Art. 15 DSGVO verpflichtet jede Auskunftei, auf Antrag innerhalb von 30 Tagen eine vollständige Datenkopie auszuhändigen. Diese Selbstauskunft ist einmal pro Jahr kostenlos und die Grundlage jeder Score-Verbesserung.
- DSGVO Art. 16
- Kurz: Recht auf Berichtigung unrichtiger oder unvollständiger Daten bei Auskunfteien.
- Art. 16 DSGVO verpflichtet Auskunfteien, falsche oder unvollständige Daten unverzüglich zu berichtigen. Häufige Anwendungsfälle: veralteter Geschäftsführer, falsche Rechtsform, falscher Branchencode (WZ-2008).
- DSGVO Art. 17
- Kurz: Recht auf Löschung von Daten, deren Speicherung nicht mehr zulässig ist.
- Art. 17 DSGVO (Recht auf Vergessenwerden) verpflichtet Auskunfteien zur Löschung erledigter Negativeinträge nach Ablauf der gesetzlichen Speicherfristen. In der Praxis muss die Löschung aktiv beantragt werden — sie erfolgt nicht automatisch.
- WZ-2008-Code
- Kurz: Branchenklassifikation des Statistischen Bundesamtes, die das Branchenrisiko im Score steuert.
- Der WZ-2008-Code (Klassifikation der Wirtschaftszweige 2008) ordnet jedes Unternehmen einer Branche zu. Auskunfteien leiten daraus ein Branchenrisiko ab, das direkt in den Bonitätsindex einfließt. Falsche WZ-Codes sind eine der häufigsten Score-Bremsen.
- Negativmerkmal
- Kurz: Mahnbescheid, Inkassoforderung, Vollstreckung oder Insolvenzeintrag im Datensatz einer Auskunftei.
- Negativmerkmale sind Einträge wie Mahnbescheide, Inkasso, eidesstattliche Versicherungen oder Insolvenzen. Sie verschlechtern den Bonitätsindex überproportional — ein einzelner Mahnbescheid kann –80 bis –120 Punkte bedeuten.
- Bundesanzeiger
- Kurz: Offizielles Veröffentlichungsorgan, in dem GmbHs ihre Jahresabschlüsse offenlegen müssen.
- Nach § 325 HGB sind Kapitalgesellschaften verpflichtet, ihre Jahresabschlüsse innerhalb von 12 Monaten im Bundesanzeiger zu hinterlegen. Auskunfteien beziehen daraus ihre Bilanzkennzahlen — wer nicht offenlegt, bekommt einen automatischen Score-Abschlag.
- Skonto-Effekt
- Kurz: Wirtschaftlicher Vorteil aus besseren Zahlungszielen und Skonto-Konditionen bei guter Bonität.
- Lieferanten gewähren Unternehmen mit guter Bonität Skonto (z. B. 2 % bei Zahlung binnen 10 Tagen) und längere Zahlungsziele. Bei einem KMU mit 800.000 € Wareneinsatz entspricht 2 % Skonto bereits 16.000 € pro Jahr.
- Warenkreditversicherung
- Kurz: Versicherung für Lieferanten gegen Zahlungsausfall, deren Limit von der Bonität abhängt.
- Eine Warenkreditversicherung schützt Lieferanten vor Zahlungsausfällen ihrer Kunden. Versicherer wie Allianz Trade, Atradius oder Coface setzen Limits anhand der Bonitätsscores. Bei schlechter Bonität wird das Limit gekürzt — der Lieferant verlangt dann Vorkasse.
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