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Ratgeber

Creditreform und Datenschutz: Ihre Rechte als Unternehmen nach DSGVO

So schützen Sie Ihre Unternehmensdaten und optimieren Ihre Bonität bei der Creditreform AG

Mike SorceMike SorceGründer & Head of Credit Risk, BonifixAktualisiert August 202610 Min Lesezeit
Inhaltsverzeichnis · 18 Abschnitte
  1. Welche Daten sind für die Creditreform AG relevant und wie werden sie genutzt?
  2. Welche Hebel verbessern Ihren Crefo-Index am effektivsten?
  3. So gehen Sie vor (Schritt-für-Schritt)
  4. Aktuelle Marktzahlen 2025
  5. Praxisfall aus dem deutschen Mittelstand
  6. Regionale Unterschiede in Deutschland
  7. Häufige Fehler und was sie kosten
  8. Kosten, Aufwand, realistischer Zeitrahmen
  9. Vergleich der Alternativen
  10. Wann lohnt sich Eigenregie, wann ein Dienstleister?
  11. Rechtliche Grundlage
  12. Häufige Fragen
  13. Was ist der Crefo-Index und wie wird er berechnet?
  14. Welche Rechte habe ich als Unternehmen gegenüber der Creditreform nach DSGVO?
  15. Wie kann ich meinen Crefo-Index verbessern?
  16. Sind SCHUFA-Daten für die Creditreform relevant?
  17. Wie lange dauert es, bis eine Datenkorrektur bei Creditreform wirkt?
  18. Gibt es regionale Unterschiede bei der Creditreform-Bewertung in Deutschland?

Welche Daten sind für die Creditreform AG relevant und wie werden sie genutzt?

Die Creditreform AG sammelt und verarbeitet eine Vielzahl von Unternehmensdaten, um einen Bonitätsindex zu berechnen. Dieser Index, der sogenannte Crefo-Index, reicht von 100 (beste Bonität) bis 600 (Insolvenz). Die Daten stammen aus unterschiedlichen Quellen und werden zur Einschätzung der Kreditwürdigkeit eines Unternehmens herangezogen. Eine genaue Kenntnis dieser Faktoren ist essenziell, um die eigene Bonität aktiv zu managen.

Zu den primären Datenquellen zählen öffentliche Register wie das Handelsregister und das Bundesanzeiger, aber auch Informationen aus Inkassoverfahren, Gerichtsurteilen sowie freiwillige Angaben der Unternehmen selbst, etwa durch Einreichung von Jahresabschlüssen. Zudem fließen branchen- und regionalbezogene Vergleichsdaten in die Bewertung ein. Die Gewichtung der einzelnen Faktoren ist dabei nicht statisch, sondern variiert je nach Unternehmensform und -größe.

Die Verwertbarkeit dieser Daten ist im Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) und der DSGVO klar geregelt. So ist die Speicherung von Daten nur dann zulässig, wenn diese zur Wahrung berechtigter Interessen der Auskunftei oder Dritter erforderlich ist und keine überwiegenden Interessen des Betroffenen entgegenstehen (§ 31 BDSG). Unternehmen haben hier umfassende Auskunfts- und Korrekturrechte.

FaktorGewichtung (Beispiel)Datenquelle
Zahlungsverhalten35 %Inkasso, Gerichtsurteile, Creditreform-eigene Daten
Jahresabschlüsse/Bilanz25 %Bundesanzeiger, freiwillige Angaben
Branche & Region15 %Wirtschaftsforschung, Statistisches Bundesamt
Unternehmenshistorie10 %Handelsregister, Insolvenzbekanntmachungen
Gesellschafter/Geschäftsführer5 %Handelsregister, SCHUFA-Daten (für Einzelunternehmen)

Welche Hebel verbessern Ihren Crefo-Index am effektivsten?

Die effektivsten Hebel zur Verbesserung des Crefo-Index liegen in der aktiven Datenpflege und der Nutzung Ihrer Datenschutzrechte. Oftmals basieren schlechte Bewertungen auf veralteten, unvollständigen oder schlicht falschen Datensätzen. Eine systematische Prüfung und Korrektur dieser Informationen kann zu einer signifikanten Verbesserung führen und die Wahrnehmung Ihres Unternehmens am Markt positiv verändern.

Besonders wirksam sind die fristgerechte Einreichung aktueller Jahresabschlüsse, die transparente Kommunikation bei Negativmerkmalen sowie die Korrektur unzutreffender Branchencodes. Laut Art. 17 DSGVO haben Sie ein Recht auf Löschung unzulässiger Daten, was oft der schnellste Weg ist, den Index zu verbessern. Das aktive Einholen einer Selbstauskunft nach Art. 15 DSGVO ist dabei der erste Schritt, um die Datenlage zu prüfen.

Ein weiterer wichtiger Hebel ist die proaktive Kommunikation mit der Creditreform bei anstehenden Veränderungen im Unternehmen, beispielsweise bei Änderungen in der Geschäftsführung oder bei Kapitalerhöhungen. Diese Informationen werden oft nicht zeitnah aus öffentlichen Registern übernommen und können, wenn sie rechtzeitig mitgeteilt werden, eine negative Entwicklung des Scores verhindern oder abmildern.

HebelWirkung auf den ScoreAufwandDauer
Datenkorrektur nach Art. 17 DSGVOHochMittel2–4 Wochen
Aktualisierung JahresabschlussHochGering1–2 Wochen
Klärung NegativmerkmaleMittel bis HochHoch4–12 Wochen
Branchencode-BereinigungMittelGering1–3 Wochen
Kontakt mit CreditreformMittelGeringLaufend

So gehen Sie vor (Schritt-für-Schritt)

Die Verbesserung Ihres Creditreform-Bonitätsindex durch gezieltes Datenschutzmanagement erfordert ein strukturiertes Vorgehen. Dies beginnt mit der Transparenz über die bei der Auskunftei gespeicherten Daten und führt über deren Prüfung und gegebenenfalls Korrektur zu einem optimierten Score. Eine planvolle Herangehensweise sichert dabei die Effektivität Ihrer Maßnahmen und die Einhaltung rechtlicher Fristen.

Nutzen Sie die Ihnen zustehenden Rechte aus der DSGVO und dem BDSG konsequent. Jede Aktion sollte gut dokumentiert werden, um im Zweifel Nachweise erbringen zu können. Die Zusammenarbeit mit Experten kann hier den Prozess beschleunigen und die Erfolgsaussichten deutlich erhöhen.

Aktuelle Marktzahlen 2025

Die Bedeutung von Unternehmensbonität hat in einem volatilen Wirtschaftsumfeld weiter zugenommen. Laut dem Creditreform Wirtschaftsindikator Q1/2025 verzeichneten 18,5 % der deutschen Unternehmen im letzten Quartal eine Verschlechterung ihrer Bonität, während sich nur 12,3 % verbessern konnten. Diese Entwicklung unterstreicht die Notwendigkeit für KMU, ihre Bonität aktiv zu steuern.

Besonders betroffen sind Branchen wie das Baugewerbe und der Einzelhandel, wo Zahlungsverzögerungen und Insolvenzen häufiger auftreten. Die Anzahl der Unternehmensinsolvenzen stieg im ersten Quartal 2025 um 15 % im Vergleich zum Vorjahr, so das Statistische Bundesamt (Destatis 2025). Diese makroökonomischen Trends beeinflussen auch die Bonitätsbewertung einzelner Unternehmen, da Branchenrisiken in den Score einfließen.

Eine Analyse der KfW (KfW-Mittelstandspanel 2024) zeigt, dass 45 % der KMU in den letzten zwölf Monaten Schwierigkeiten bei der Kreditvergabe hatten, primär aufgrund unzureichender Bonitätsratings. Dies führt zu höheren Zinsen oder der Ablehnung von Finanzierungsanfragen, was die Investitionsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigt.

Praxisfall aus dem deutschen Mittelstand

Eine mittelständische Maschinenbaufirma aus Baden-Württemberg mit 70 Mitarbeitern stand bei der Creditreform AG auf einem Bonitätsindex von 320. Die Ursache war ein einziger, unberechtigter Mahnbescheid aus einem Rechtsstreit, der bereits zugunsten des Maschinenbauers entschieden worden war, dessen Löschung aber nicht bei der Auskunftei beantragt wurde. Dies führte zu einer Ablehnung eines größeren Leasingvertrags für neue Produktionsanlagen.

Das Unternehmen beauftragte daraufhin einen Dienstleister, der zunächst eine detaillierte Datenkopie bei der Creditreform AG anforderte. Nach Prüfung der Daten wurde der unberechtigte Eintrag identifiziert und mit dem entsprechenden Gerichtsurteil ein Antrag auf Löschung nach Art. 17 DSGVO gestellt. Parallel dazu wurden die aktuellen Jahresabschlüsse proaktiv eingereicht und ein Gespräch mit der regionalen Creditreform-Geschäftsstelle gesucht.

Innerhalb von sechs Wochen sank der Bonitätsindex von 320 auf 245. Diese Verbesserung ermöglichte nicht nur den Abschluss des Leasingvertrags zu deutlich besseren Konditionen, sondern senkte auch die Einkaufskosten für Material durch verbesserte Lieferantenkonditionen um jährlich etwa 18.000 €. Der Fall zeigt exemplarisch, wie ein einzelner Datensatz die Bonität erheblich beeinflussen kann und wie wichtig eine proaktive Datenpflege ist.

Regionale Unterschiede in Deutschland

Die Creditreform AG operiert bundesweit, jedoch können regionale Besonderheiten und die Dichte der Niederlassungen Einfluss auf die Datenlage nehmen. In wirtschaftlich starken Bundesländern wie Bayern oder Baden-Württemberg ist die Datendichte oft höher, was präzisere Bewertungen ermöglicht. Hier gibt es eine engere Vernetzung zwischen lokalen Unternehmen und den Creditreform-Geschäftsstellen, was bei proaktiver Kommunikation Vorteile bringen kann.

In strukturschwächeren Regionen oder Bundesländern wie Mecklenburg-Vorpommern oder Sachsen-Anhalt, wo die Unternehmensdichte geringer ist, können einzelne negative Ereignisse oder das Fehlen aktueller Daten einen überproportionalen Einfluss auf den Bonitätsindex haben. Auch die lokale Wirtschaftsdynamik, die durch IHKs oder regionale Verbände wie die IHK Köln im NRW-Gebiet erfasst wird, kann in die Bewertung einfließen.

Ein weiterer Aspekt sind die unterschiedlichen Gerichtsstrukturen und deren Bearbeitungszeiten bei Mahnverfahren oder Insolvenzen, die indirekt die Aktualität der bei der Creditreform AG gespeicherten Negativmerkmale beeinflussen können. Eine bundesweite Einheitlichkeit im Datenaustausch wird zwar angestrebt, regionale Nuancen bleiben jedoch bestehen und sollten von Unternehmen berücksichtigt werden.

Häufige Fehler und was sie kosten

Ein häufiger Fehler von Unternehmen ist die Annahme, dass die Creditreform AG automatisch alle relevanten Daten korrekt und aktuell erfasst. Das Gegenteil ist oft der Fall: Verpasste Aktualisierungen oder nicht korrigierte Falscheinträge können erhebliche finanzielle Folgen haben. Ein nicht eingereichter Jahresabschluss oder ein unklarer Branchencode kann den Bonitätsindex um 20 bis 50 Punkte verschlechtern.

Konkret können sich diese Punkteverschlechterungen in höheren Finanzierungskosten niederschlagen. Beispielsweise bedeuten 0,5 % höhere Zinskonditionen bei einem Darlehen von 500.000 € über eine Laufzeit von fünf Jahren Mehrkosten von 12.500 €. Wird eine Kreditlinie aufgrund eines schlechten Scores komplett verwehrt, können wichtige Investitionen nicht getätigt werden, was die Wettbewerbsfähigkeit direkt beeinträchtigt.

Ein weiterer teurer Fehler ist das Ignorieren von Inkasso-Anfragen oder Mahnbescheiden, selbst wenn diese unberechtigt erscheinen. Jeder solcher Vorgang kann zu einem Negativeintrag führen, der die Bonität belastet. Die Nichtnutzung des Widerspruchsrechts oder die verspätete Klärung solcher Sachverhalte kann dazu führen, dass ein solcher Eintrag über Jahre bestehen bleibt und die Geschäftsmöglichkeiten einschränkt.

Kosten, Aufwand, realistischer Zeitrahmen

Die Optimierung des Creditreform-Bonitätsindex ist eine Investition, deren Kosten und Aufwand stark von der gewählten Herangehensweise abhängen. Unternehmen können versuchen, die Datenpflege und Korrektur in Eigenregie durchzuführen, was primär Arbeitszeit bindet. Alternativ kann ein spezialisierter Dienstleister beauftragt werden, der den Prozess beschleunigt und eine höhere Erfolgsquote erzielt.

In Eigenregie können die Kosten minimal sein, allerdings ist der interne Zeitaufwand für die Recherche, Kommunikation und das juristische Prozedere oft hoch. Ein realistischer Zeitrahmen für erste Erfolge liegt hier bei mehreren Wochen bis Monaten. Die Erfolgswahrscheinlichkeit ist von der Expertise der internen Mitarbeiter abhängig.

Ein Dienstleister wie Bonifix bietet spezialisiertes Fachwissen und etablierte Prozesse. Für die „Done-for-you“-Betreuung, bei der alle Schritte übernommen werden, liegen die Kosten in der Regel im mittleren vierstelligen Bereich. Die Dauer bis zu einer spürbaren Index-Verbesserung beträgt hier oft nur 4 bis 8 Wochen, mit einer hohen Erfolgswahrscheinlichkeit, da die Experten die komplexen rechtlichen und prozeduralen Anforderungen kennen. Das DIY-Toolkit für 449 € ist eine Zwischenlösung für Unternehmen, die den Prozess selbst steuern wollen, aber professionelle Vorlagen benötigen.

OptionKosten (ca.)Dauer (bis Erfolg)Erfolgswahrscheinlichkeit
Eigenregie< 100 € (für Porto/Büro)2–6 MonateMittel
DIY-Toolkit (Bonifix)449 € einmalig1–3 MonateHoch
Done-for-you (Bonifix)Mittlerer 4-stelliger Bereich4–8 WochenSehr hoch

Vergleich der Alternativen

Die Wahl der richtigen Strategie zur Bonitätsoptimierung hängt von den internen Ressourcen, dem Dringlichkeitsgrad und der Komplexität der Datenlage ab. Es gibt verschiedene Wege, sich den Herausforderungen des Datenschutzes im Kontext der Creditreform AG zu stellen, die jeweils unterschiedliche Vor- und Nachteile mit sich bringen. Eine pauschale Empfehlung ist selten zielführend, stattdessen sollte eine fundierte Entscheidung auf Basis der unternehmensspezifischen Situation getroffen werden.

Neben der direkten Zusammenarbeit mit Creditreform oder der Beauftragung von Dienstleistern existieren auch unabhängige Beratungsangebote, die Unternehmen unterstützen können, ihre Daten zu analysieren und strategische Maßnahmen zu entwickeln. Wesentlich ist jedoch, dass das Unternehmen selbst aktiv wird, da die Auskunftei keine automatische Bereinigung oder Optimierung unaufgefordert vornimmt.

Wann lohnt sich Eigenregie, wann ein Dienstleister?

Eigenregie lohnt sich, wenn Ihr Unternehmen über ausreichend interne juristische oder datenschutzrechtliche Expertise verfügt und die Datenlage bei der Creditreform AG überschaubar ist, beispielsweise bei einzelnen, klar identifizierbaren Falscheinträgen. Der Zeitaufwand sollte nicht unterschätzt werden; das Anfordern von Auskünften, das Formulieren von Widersprüchen nach Art. 17 DSGVO und die Nachverfolgung erfordern Ressourcen. Für Selbstmacher bietet das Bonifix DIY-Toolkit eine gute Grundlage, um strukturiert vorzugehen und rechtssichere Vorlagen zu nutzen.

Ein spezialisierter Dienstleister wie Bonifix ist die effizientere Wahl, wenn die Datenlage komplex ist, mehrere Auskunfteien betroffen sind, oder wenn schnelle und nachweisbare Ergebnisse erzielt werden müssen, beispielsweise vor wichtigen Finanzierungsrunden. Dienstleister verfügen über Erfahrung im Umgang mit den Auskunfteien und können den Prozess der Datenprüfung, Korrektur und Löschung gemäß den rechtlichen Vorgaben beschleunigen. Sie übernehmen die Kommunikation und das Einlegen von Widersprüchen, was für viele KMU eine erhebliche Entlastung darstellt und durchschnittlich zu einer Verbesserung von −127 Indexpunkten in 4–8 Wochen führen kann.

Um den optimalen Weg für Ihr Unternehmen zu finden, starten Sie am besten mit einem kostenlosen Bonitäts-Check auf boni-fix.de/tools/bonitaets-check. Dieser gibt Ihnen innerhalb von 60 Sekunden eine erste Einschätzung und zeigt erste Hebel auf. Wenn Sie feststellen, dass der Aufwand in Eigenregie zu hoch ist oder die benötigte Expertise fehlt, können Sie eine kostenlose Erstanalyse bei Bonifix anfragen, die Ihnen einen konkreten Maßnahmenplan und transparente Kosten aufzeigt.

Rechtliche Grundlage

Die Verarbeitung von Unternehmensdaten durch Wirtschaftsauskunfteien wie die Creditreform AG ist in Deutschland streng reguliert. Die wesentlichen Rechtsgrundlagen bilden die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union und das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG). Art. 15 DSGVO gewährt Ihnen als betroffene Person das Recht auf Auskunft über die zu Ihrer Person gespeicherten Daten. Dieses Recht gilt explizit auch für Unternehmen, soweit personenbezogene Daten wie die von Geschäftsführern oder Inhabern betroffen sind.

Art. 16 DSGVO regelt das Recht auf Berichtigung unzutreffender Daten, während Art. 17 DSGVO das Recht auf Löschung („Recht auf Vergessenwerden“) umfasst. Letzteres ist besonders relevant, wenn Daten unrechtmäßig gespeichert wurden oder ihre Speicherung nicht mehr erforderlich ist. Ergänzend dazu präzisiert § 31 BDSG die Zulässigkeit der Verarbeitung von Daten zur Bewertung der Kreditwürdigkeit, wobei die Interessen des Betroffenen gegen die berechtigten Interessen der Auskunftei abgewogen werden müssen.

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat in mehreren Urteilen, beispielsweise BGH, Urteil vom 28.01.2014 – VI ZR 156/13, die Rechte von Betroffenen gegenüber Auskunfteien gestärkt und klargestellt, unter welchen Voraussetzungen die Speicherung und Weitergabe von Daten zulässig ist. Diese Informationen ersetzen keine Rechtsberatung, verdeutlichen aber die fundierte juristische Basis, auf der Unternehmen ihre Rechte geltend machen können.

Häufige Fragen

Was ist der Crefo-Index und wie wird er berechnet?

Der Crefo-Index ist ein Bonitätsindex der Creditreform AG, der die Kreditwürdig eines Unternehmens von 100 (beste Bonität) bis 600 (Insolvenz) bewertet. Er wird aus öffentlichen Registern (z.B. Handelsregister), Inkassoverfahren, Gerichtsurteilen und freiwilligen Unternehmensangaben berechnet, wobei Zahlungsverhalten und Jahresabschlüsse mit 35% bzw. 25% am stärksten gewichtet werden.

Welche Rechte habe ich als Unternehmen gegenüber der Creditreform nach DSGVO?

Unternehmen haben nach der DSGVO umfassende Rechte gegenüber der Creditreform. Gemäß Art. 15 DSGVO besteht ein Auskunftsrecht über gespeicherte Daten, nach Art. 16 ein Recht auf Berichtigung falscher Daten und nach Art. 17 ein Recht auf Löschung unzulässiger oder veralteter Daten. Zudem kann der Datenverarbeitung unter bestimmten Umständen widersprochen werden.

Wie kann ich meinen Crefo-Index verbessern?

Zur Verbesserung des Crefo-Index sollten Unternehmen aktiv ihre Datenschutzrechte nutzen, indem sie Selbstauskünfte einholen und unzutreffende Daten nach Art. 17 DSGVO löschen lassen. Wichtig sind auch die fristgerechte Einreichung aktueller Jahresabschlüsse und die proaktive Kommunikation von Unternehmensänderungen an die Creditreform, um eine positive Bewertung zu fördern.

Sind SCHUFA-Daten für die Creditreform relevant?

Ja, SCHUFA-Daten können für die Creditreform relevant sein, insbesondere im Kontext von Einzelunternehmen oder bei der Bewertung von Gesellschaftern und Geschäftsführern natürlicher Personen. Diese Daten fließen mit etwa 5% in die Gesamtgewichtung des Crefo-Index ein und werden aus dem Handelsregister oder anderen öffentlichen Quellen bezogen.

Wie lange dauert es, bis eine Datenkorrektur bei Creditreform wirkt?

Eine Datenkorrektur nach Art. 17 DSGVO kann in der Regel 2 bis 4 Wochen dauern, bis sie sich im Crefo-Index widerspiegelt. Die Aktualisierung des Jahresabschlusses ist oft schneller (1-2 Wochen). Bei komplexeren Klärungen von Negativmerkmalen kann es bis zu 12 Wochen dauern.

Gibt es regionale Unterschiede bei der Creditreform-Bewertung in Deutschland?

Ja, regionale Unterschiede können die Bewertung beeinflussen. In wirtschaftlich starken Regionen mit hoher Unternehmensdichte ist die Datengrundlage oft umfassender, während in strukturschwächeren Gebieten einzelne Ereignisse einen stärkeren Einfluss haben können. Auch die Bearbeitungszeiten bei Gerichten variieren und wirken sich indirekt aus.

  1. Selbstauskunft anfordern

    Fordern Sie gemäß Art. 15 DSGVO eine vollständige Datenkopie bei der Creditreform AG an, um alle über Ihr Unternehmen gespeicherten Informationen zu erhalten. Dies ist der erste Schritt zur Transparenz.

  2. Daten prüfen

    Analysieren Sie die erhaltenen Daten sorgfältig auf Fehler, Veralterung oder unvollständige Einträge. Achten Sie insbesondere auf Negativmerkmale, Branchencodes und die Aktualität der Jahresabschlüsse.

  3. Korrektur/Löschung beantragen

    Formulieren Sie einen schriftlichen Antrag auf Berichtigung (Art. 16 DSGVO) oder Löschung (Art. 17 DSGVO) für unzutreffende oder unzulässige Daten. Fügen Sie Belege bei, die Ihre Forderung untermauern.

  4. Jahresabschlüsse einreichen

    Stellen Sie sicher, dass Ihre aktuellen Jahresabschlüsse bei der Creditreform AG hinterlegt sind. Proaktives Einreichen verbessert die Datenlage und damit oft auch den Score.

  5. Kommunikation und Follow-up

    Halten Sie die Kommunikation mit der Creditreform AG aufrecht. Prüfen Sie nach einigen Wochen, ob die Korrekturen umgesetzt wurden und fordern Sie gegebenenfalls eine erneute Selbstauskunft an.

  6. Bonitäts-Check wiederholen

    Nutzen Sie den kostenlosen Bonitäts-Check von Bonifix (boni-fix.de/tools/bonitaets-check), um die Wirkung Ihrer Maßnahmen zu evaluieren und weitere Optimierungspotenziale zu identifizieren.

Vergleich der Alternativen

OptionKosten (ca.)Benötigte ExpertiseGeschwindigkeitErfolgssicherheit
EigenregieGering (Arbeitszeit)Hoch (Recht & Auskunftei)MittelMittel
DIY-Toolkit (Bonifix)449 € einmaligMittel (Vorlage & Anleitung)HochHoch
Done-for-you (Bonifix)Mittlerer 4-stelliger BereichGering (Experten übernehmen)Sehr hochSehr hoch

Regionale Hinweise Deutschland

  • In Nordrhein-Westfalen (NRW) ist die Dichte an Creditreform-Niederlassungen hoch, was eine persönlichere Kommunikation bei lokalen Problemen erleichtern kann.
  • Bayern verzeichnet traditionell eine geringere Insolvenzquote (Destatis 2024), was sich positiv auf Branchen- und Regionalscores auswirken kann.
  • Die IHK-Strukturen in Bundesländern wie Hamburg oder Berlin bieten oft erste Anlaufstellen für KMU bei Fragen zur Bonität und können bei der Vermittlung an Experten helfen.
  • In Ostdeutschland, insbesondere Sachsen oder Thüringen, können spezifische Förderprogramme und deren Einfluss auf die Unternehmensfinanzierung bei der Bonitätsanalyse berücksichtigt werden.
  • Die regionalen Unterschiede in der Geschwindigkeit der Gerichtsverfahren beeinflussen, wann Negativmerkmale aus öffentlichen Registern bei der Creditreform AG sichtbar werden und entsprechend gelöscht werden können.

Glossar

Begriffe kurz erklärt

Crefo-Index
Ein von der Creditreform AG berechneter Bonitätsindex, der die Kreditwürdigkeit eines Unternehmens auf einer Skala von 100 (sehr gut) bis 600 (Insolvenz) abbildet.
DSGVO (Datenschutz-Grundverordnung)
Eine Verordnung der Europäischen Union, die den Schutz personenbezogener Daten innerhalb der EU regelt und Unternehmen umfassende Rechte im Umgang mit Datenverarbeitern wie Auskunfteien einräumt.
BDSG (Bundesdatenschutzgesetz)
Das nationale deutsche Gesetz zum Datenschutz, das die Bestimmungen der DSGVO konkretisiert und ergänzt, insbesondere in Bezug auf die Verarbeitung von Daten zur Kreditwürdigkeit.
Selbstauskunft (Art. 15 DSGVO)
Das Recht einer Person oder eines Unternehmens, von einer Auskunftei Informationen über alle zu ihr gespeicherten Daten zu erhalten.
Recht auf Berichtigung (Art. 16 DSGVO)
Das Recht, die Berichtigung unrichtiger oder unvollständiger personenbezogener Daten zu verlangen.
Recht auf Löschung (Art. 17 DSGVO)
Auch bekannt als „Recht auf Vergessenwerden“, ermöglicht es, die Löschung von Daten zu verlangen, wenn bestimmte Gründe vorliegen, z.B. wenn die Daten unrechtmäßig verarbeitet wurden.

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FAQ

Häufige Fragen

Was ist der Crefo-Index und wie wird er berechnet?
Der Crefo-Index ist ein Bonitätswert der Creditreform AG, der die Kreditwürdigkeit von Unternehmen angibt. Er wird auf Basis einer Vielzahl von Datenpunkten wie Zahlungsverhalten, Jahresabschlüssen und Brancheninformationen berechnet und reicht von 100 (sehr gut) bis 600 (insolvent).
Wie kann ich eine Selbstauskunft bei der Creditreform AG beantragen?
Sie können eine kostenlose Selbstauskunft gemäß Art. 15 DSGVO direkt über die Website der Creditreform AG anfordern. Füllen Sie das entsprechende Formular aus und fügen Sie zur Identifikation einen Handelsregisterauszug oder Gewerbenachweis bei.
Welche Daten darf die Creditreform AG über mein Unternehmen speichern?
Die Creditreform AG darf Daten speichern, die zur Bewertung der Kreditwürdigkeit erforderlich sind, sofern keine überwiegenden Interessen des Unternehmens entgegenstehen (§ 31 BDSG). Dazu gehören öffentliche Registerdaten, Zahlungserfahrungen und Bilanzdaten.
Was mache ich, wenn meine Daten bei Creditreform fehlerhaft sind?
Bei fehlerhaften Daten haben Sie das Recht auf Berichtigung nach Art. 16 DSGVO. Reichen Sie schriftlich einen begründeten Antrag mit entsprechenden Belegen bei der Creditreform AG ein und fordern Sie die Korrektur der unzutreffenden Informationen.
Kann ich die Löschung von Daten bei der Creditreform AG verlangen?
Ja, Sie können die Löschung von Daten nach Art. 17 DSGVO verlangen, wenn diese unzulässig gespeichert wurden, veraltet sind oder ihre Speicherung nicht mehr notwendig ist. Dies gilt insbesondere für erledigte Negativmerkmale nach Ablauf der Regelfristen.
Wie lange speichert die Creditreform AG Negativmerkmale?
Die Speicherdauer von Negativmerkmalen bei der Creditreform AG ist nach § 34 BDSG und internen Richtlinien begrenzt. Beispielsweise werden Informationen über erledigte Forderungen in der Regel nach drei Jahren gelöscht, wobei Unternehmen selbst aktiv werden müssen, um eine Löschung zu erwirken.
Welche Rolle spielt die DSGVO für meine Bonität bei Creditreform?
Die DSGVO stärkt Ihre Rechte als Unternehmen im Umgang mit Auskunfteien. Sie gibt Ihnen die rechtliche Grundlage, Auskunft über gespeicherte Daten zu erhalten, deren Korrektur zu verlangen und unzulässige Einträge löschen zu lassen, was direkt Ihre Bonität beeinflussen kann.

Behandelte Themen

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