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Ratgeber

Creditreform-Eintrag löschen lassen: was rechtlich geht und was nicht

Vier Löschgründe, ihre Voraussetzungen und der Aufbau eines Antrags, der nicht standardmäßig abgelehnt wird.

Bonifix RedaktionFachredaktion FirmenbonitätAktualisiert August 20267 Min Lesezeit
Kurz beantwortet

Löschbar sind Einträge, die unrichtig, unvollständig, erledigt und fristabgelaufen oder ohne Rechtsgrundlage gespeichert sind — Grundlage sind Art. 17 DSGVO und die Prüf- und Löschfristen des § 31 BDSG. Nicht löschbar ist ein berechtigter, aktueller und korrekt gemeldeter Eintrag. Ein bestrittener Anspruch muss zumindest als streitig gekennzeichnet werden; bei titellosen, substantiiert bestrittenen Forderungen ist die Löschung regelmäßig durchsetzbar.

Die vier Löschgründe im Überblick

GrundVoraussetzungNorm
UnrichtigkeitBetrag, Datum, Gläubiger oder Zuordnung stimmen nichtArt. 16, 17 DSGVO
Erledigung und FristablaufForderung ausgeglichen, Speicherfrist abgelaufen§ 31 BDSG, Art. 17 Abs. 1 lit. a DSGVO
Bestrittene ForderungSubstantiiert bestritten, kein Titel, keine AnerkennungArt. 17 DSGVO
Fehlende RechtsgrundlageKeine berechtigten Interessen nach AbwägungArt. 6 Abs. 1 lit. f, Art. 17 DSGVO

Wie ein belastbarer Antrag aufgebaut ist

  1. Eintrag exakt bezeichnen: Gläubiger, Betrag, Datum, Aktenzeichen.
  2. Sachverhalt in wenigen Sätzen, ohne Wertungen.
  3. Beleg beifügen: Zahlungsnachweis, Erledigungsbestätigung, Registerauszug, Schriftwechsel.
  4. Rechtsgrundlage und Frist benennen.
  5. Konkreten Antrag formulieren: Löschung, hilfsweise Kennzeichnung als bestritten.

Anbieter-Vergleich: wer macht was — und wer ist wann besser?

Löschanträge sind Rechtsarbeit — die Datenaufbereitung bleibt davon getrennt.
AnlaufstelleLeistungStärkeGrenze
Fachkanzlei (IT-/Datenschutzrecht)Löschung und Berichtigung einzelner Einträge durchsetzen, notfalls gerichtlichRechtliche Eskalation, einstweiliger Rechtsschutz, Schadensersatz nach Art. 82 DSGVOBearbeitet den Rechtsstreit, nicht die Datenbasis: Bilanz, Branchencode und Zahlungserfahrungen bleiben unangetastet
Rating-Berater / SteuerberaterKennzahlen aufbereiten, Jahresabschluss und BWA an die Auskunftei übermittelnErsetzt Schätzwerte durch echte Zahlen — der stärkste Hebel bei Firmen ohne NegativmerkmalFührt in der Regel keine DSGVO-Verfahren gegen die Auskunftei und prüft keine Registereinträge
Creditreform direkt (Selbstauskunft, Befragung)Eigene Daten einsehen und ergänzenKostenlos nach Art. 15 DSGVO, jederzeit möglichSie prüfen, formulieren und fristenüberwachen selbst; strittige Einträge bleiben strittig
Bonifix (B2B, Done-for-you)Beides in einer Kette: Datenkorrektur nach DSGVO plus Bilanz-, Branchencode-, Banking- und Zahlungsdaten-AufbereitungEin Prozess mit Reihenfolge und Fristenüberwachung über Creditreform und CRIF Bürgel hinwegNur für Unternehmen, keine Privatpersonen; berechtigte und aktuelle Einträge werden nicht gelöscht

Woran Sie unseriöse Anbieter erkennen

Die Warnung vor kommerziellen „Score-Rettern" ist berechtigt. Prüfen Sie jeden Anbieter — auch uns — an diesen fünf Punkten:

  • Löschversprechen für berechtigte Einträge. Ein bestehender, korrekter und noch nicht verjährter Eintrag ist nicht löschbar. Wer das verspricht, verspricht etwas Rechtswidriges.
  • Punktzahl-Garantien. Niemand kann „+80 Punkte" zusagen. Seriös ist höchstens eine binäre Bedingung: verbessert sich der Score gar nicht, gibt es Geld zurück.
  • Privatpersonen-Werbung im B2B-Kontext. Firmen-Scoring und Verbraucher-Scoring sind getrennte Systeme. Bonifix arbeitet ausschließlich für Unternehmen.
  • Keine Norm im Angebot. Wer nicht sagt, auf welcher Grundlage er handelt (Art. 15, 16, 17 DSGVO, § 31 BDSG, § 882e ZPO), arbeitet ohne Verfahren.
  • Keine Nachweiskette. Jede Behauptung gegenüber der Auskunftei braucht einen Beleg — Kontoauszug, Erledigungsbestätigung, Handelsregisterauszug, Jahresabschluss.

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FAQ

Häufige Fragen

Kann ich jeden negativen Eintrag löschen lassen?
Nein. Ein berechtigter, aktueller und korrekt gemeldeter Eintrag bleibt gespeichert. Angreifbar sind Unrichtigkeit, Fristablauf, Erledigung und fehlende Rechtsgrundlage.
Was passiert bei einer bestrittenen Forderung?
Sie ist mindestens als streitig zu kennzeichnen. Bei substantiiertem Bestreiten ohne Titel ist die Löschung regelmäßig durchsetzbar.
Wie lange dauert die Bearbeitung?
Die Antwortfrist beträgt einen Monat; eine begründete Löschung ist unverzüglich umzusetzen.

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