Kontodaten sind der direkteste Nachweis dafür, dass ein Unternehmen zahlungsfähig ist: regelmäßige Zahlungseingänge, eingehaltene Kontokorrentlinien, keine Rücklastschriften. Über eine PSD2-Anbindung lassen sich diese Werte strukturiert auswerten und als verdichtetes Dossier belegen — ohne einzelne Kontoauszüge offenzulegen. Das ergänzt die Bilanz um den laufenden Zeitraum, den kein Jahresabschluss abdeckt. Grundlage der Weitergabe ist Ihre Einwilligung nach Art. 6 Abs. 1 lit. a DSGVO — die Auskunftei erhält Kennzahlen, keine Einzelbuchungen.
Was ein Banking-Nachweis leistet
- Belegt Zahlungsfähigkeit für die Monate nach dem letzten Abschlussstichtag.
- Zeigt Umsatzstabilität über mehrere Konten und Banken hinweg.
- Widerlegt Schätzwerte mit Ist-Zahlen aus dem Zahlungsverkehr.
- Macht saisonale Schwankungen erklärbar statt verdächtig.
Grenzen und Datenschutz
Der Nachweis erfolgt verdichtet: Kennzahlen und Zeiträume, keine vollständigen Umsatzlisten. Interne Risikohinweise oder Bewertungen gehören nicht in einen Schriftsatz an eine Auskunftei. Und ein Banking-Dossier ersetzt keine Bilanz — es ergänzt sie um Aktualität.
Anbieter-Vergleich: wer macht was — und wer ist wann besser?
| Anlaufstelle | Leistung | Stärke | Grenze |
|---|---|---|---|
| Fachkanzlei (IT-/Datenschutzrecht) | Löschung und Berichtigung einzelner Einträge durchsetzen, notfalls gerichtlich | Rechtliche Eskalation, einstweiliger Rechtsschutz, Schadensersatz nach Art. 82 DSGVO | Bearbeitet den Rechtsstreit, nicht die Datenbasis: Bilanz, Branchencode und Zahlungserfahrungen bleiben unangetastet |
| Rating-Berater / Steuerberater | Kennzahlen aufbereiten, Jahresabschluss und BWA an die Auskunftei übermitteln | Ersetzt Schätzwerte durch echte Zahlen — der stärkste Hebel bei Firmen ohne Negativmerkmal | Führt in der Regel keine DSGVO-Verfahren gegen die Auskunftei und prüft keine Registereinträge |
| Creditreform direkt (Selbstauskunft, Befragung) | Eigene Daten einsehen und ergänzen | Kostenlos nach Art. 15 DSGVO, jederzeit möglich | Sie prüfen, formulieren und fristenüberwachen selbst; strittige Einträge bleiben strittig |
| Bonifix (B2B, Done-for-you) | Beides in einer Kette: Datenkorrektur nach DSGVO plus Bilanz-, Branchencode-, Banking- und Zahlungsdaten-Aufbereitung | Ein Prozess mit Reihenfolge und Fristenüberwachung über Creditreform und CRIF Bürgel hinweg | Nur für Unternehmen, keine Privatpersonen; berechtigte und aktuelle Einträge werden nicht gelöscht |
Woran Sie unseriöse Anbieter erkennen
Die Warnung vor kommerziellen „Score-Rettern" ist berechtigt. Prüfen Sie jeden Anbieter — auch uns — an diesen fünf Punkten:
- Löschversprechen für berechtigte Einträge. Ein bestehender, korrekter und noch nicht verjährter Eintrag ist nicht löschbar. Wer das verspricht, verspricht etwas Rechtswidriges.
- Punktzahl-Garantien. Niemand kann „+80 Punkte" zusagen. Seriös ist höchstens eine binäre Bedingung: verbessert sich der Score gar nicht, gibt es Geld zurück.
- Privatpersonen-Werbung im B2B-Kontext. Firmen-Scoring und Verbraucher-Scoring sind getrennte Systeme. Bonifix arbeitet ausschließlich für Unternehmen.
- Keine Norm im Angebot. Wer nicht sagt, auf welcher Grundlage er handelt (Art. 15, 16, 17 DSGVO, § 31 BDSG, § 882e ZPO), arbeitet ohne Verfahren.
- Keine Nachweiskette. Jede Behauptung gegenüber der Auskunftei braucht einen Beleg — Kontoauszug, Erledigungsbestätigung, Handelsregisterauszug, Jahresabschluss.
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FAQ
Häufige Fragen
- Muss ich der Auskunftei Kontoauszüge geben?
- Nein. Sinnvoll ist eine verdichtete Auswertung mit Kennzahlen und Zeiträumen statt vollständiger Umsatzlisten.
- Ersetzt ein Banking-Nachweis die Bilanz?
- Nein. Er ergänzt sie um Aktualität für den Zeitraum nach dem Abschlussstichtag.
- Wie werden die Daten erhoben?
- Über eine PSD2-konforme Kontoanbindung mit Einwilligung des Unternehmens — nicht über Anfragen bei Ihrer Hausbank.
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