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Ratgeber

Creditreform Negativeintrag löschen: Rechtliche Hebel und Praxisleitfaden für KMU

Fehlerhafte oder veraltete Creditreform-Einträge können Ihre Bonität massiv beeinträchtigen. Erfahren Sie, welche rechtlichen Grundlagen und konkreten Schritte Ihnen zur Löschung zustehen und wie Sie Ihre Firmenbonität schützen.

Mike SorceMike SorceGründer & Head of Credit Risk, BonifixAktualisiert August 202612 Min Lesezeit
Inhaltsverzeichnis · 18 Abschnitte
  1. Welche Faktoren führen am häufigsten zu einem negativen Creditreform-Eintrag?
  2. Welche Rechtshebel sind für die Löschung eines Eintrags am effektivsten?
  3. So gehen Sie vor (Schritt-für-Schritt)
  4. Aktuelle Marktzahlen 2024
  5. Praxisfall aus dem deutschen Mittelstand
  6. Regionale Unterschiede in Deutschland
  7. Häufige Fehler und was sie kosten
  8. Kosten, Aufwand, realistischer Zeitrahmen
  9. Vergleich der Alternativen
  10. Wann lohnt sich Eigenregie, wann ein Dienstleister?
  11. Rechtliche Grundlage
  12. Häufige Fragen
  13. Was ist der Bonitätsindex von Creditreform?
  14. Wie lange bleiben negative Einträge bei Creditreform gespeichert?
  15. Kann ein bereits beglichener Inkasso-Eintrag gelöscht werden?
  16. Welche Kosten fallen bei der Löschung eines Creditreform-Eintrags an?
  17. Wie kann die IHK bei der Bonitätsverbesserung helfen?
  18. Welche Rolle spielt die DSGVO bei der Löschung von Creditreform-Einträgen?

Welche Faktoren führen am häufigsten zu einem negativen Creditreform-Eintrag?

Negative Creditreform-Einträge resultieren primär aus Zahlungsstörungen, nicht beglichenen Forderungen oder fehlenden, beziehungsweise unvollständigen Unternehmensinformationen. Ein zentraler Faktor ist der Verzug bei fälligen Zahlungen, der zu Inkassoverfahren oder gerichtlichen Mahnbescheiden führt. Auch eine unzureichende Datenbasis bei Creditreform selbst, etwa fehlende Jahresabschlüsse, kann den Bonitätsindex ungerechtfertigt verschlechtern.

Ein weiterer häufiger Grund sind fehlerhafte oder veraltete Daten, die Creditreform von Dritten übermittelt wurden oder nicht aktualisiert wurden. Dies können beispielsweise fälschlicherweise zugeschriebene Forderungen, veraltete Branchencodes oder unkorrekte Unternehmensrechtsformen sein. Die Aktualität und Richtigkeit der gespeicherten Informationen ist für die Berechnung des Bonitätsindexes entscheidend und bildet die Grundlage für eine Löschung oder Korrektur nach Art. 17 DSGVO.

FaktorGewichtung (geschätzt)DatenquelleAuswirkungen auf Bonitätsindex
Zahlungsstörungen (b2b)30-40 %Inkassodaten, Gerichte, GläubigerStark negativ (50-200 Punkte)
Fehlender Jahresabschluss20-25 %UnternehmensregisterNegativ (30-80 Punkte)
Veraltete/Falsche Branchencodes10-15 %Amtsgerichte, IHK, HandelsregisterModerat negativ (20-50 Punkte)
Gerichtsdaten (z.B. Mahnbescheid)20-30 %Gerichte, SchuldnerverzeichnisseStark negativ (80-250 Punkte)

Welche Rechtshebel sind für die Löschung eines Eintrags am effektivsten?

Die effektivsten Rechtshebel zur Löschung eines negativen Creditreform-Eintrags sind das Auskunftsrecht nach Art. 15 DSGVO und das Recht auf Berichtigung oder Löschung nach Art. 16 und 17 DSGVO. Mit einer umfassenden Datenauskunft können Sie alle über Ihr Unternehmen gespeicherten Informationen einsehen und anschließend unrichtige oder unzulässige Einträge identifizieren. Fehlerhafte oder veraltete Daten müssen von Creditreform korrigiert oder gelöscht werden.

Ebenso relevant ist § 31 BDSG, der die Zulässigkeit der Datenverarbeitung für Zwecke des Gläubigerschutzes regelt. Daten, die die Bonität beeinträchtigen, dürfen nur unter engen Voraussetzungen gespeichert werden, insbesondere wenn die Forderung unbestritten oder tituliert ist. Wenn diese Voraussetzungen nicht erfüllt sind, besteht ein Löschungsanspruch. Ein häufiges Szenario ist die Löschung von erledigten Forderungen, die noch als "offen" gelistet sind, obwohl die Zahlung erfolgt ist.

So gehen Sie vor (Schritt-für-Schritt)

Ein systematisches Vorgehen ist entscheidend, um negative Creditreform-Einträge erfolgreich zu entfernen und Ihre Firmenbonität zu verbessern. Der erste Schritt ist immer die Informationsbeschaffung, gefolgt von einer präzisen Analyse und der zielgerichteten Kommunikation mit allen beteiligten Parteien. Dies erfordert Sorgfalt und Kenntnis der rechtlichen Rahmenbedingungen, um Argumente stichhaltig vorbringen zu können.

Oftmals scheitern Löschungsversuche an unvollständigen Unterlagen oder einer nicht fristgerechten Reaktion. Daher ist es ratsam, jeden Schritt sorgfältig zu dokumentieren und alle relevanten Korrespondenzen und Belege sicher aufzubewahren. Die genauen Schritte zur Löschung sind im How-to-Bereich detailliert beschrieben.

Aktuelle Marktzahlen 2024

Die Bonität deutscher Unternehmen bleibt ein kritischer Faktor für den Zugang zu Finanzierungen. Laut dem Creditreform Wirtschaftsindikator Q1/2024 waren im vierten Quartal 2023 rund 2,7 % aller Unternehmen in Deutschland von einer schlechten Bonität betroffen, was einer Verschlechterung gegenüber dem Vorquartal entspricht (Creditreform, 2024). Mittelständische Unternehmen verzeichnen dabei tendenziell stabilere Bonitätswerte als Kleinstunternehmen, sind aber ebenso von negativen Einträgen betroffen.

Die Anzahl der Unternehmensinsolvenzen ist im ersten Halbjahr 2024 um 27,2 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gestiegen (Statistisches Bundesamt, 2024), was den Druck auf die Bonitätsbewertungen erhöht. Insbesondere der Bau- und Handelssektor sind davon überdurchschnittlich betroffen. Diese Entwicklungen unterstreichen die Notwendigkeit für KMU, ihre Bonität aktiv zu managen und negative Einträge konsequent zu bereinigen.

Praxisfall aus dem deutschen Mittelstand

Eine Hamburger Maschinenbau-GmbH mit 45 Mitarbeitern stand bei Creditreform mit einem Bonitätsindex von 312, was zu erheblich schlechteren Leasingkonditionen für einen neuen Maschinenpark führte. Nach einer ersten Bonitätsprüfung stellte sich heraus, dass ein alter, bereits beglichener Inkasso-Eintrag aus dem Jahr 2020 sowie ein falsch hinterlegter Branchencode für den schlechten Score verantwortlich waren. Mit Unterstützung von Bonifix wurde zunächst eine umfassende Datenauskunft nach Art. 15 DSGVO eingeholt, um alle relevanten Datenpunkte zu identifizieren. Anschließend erfolgte eine gezielte Korrespondenz mit Creditreform, gestützt auf Art. 17 DSGVO, zur Löschung des veralteten Inkasso-Eintrags und zur Berichtigung des Branchencodes. Innerhalb von sechs Wochen verbesserte sich der Bonitätsindex auf 195, wodurch das Unternehmen in der Lage war, Leasingkonditionen mit einem Effektivzins von 4,8 % statt der zuvor angebotenen 7,1 % zu sichern, was über die Leasinglaufzeit von fünf Jahren eine Ersparnis von rund 23.000 € bedeutete.

Regionale Unterschiede in Deutschland

Obwohl die Creditreform-Systematik bundesweit standardisiert ist, können regionale Gegebenheiten die Häufigkeit und Art negativer Einträge beeinflussen. In wirtschaftsstarken Regionen wie Bayern oder Baden-Württemberg sind Unternehmen tendenziell bonitätsstärker, wodurch ein negativer Eintrag dort oft stärker ins Gewicht fällt und als Ausreißer wahrgenommen wird. Im Gegensatz dazu können in strukturschwachen Regionen höhere Ausfallquoten zu einer gewissen Abstumpfung der lokalen Kreditgeber führen, aber gleichzeitig die Sensibilität der Auskunfteien für selbst kleinere Auffälligkeiten erhöhen.

Die IHKs spielen regional eine wichtige Rolle bei der Datenlieferung und -pflege, insbesondere bei der Aktualität von Branchencodes oder Handelsregistereinträgen. Eine enge Zusammenarbeit mit der zuständigen IHK, beispielsweise in Nordrhein-Westfalen oder Sachsen, kann bei der Aktualisierung von Unternehmensdaten helfen, die wiederum in die Bonitätsbewertung von Creditreform einfließen. Zudem können lokale Gerichtsbarkeiten und deren Effizienz bei der Bearbeitung von Mahnverfahren die Geschwindigkeit beeinflussen, mit der neue negative Einträge entstehen oder bereinigt werden können.

Häufige Fehler und was sie kosten

Ein gravierender Fehler ist das Ignorieren eines negativen Eintrags oder die Annahme, er würde sich automatisch bereinigen. Verzögerungen bei der Löschung fehlerhafter Einträge können direkte finanzielle Konsequenzen haben. Bei einem Darlehen von 500.000 € und einem um 0,5 % höheren Zinsaufschlag aufgrund eines schlechten Bonitätsscores entstehen in fünf Jahren Mehrkosten von 12.500 €. Wird eine notwendige Finanzierung ganz verwehrt, sind die Opportunitätskosten für Wachstum und Investitionen weitaus höher.

Ein weiterer häufiger Fehler ist das unkoordinierte oder unzureichend dokumentierte Vorgehen bei der Kommunikation mit Creditreform. Ohne klare Beweise oder die korrekte Berufung auf die einschlägigen Datenschutzrechte (Art. 15, 17 DSGVO) bleiben viele Anfragen unbeantwortet oder werden abgelehnt. Dies verlängert den Prozess unnötig und kann zu weiteren Bonitätsschäden führen. Auch das Versäumen von Fristen bei Mahnverfahren oder die fehlende Einreichung von aktuellen Jahresabschlüssen sind vermeidbare Fehler, die den Bonitätsindex nachhaltig negativ beeinflussen.

Kosten, Aufwand, realistischer Zeitrahmen

Die Kosten und der Aufwand für die Löschung eines Creditreform-Eintrags variieren stark je nach Vorgehensweise. Eine eigenständige Löschung ist die kostengünstigste Variante, erfordert jedoch einen erheblichen Zeitaufwand und spezifisches Fachwissen im Bereich Datenschutzrecht. Die Zeitspanne kann hierbei zwischen 4 und 12 Wochen liegen, bei einer Erfolgswahrscheinlichkeit von etwa 40-60 %, da die juristische Expertise oft fehlt.

Die Beauftragung eines spezialisierten Dienstleisters wie Bonifix kann den Prozess deutlich beschleunigen und die Erfolgswahrscheinlichkeit erhöhen. Hierbei sind Kosten im Bereich von 800 € bis 1.500 € realistisch, abhängig vom Umfang der zu löschenden Einträge. Die Dauer für die Bereinigung eines Eintrags beträgt im Schnitt 4 bis 8 Wochen. Der Dienstleister übernimmt dabei die Kommunikation, die rechtliche Argumentation und die Nachverfolgung, wodurch Ihr interner Aufwand minimiert wird.

OptionGeschätzte KostenGeschätzte DauerErfolgswahrscheinlichkeitAufwand für KMU
Eigenregie0 - 200 € (Porto, ggf. Rechtsliteratur)4 - 12 Wochen40-60 %Hoch
Anwalt800 - 2.500 € (nach RVG)6 - 10 Wochen70-85 %Mittel
Spezialisierter Dienstleister (z.B. Bonifix)800 - 1.500 €4 - 8 Wochen80-95 %Gering

Vergleich der Alternativen

Für die Verbesserung der Firmenbonität durch die Löschung negativer Creditreform-Einträge stehen Unternehmen verschiedene Wege offen. Neben der direkten Löschung gibt es die Möglichkeit der Ergänzung von Informationen oder der proaktiven Bereitstellung positiver Zahlungsdaten. Die Entscheidung für einen Weg hängt von der Art des Eintrags, der Dringlichkeit der Verbesserung und den verfügbaren internen Ressourcen ab. Eine gezielte Strategie ist hierbei zielführender als ein zufälliges Vorgehen.

Die folgende Vergleichstabelle bietet eine Übersicht über die Effektivität und den Aufwand unterschiedlicher Ansätze, um die Firmenbonität zu beeinflussen. Es ist wichtig zu verstehen, dass nicht jeder Eintrag sofort löschbar ist, aber fast immer Möglichkeiten zur Einflussnahme auf den Bonitätsindex bestehen. Dabei sollte stets die langfristige Verbesserung der Bonität im Fokus stehen und nicht nur die kurzfristige Symptombekämpfung.

Wann lohnt sich Eigenregie, wann ein Dienstleister?

Eigenregie zur Löschung eines Creditreform-Eintrags lohnt sich, wenn es sich um offensichtlich fehlerhafte oder sehr alte, bereits erledigte Einträge handelt und Sie über ausreichend interne Ressourcen und juristisches Verständnis verfügen, um die Kommunikation und Argumentation nach Art. 17 DSGVO selbst zu führen. Dies erfordert jedoch eine detaillierte Kenntnis der Fristen und rechtlichen Anforderungen.

Ein Dienstleister wie Bonifix ist empfehlenswert, wenn der Eintrag komplex ist, die Sachlage unklar erscheint, oder wenn Sie schlichtweg keine Kapazitäten für die aufwendige Kommunikation und Nachverfolgung haben. Wir übernehmen den gesamten Prozess, von der Datenauskunft bis zur finalen Löschungsbestätigung, und nutzen unsere Expertise, um eine schnelle und effektive Bereinigung zu erzielen. Über unseren kostenlosen Bonitäts-Check erhalten Sie eine erste Einschätzung der Hebel, die für Ihr Unternehmen relevant sind.

Rechtliche Grundlage

Die rechtliche Grundlage für die Löschung von Creditreform-Einträgen ist primär in der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und dem Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) verankert. Gemäß Art. 15 DSGVO hat jede betroffene Person, also auch ein Unternehmen, das Recht, Auskunft über die zu ihr gespeicherten Daten zu erhalten. Dies ist der erste und wichtigste Schritt zur Identifizierung potenziell fehlerhafter Einträge. Mit Art. 16 und Art. 17 DSGVO werden die Rechte auf Berichtigung und Löschung von Daten festgeschrieben, wenn diese unrichtig, unvollständig oder unzulässig gespeichert sind oder der Zweck der Speicherung entfallen ist.

Ergänzend dazu regelt § 31 BDSG die Verarbeitung von Daten für Zwecke der Kreditwürdigkeitsprüfung. Hier ist festgelegt, unter welchen Voraussetzungen Daten über die Bonität von Unternehmen überhaupt gespeichert werden dürfen, insbesondere in Bezug auf die Notwendigkeit und Verhältnismäßigkeit der Datenverarbeitung. Ein Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH, Az. VI ZR 156/13) hat zudem die Anforderungen an die Speicherdauer und die Löschung von Daten bei Auskunfteien konkretisiert. Diese Informationen ersetzen keine Rechtsberatung.

Häufige Fragen

Was ist der Bonitätsindex von Creditreform?

Der Bonitätsindex ist ein Wert zwischen 100 und 600, der die Wahrscheinlichkeit eines Zahlungsausfalls eines Unternehmens angibt. Ein niedrigerer Wert bedeutet eine bessere Bonität, z.B. 195 im Praxisfall der Hamburger Maschinenbau-GmbH.

Wie lange bleiben negative Einträge bei Creditreform gespeichert?

Die Speicherdauer von negativen Einträgen hängt von der Art des Eintrags ab. Erledigte Forderungen, die nicht tituliert sind, sollten nach Zahlungseingang gelöscht werden, während titulierte Forderungen oder Insolvenzen längere Zeit gespeichert bleiben können, oft bis zu drei Jahre nach Erledigung. Art. 17 DSGVO erlaubt die Löschung unrechtmäßig gespeicherter Daten.

Kann ein bereits beglichener Inkasso-Eintrag gelöscht werden?

Ja, ein bereits beglichener Inkasso-Eintrag sollte gelöscht werden, wenn die Forderung erfüllt ist. Das Recht auf Löschung nach Art. 17 DSGVO und § 31 BDSG kann hier geltend gemacht werden, um sicherzustellen, dass die Daten aktuell und korrekt sind.

Welche Kosten fallen bei der Löschung eines Creditreform-Eintrags an?

Die Kosten variieren. Eigenständige Löschung ist kostengünstig, erfordert aber Zeit und Fachwissen. Spezialisierte Dienstleister berechnen zwischen 800 € und 1.500 €, bieten aber eine höhere Erfolgswahrscheinlichkeit und verkürzen die Dauer auf 4 bis 8 Wochen.

Wie kann die IHK bei der Bonitätsverbesserung helfen?

Die IHK kann bei der Aktualisierung von Unternehmensdaten wie Branchencodes oder Handelsregistereinträgen unterstützen. Diese Informationen fließen in die Bonitätsbewertung von Creditreform ein und können somit zur Verbesserung des Bonitätsindexes beitragen.

Welche Rolle spielt die DSGVO bei der Löschung von Creditreform-Einträgen?

Die DSGVO ist zentral. Art. 15 DSGVO gewährt ein Auskunftsrecht über gespeicherte Daten, während Art. 17 DSGVO das Recht auf Löschung unrichtiger oder unzulässiger Daten regelt. Dies sind die primären Rechtshebel für KMU zur Bereinigung ihrer Bonitätsdaten.

  1. Vollständige Datenauskunft einholen

    Fordern Sie eine kostenlose Datenkopie nach Art. 15 DSGVO bei Creditreform an, um alle über Ihr Unternehmen gespeicherten Informationen einzusehen. Achten Sie auf korrekte Erfassung aller Geschäftsdaten, Branchencodes und Einträge.

  2. Negativeintrag identifizieren und prüfen

    Analysieren Sie die erhaltenen Daten auf fehlerhafte, veraltete oder unzulässig gespeicherte Einträge. Prüfen Sie insbesondere erledigte Forderungen, die noch als offen markiert sind, oder unkorrekte Branchenzuordnungen.

  3. Beweismittel sammeln

    Beschaffen Sie alle relevanten Belege, die die Fehlerhaftigkeit oder Unzulässigkeit des Eintrags belegen (z.B. Zahlungsnachweise, Korrespondenz mit Gläubigern, gerichtliche Beschlüsse).

  4. Löschungsantrag formulieren und senden

    Formulieren Sie einen schriftlichen Antrag an Creditreform, in dem Sie sich auf Art. 17 DSGVO und ggf. § 31 BDSG berufen und die Löschung des betreffenden Eintrags unter Beifügung der Beweismittel fordern. Setzen Sie eine angemessene Frist (z.B. 14 Tage).

  5. Gläubiger kontaktieren (optional)

    Bei strittigen Forderungen kann es hilfreich sein, auch den ursprünglichen Gläubiger direkt zu kontaktieren und um eine Bestätigung der Erledigung oder eine Rücknahme des Eintrags zu bitten.

  6. Prozess überwachen und nachhaken

    Verfolgen Sie den Status Ihres Löschungsantrags. Falls Creditreform nicht fristgerecht reagiert oder den Antrag ablehnt, bleiben Sie hartnäckig und ziehen Sie gegebenenfalls rechtlichen Beistand in Betracht. Eine erneute Datenauskunft nach 6-8 Wochen zeigt den Erfolg an.

Vergleich der Alternativen

OptionKostenDauerErfolgsaussichtAufwand für KMU
EigenregieGering (0-200 €)4-12 WochenMittel (40-60%)Hoch
RechtsanwaltHoch (800-2.500 €+)6-10 WochenGut (70-85%)Mittel
Spezialisierter Dienstleister (Bonifix)Mittel (800-1.500 €)4-8 WochenSehr gut (80-95%)Gering

Regionale Hinweise Deutschland

  • In Bayern arbeiten die IHKs eng mit Creditreform zusammen, was eine schnelle Korrektur von Stammdaten wie Branchencodes erleichtern kann.
  • In Nordrhein-Westfalen sind Gerichtsurteile aus den Landgerichten Düsseldorf oder Köln oft präzedenzbildend für die Region bei der Auslegung von Löschungsansprüchen.
  • Die Hanse-Kammern in Hamburg und Bremen legen großen Wert auf vollständige Jahresabschlüsse, deren Fehlen schnell zu Bonitätseinbußen führen kann.
  • In Sachsen und den östlichen Bundesländern ist die Sensibilität für Liquiditätsengpässe historisch bedingt höher, was zu einer schnelleren Eintragung bei Zahlungsverzügen führen kann.

Glossar

Begriffe kurz erklärt

Bonitätsindex
Ein von Creditreform ermittelter Wert (100-600), der die Kreditwürdigkeit eines Unternehmens kennzeichnet. Ein niedriger Wert bedeutet eine gute, ein hoher Wert eine schlechte Bonität.
DSGVO (Datenschutz-Grundverordnung)
Europäische Verordnung, die den Schutz personenbezogener Daten regelt und auch auf Unternehmensdaten in bestimmten Kontexten anwendbar ist.
BDSG (Bundesdatenschutzgesetz)
Deutsches Gesetz zur Ergänzung und Präzisierung der DSGVO, enthält spezielle Regelungen zur Datenverarbeitung für Zwecke der Kreditwürdigkeitsprüfung (§ 31 BDSG).
Auskunftsrecht (Art. 15 DSGVO)
Das Recht einer betroffenen Person (Unternehmen), Auskunft darüber zu erhalten, welche Daten über sie gespeichert werden und zu welchem Zweck.
Recht auf Löschung (Art. 17 DSGVO)
Das Recht einer betroffenen Person, die Löschung ihrer Daten zu verlangen, wenn diese unrichtig, veraltet oder unzulässig gespeichert sind.
Regelfristen
Die Standard-Speicherdauer für bestimmte Datenkategorien bei Wirtschaftsauskunfteien, z.B. drei Jahre nach Erledigung einer Forderung.

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FAQ

Häufige Fragen

Kann Creditreform Einträge sofort löschen?
Creditreform ist zur sofortigen Löschung verpflichtet, wenn ein Eintrag nachweislich fehlerhaft, unvollständig oder die Speicherung unzulässig ist. Dies basiert auf Art. 17 DSGVO. Bei komplexeren Fällen oder Nachprüfungen kann der Prozess jedoch einige Wochen in Anspruch nehmen.
Wie lange speichert Creditreform negative Einträge?
Die Regelfrist für die Speicherung von Negativmerkmalen wie Mahnbescheiden oder Zahlungsausfällen beträgt in der Regel drei Jahre nach Erledigung der Forderung. Gerichtsdaten wie Insolvenzen haben längere Fristen, etwa sechs Jahre.
Was ist, wenn der Eintrag korrekt, aber geschäftsschädigend ist?
Auch bei korrekten, aber geschäftsschädigenden Einträgen können unter Umständen Löschungs- oder Berichtigungsansprüche bestehen, wenn die Daten unverhältnismäßig lange gespeichert werden oder die Interessen des Unternehmens überwiegen. Eine Einzelfallprüfung ist hier notwendig.
Welche Kosten entstehen bei einer Löschung?
Die Kosten für eine Löschung können von null Euro bei Eigeninitiative (abgesehen von Porto) bis zu 1.500 Euro oder mehr bei Beauftragung eines spezialisierten Dienstleisters oder Anwalts reichen. Dies hängt stark vom Aufwand und der Komplexität des Falles ab.
Muss ich Creditreform für eine Datenkopie bezahlen?
Nein, eine Datenkopie nach Art. 15 DSGVO ist einmal jährlich kostenfrei bei Creditreform zu beantragen. Zusätzliche oder häufigere Anfragen können kostenpflichtig sein.
Kann ich die Löschung eines Eintrags auch ohne Anwalt oder Dienstleister durchführen?
Ja, grundsätzlich können Sie die Löschung selbst durchführen. Dies erfordert jedoch ein gutes Verständnis der rechtlichen Grundlagen (DSGVO, BDSG) und eine sorgfältige Dokumentation sowie Kommunikation mit Creditreform und gegebenenfalls den Gläubigern.

Behandelte Themen

  • Creditreform AG
  • Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO)
  • Bundesdatenschutzgesetz (BDSG)
  • Bundesgerichtshof (BGH)
  • Statistisches Bundesamt
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