Die Eigenkapitalrentabilität (Return on Equity, ROE) misst, was die Gesellschafter auf ihr eingesetztes Kapital verdienen. Sie ist die wichtigste Investoren-Kennzahl — und im Bank-Rating der Frühindikator für nachhaltige Innenfinanzierungskraft.
Die Formel
Eigenkapitalrentabilität = Jahresüberschuss / Eigenkapital × 100
Zielwerte
| ROE | Bewertung |
|---|---|
| > 15 % | sehr gut — Innenfinanzierung + Ausschüttung möglich |
| 8–15 % | solide — Rating-neutral |
| 4–8 % | unterdurchschnittlich |
| < 4 % | unter Fremdkapital-Zinssatz — wirtschaftlich problematisch |
Leverage-Effekt und seine Falle
Sinkt die Eigenkapitalquote, steigt bei konstantem Ergebnis rein mathematisch die ROE — der bekannte Leverage-Effekt. Genau darin liegt die Rating-Falle: ein hoher ROE bei dünnem EK ist kein Qualitätsmerkmal, sondern ein Risiko. Banken zerlegen die ROE deshalb per DuPont-Schema in Umsatzrendite × Kapitalumschlag × Leverage — und prüfen, aus welcher Komponente der Wert stammt.
Zusammenhang mit der Gesamtkapitalrentabilität
Der positive Leverage-Effekt greift nur, solange die Gesamtkapitalrentabilität über dem Fremdkapital-Zins liegt. Kippt das Verhältnis, wirkt zusätzliches Fremdkapital gegen die ROE — die Innenfinanzierung erodiert, das Rating fällt.
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FAQ
Häufige Fragen
- Was ist ein guter ROE-Wert für ein KMU?
- Über 15 % gilt als sehr gut (Innenfinanzierung + Ausschüttung möglich), 8–15 % als solide, unter 4 % als wirtschaftlich problematisch. Die Zielwerte gelten branchenübergreifend.
- Warum wird ROE mit dem DuPont-Schema zerlegt?
- Weil eine hohe ROE aus schwacher EK-Quote (Leverage) kein Qualitätsmerkmal ist. DuPont trennt Umsatzrendite × Kapitalumschlag × Leverage sichtbar und zeigt, ob die Rendite operativ oder finanziell getrieben ist.
- Wann kippt der Leverage-Effekt?
- Sobald die Gesamtkapitalrentabilität (ROA) unter den durchschnittlichen Fremdkapital-Zins fällt — jedes zusätzliche Fremdkapital senkt dann die Eigenkapitalrentabilität. Rating-Fall folgt fast automatisch.
- ROE vs. ROA — welche Kennzahl zählt im Rating mehr?
- Beide. ROA misst die operative Ertragskraft unabhängig von der Finanzierung, ROE die Verzinsung des Eigenkapitals. Bank-Ratings prüfen beides parallel und gewichten je nach Branche.
- Warum ist eine sehr hohe ROE gefährlich?
- Weil sie oft durch dünnes Eigenkapital entsteht (Leverage-Effekt). Ratings bestrafen niedrige EK-Quote härter als sie hohe ROE belohnen — netto verschlechtert sich das Rating.
- Wie hebt man die Eigenkapitalrentabilität nachhaltig?
- Umsatzrendite steigern (Preise, Kostenstruktur), Kapitalumschlag erhöhen (Working Capital senken, nicht-betriebsnotwendige Aktiva veräussern), Leverage moderat halten (EK-Quote 20–30 %).
- Rechnet die Bank die ROE aus meinem Jahresabschluss selbst?
- Ja — jede Hausbank rechnet ROE, ROA, EK-Quote und DSCR automatisch aus dem eingereichten Abschluss. Bonifix bereitet die Kennzahlen mit Erläuterungen so auf, dass Sondereffekte nicht falsch interpretiert werden.
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