Inhaltsverzeichnis · 20 Abschnitte
- Was ist ein Lieferantenkredit und wie beeinflusst er Ihre Bonität?
- Wie die SERV den Lieferantenkredit absichert und Ihre Bonität schützt
- So gehen Sie vor, um einen Lieferantenkredit mit SERV-Absicherung zu nutzen
- Aktuelle Schweizer Marktzahlen 2025
- Praxisfall aus dem Schweizer Mittelstand
- Kantonale Besonderheiten bei der Bonitätsbeurteilung und Exportrisiken
- Häufige Fehler und was sie kosten
- Kosten, Aufwand, realistischer Zeitrahmen für eine SERV-Absicherung
- Vergleich der Alternativen zum SERV-Lieferantenkredit
- Wann lohnt sich Eigenregie, wann ein Dienstleister?
- Rechtliche Grundlage des Lieferantenkredits und der SERV in der Schweiz
- Häufige Fragen
- Was ist der Hauptzweck der SERV für Schweizer KMU?
- Wie beeinflusst ein Lieferantenkredit die Bonität eines Schweizer Unternehmens?
- Welche Risiken deckt die SERV bei Lieferantenkrediten ab?
- Wie hoch ist der Anteil der KMU an den von der SERV versicherten Exportgeschäften?
- Kann ein Lieferantenkredit mit SERV-Absicherung die Kreditkonditionen bei Banken verbessern?
- Was sind die häufigsten Fehler bei der Nutzung von Lieferantenkrediten ohne Absicherung?
- Welche kantonalen Besonderheiten gibt es bei der Bonitätsbeurteilung in der Schweiz?
- Ist die SERV-Absicherung auch für Dienstleistungen verfügbar?
Was ist ein Lieferantenkredit und wie beeinflusst er Ihre Bonität?
Ein Lieferantenkredit entsteht, wenn ein Schweizer Unternehmen seinem ausländischen Abnehmer ein Zahlungsziel für gelieferte Waren oder erbrachte Dienstleistungen einräumt. Anstatt einer Vorauszahlung oder sofortiger Begleichung der Rechnung erhält der Abnehmer eine Frist, oft 30, 60 oder 90 Tage, um die Forderung zu begleichen. Für den Abnehmer ist dies eine zinslose Finanzierung und ein Wettbewerbsvorteil. Für das liefernde Unternehmen bedeutet dies jedoch ein Ausfallrisiko, das sich direkt auf Liquidität und Bonität auswirken kann.
Die Bonität des exportierenden Unternehmens wird durch solche gewährten Kredite beeinflusst, da unbezahlte Forderungen die Aktivseite der Bilanz belasten und im schlimmsten Fall zu Wertberichtigungen oder Abschreibungen führen. Dies reduziert das Eigenkapital und verschlechtert wichtige Finanzkennzahlen wie die Eigenkapitalquote oder den Verschuldungsgrad. Solche Kennzahlen sind für Schweizer Auskunfteien wie CRIF AG oder Intrum entscheidend für die Berechnung des Bonitätsscores. Ein hohes Forderungsrisiko ohne entsprechende Absicherung kann den CRIF Score, der von 1 (sehr gut) bis 600 (sehr schlecht) reicht, oder den Intrum Score, der von 1000 (sehr gut) bis 0 (sehr schlecht) skaliert, signifikant verschlechtern.
| Faktor des Lieferantenkredits | Gewichtung auf Bonität (geschätzt) | Datenquelle für Auskunftei |
|---|---|---|
| Offene Forderungen (unbesichert) | Hoch (25-35%) | Jahresabschluss, Bilanz |
| Forderungsausfälle | Sehr hoch (30-40%) | Betreibungsregister, SHAB |
| Liquiditätskennzahlen | Mittel (15-20%) | Bankauskünfte, Bilanz |
| Laufzeit des Zahlungsziels | Mittel (10-15%) | Branchenvergleich, Zahlungsmoral |
Wie die SERV den Lieferantenkredit absichert und Ihre Bonität schützt
Die Schweizer Exportrisikoversicherung (SERV) ist ein Bundesinstitut, das Schweizer Exporteure vor politischen und wirtschaftlichen Risiken bei der Abwicklung von Exportgeschäften schützt. Sie versichert Lieferantenkredite, die aus der Lieferung von Gütern oder der Erbringung von Dienstleistungen aus der Schweiz ins Ausland resultieren. Die Kernaufgabe der SERV ist es, Schweizer Unternehmen bei ihren Exportaktivitäten zu unterstützen, indem sie das Risiko von Forderungsausfällen durch staatliche Absicherung minimiert.
Die Absicherung durch die SERV transformiert das ungesicherte Ausfallrisiko eines Lieferantenkredits in ein geringeres, kalkulierbares Risiko. Dies verbessert die Bilanzstruktur des exportierenden Unternehmens, da potenzielle Forderungsausfälle gedeckt sind und somit das Eigenkapital nicht direkt belasten. Banken und Auskunfteien wie die CRIF AG oder Creditreform Schweiz bewerten Unternehmen mit SERV-Absicherung in der Regel positiver, da ihr Risikoprofil stabiler ist. Dies kann sich in besseren Kreditkonditionen und einem höheren Bonitätsscore widerspiegeln, was wiederum den Zugang zu Finanzierungen erleichtert und die Liquidität sichert.
| Hebel der SERV-Absicherung | Wirkung auf Bonität | Aufwand für KMU | Dauer der Absicherung |
|---|---|---|---|
| Reduzierung Forderungsausfall | Hoch | Mittel | Vertragslaufzeit |
| Verbesserung Bilanzstruktur | Mittel | Gering | Laufend |
| Erleichterter Bankzugang | Mittel | Gering | Laufend |
| Steigerung Wettbewerbsfähigkeit | Hoch | Mittel | Laufend |
So gehen Sie vor, um einen Lieferantenkredit mit SERV-Absicherung zu nutzen
Die Implementierung eines Lieferantenkredits in Verbindung mit einer SERV-Absicherung erfordert eine strukturierte Vorgehensweise, um sowohl die Exportchancen zu maximieren als auch die Risiken für Ihr Unternehmen zu minimieren. Der Prozess beginnt mit einer sorgfältigen Analyse des Exportgeschäfts und des ausländischen Abnehmers. Anschliessend erfolgt die Antragstellung bei der SERV, die eine detaillierte Prüfung nach sich zieht.
Es ist entscheidend, alle erforderlichen Unterlagen präzise und vollständig einzureichen, um Verzögerungen zu vermeiden. Die SERV beurteilt dabei nicht nur die Bonität des Abnehmers, sondern auch die politischen und wirtschaftlichen Risiken des Abnehmerlandes. Eine frühzeitige Kontaktaufnahme mit der SERV oder einem erfahrenen Berater kann den Prozess erheblich beschleunigen und die Erfolgsaussichten der Absicherung verbessern.
Aktuelle Schweizer Marktzahlen 2025
Der Schweizer Exportmarkt bleibt dynamisch, auch wenn die globalen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen volatil sind. Gemäss Prognosen des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) vom März 2024 wird für die Schweizer Exporte ein Wachstum von rund 2,5 % im Jahr 2025 erwartet, nach einem geschätzten Wachstum von 1,8 % im Jahr 2024. Diese Zahlen verdeutlichen die anhaltende Bedeutung des Exportgeschäfts für Schweizer KMU, bei dem Lieferantenkredite als Absatzförderung eine wichtige Rolle spielen.
Die SERV hat im Geschäftsjahr 2023 Exportgeschäfte in Höhe von 10,7 Milliarden CHF versichert, was eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr darstellt (SERV Geschäftsbericht 2023). Davon entfielen 75 % auf KMU. Dies unterstreicht, wie essenziell die Absicherungsleistungen der SERV für den Zugang kleiner und mittlerer Unternehmen zu internationalen Märkten sind. Die weltweite Zunahme politischer und wirtschaftlicher Unsicherheiten hebt die Notwendigkeit von Exportrisikoversicherungen zusätzlich hervor, um Forderungsausfälle zu minimieren und die Liquidität der Unternehmen zu sichern.
Praxisfall aus dem Schweizer Mittelstand
Ein Maschinenbauer aus dem Kanton Aargau, spezialisiert auf hochpräzise Werkzeugmaschinen, erhielt einen Grossauftrag von einem Kunden in Brasilien über 1,2 Millionen CHF. Der brasilianische Abnehmer forderte ein Zahlungsziel von 90 Tagen, was für das Aargauer KMU ein erhebliches Liquiditätsrisiko und eine Belastung der Bilanz darstellte. Ohne Absicherung hätte dies die Kreditlinie des Unternehmens bei seiner Hausbank potenziell um bis zu 25 % reduziert und den CRIF-Score um rund 30 Punkte verschlechtert.
Das Unternehmen beantragte eine Lieferantenkreditversicherung bei der SERV. Nach einer detaillierten Prüfung des Abnehmers und des Länderrisikos durch die SERV wurde die Transaktion zu 95 % gegen wirtschaftliche und politische Risiken versichert. Die Kosten für die Absicherung beliefen sich auf etwa 0,8 % des Auftragswertes. Dank dieser Deckung konnte der Maschinenbauer das Geschäft absichern, die Liquidität stabil halten und seine Kreditlinie unangetastet lassen. Die Bank beurteilte das abgesicherte Geschäft positiv, was dem Unternehmen weiterhin günstige Finanzierungskonditionen sicherte und den Bonitätsscore stabil hielt.
Kantonale Besonderheiten bei der Bonitätsbeurteilung und Exportrisiken
Die Bonitätsbeurteilung von Unternehmen in der Schweiz weist kantonale Unterschiede auf, die sich indirekt auch auf die Wahrnehmung von Exportrisiken und die Nutzung von Lieferantenkrediten auswirken können. Insbesondere die Praxis der Betreibungsämter kann variieren. Während in der Deutschschweiz die Betreibungsregisterauszüge oft rascher verfügbar sind, können in der Romandie und im Tessin Prozessabläufe teils länger dauern oder spezifische formelle Anforderungen aufweisen. Für Exportgeschäfte ist dies relevant, wenn ausländische Partner auf die Bonität des Schweizer Unternehmens prüfen.
Auch die Exportausrichtung unterscheidet sich kantonal. Während Kantone wie Zürich, Genf und Basel-Stadt aufgrund ihrer starken Wirtschaftszentren und internationalen Anbindung überdurchschnittlich viele Exporteure beherbergen, sind andere Kantone stärker auf den Binnenmarkt ausgerichtet. Dies beeinflusst die Erfahrung und den Bedarf an Exportrisikoversicherungen. Unternehmen aus exportorientierten Regionen haben oft eine höhere Affinität zur SERV und nutzen deren Angebote strategischer, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern und ihre Bonität durch Risikominimierung zu stärken.
Häufige Fehler und was sie kosten
Ein häufiger Fehler bei der Nutzung von Lieferantenkrediten ist das Unterschätzen des Ausfallrisikos, insbesondere in wirtschaftlich oder politisch volatilen Exportmärkten. Die Annahme, dass ein langjähriger Geschäftspartner immer zahlen wird, kann teuer werden. Ein ungesicherter Forderungsausfall von beispielsweise 500.000 CHF kann für ein KMU mit einem Jahresumsatz von 5 Millionen CHF einen sofortigen Liquiditätsengpass bedeuten. Dies führt zu einer Verschlechterung des Bonitätsscores um bis zu 50 Punkte bei der CRIF AG und kann zusätzliche Kreditkosten von 0,5 % p.a. für bestehende Bankfinanzierungen verursachen, was bei einem Darlehen von 1 Million CHF 5.000 CHF Mehrkosten pro Jahr bedeutet.
Ein weiterer Fehler ist die zu späte Beantragung einer SERV-Deckung. Wenn die Absicherung erst nach Vertragsabschluss oder kurz vor dem Liefertermin erfolgt, kann dies zu Ablehnungen oder höheren Prämien führen. Eine mangelnde Dokumentation des Exportgeschäfts und der Bonität des ausländischen Abnehmers kann den Genehmigungsprozess bei der SERV verzögern oder die Deckungssumme reduzieren. Solche Verzögerungen können dazu führen, dass ein Geschäft entweder nicht zustande kommt oder mit unnötig hohem Risiko abgewickelt werden muss, was letztlich die Profitabilität schmälert und die Bonität gefährdet.
Kosten, Aufwand, realistischer Zeitrahmen für eine SERV-Absicherung
Die Kosten für eine SERV-Deckung sind nicht pauschal, sondern hängen massgeblich vom Risiko des Abnehmerlandes, der Bonität des ausländischen Abnehmers, der Laufzeit des Lieferantenkredits und der Höhe der zu versichernden Forderung ab. Die Prämien werden in Promille des versicherten Betrages berechnet und können von etwa 0,5 Promille für risikoarme Länder und Abnehmer bis zu mehreren Promille für risikoreiche Konstellationen reichen. Für ein typisches Exportgeschäft über 500.000 CHF können die Prämien zwischen 2.500 CHF und 7.500 CHF liegen.
Der Aufwand für ein Schweizer KMU umfasst primär die Zusammenstellung der benötigten Unterlagen und die Kommunikation mit der SERV. Dies beinhaltet Informationen zum Exportgeschäft, zum ausländischen Abnehmer (Jahresabschlüsse, Bankreferenzen) und zum Abnehmerland. Der Zeitrahmen für die Bearbeitung eines Antrags bei der SERV beträgt in der Regel zwischen zwei und sechs Wochen, abhängig von der Komplexität des Falles und der Vollständigkeit der eingereichten Dokumente. Eine frühzeitige Planung ist daher essenziell.
| Option | Kosten (geschätzt) | Dauer der Absicherung (geschätzt) | Erfolgswahrscheinlichkeit für KMU |
|---|---|---|---|
| SERV-Deckung | 0.5 - 3.0 Promille des Auftragswerts | 2-6 Wochen bis zur Zusage | Hoch (>90%) |
| Privatwirtschaftliche Kreditversicherung | 0.3 - 1.5 Promille des Umsatzes | 1-4 Wochen bis zur Zusage | Mittel (80-90%) |
| Factoring (Export) | 0.7 - 2.5 % des Forderungswerts | 1-3 Wochen bis zur Liquidität | Hoch (95%) |
Vergleich der Alternativen zum SERV-Lieferantenkredit
Neben der Absicherung von Lieferantenkrediten durch die SERV stehen Schweizer Exporteuren weitere Finanzierungs- und Absicherungsmöglichkeiten offen. Diese Alternativen bieten unterschiedliche Vorteile hinsichtlich Kosten, Abdeckungsgrad und administrativem Aufwand. Es ist entscheidend, die Optionen sorgfältig abzuwägen, um die beste Lösung für das spezifische Exportgeschäft und die eigene Unternehmenssituation zu finden.
Ein direkter Vergleich der Dienstleistungen der SERV mit privatwirtschaftlichen Kreditversicherungen oder Export-Factoring-Lösungen zeigt, dass jede Option spezifische Anwendungsfälle hat. Während die SERV oft für Geschäfte in risikoreicheren Märkten oder für grössere Volumina bevorzugt wird, können andere Lösungen für regelmässige, kleinere Transaktionen oder bestimmte Branchen vorteilhafter sein. Die Wahl der richtigen Absicherung hat direkte Auswirkungen auf die Bilanzstruktur, die Liquidität und letztlich auf die Bonität des exportierenden KMU.
Wann lohnt sich Eigenregie, wann ein Dienstleister?
Die Entscheidung, ob ein Schweizer KMU die Absicherung seiner Lieferantenkredite in Eigenregie oder mit Unterstützung eines Dienstleisters wie Bonifix angeht, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Kleinere Exportgeschäfte mit überschaubarem Risiko und in Ländern mit hoher Bonität des Abnehmers können oft intern verwaltet werden. Dies setzt jedoch voraus, dass das Unternehmen über ausreichend Expertise im Bereich Exportfinanzierung und Risikomanagement verfügt und die internen Kapazitäten für die Antragstellung und Administration vorhanden sind.
Für komplexe Exportgeschäfte, Geschäfte in politisch oder wirtschaftlich instabilen Ländern oder wenn die internen Ressourcen begrenzt sind, ist die Zusammenarbeit mit einem spezialisierten Dienstleister oft vorteilhafter. Solche Experten können nicht nur bei der optimalen Strukturierung des Lieferantenkredits und der SERV-Deckung beraten, sondern auch den gesamten Antragsprozess übernehmen. Dies spart dem KMU Zeit und minimiert das Risiko von Fehlern, was sich wiederum positiv auf die Bonität auswirkt. Für die Optimierung der allgemeinen Firmenbonität bietet Bonifix zum Beispiel einen kostenlosen Bonitäts-Check an, der erste Hebel aufzeigt.
Rechtliche Grundlage des Lieferantenkredits und der SERV in der Schweiz
Der Lieferantenkredit an sich ist ein privatrechtlicher Vertrag zwischen Exporteur und Importeur und unterliegt den jeweiligen Vertragsbestimmungen sowie dem internationalen Kaufrecht. Die Absicherung durch die Schweizer Exportrisikoversicherung (SERV) basiert hingegen auf dem Bundesgesetz über die Schweizerische Exportrisikoversicherung (SERV-Gesetz, SR 946.10). Dieses Gesetz definiert den Zweck, die Organisation und die Leistungen der SERV. Gemäss Art. 1 SERV-Gesetz versichert die SERV Exportgeschäfte und damit verbundene Finanzierungen gegen politische und wirtschaftliche Risiken, die von privater Seite nicht oder nur zu ungünstigen Bedingungen gedeckt werden können.
Das revidierte Datenschutzgesetz (revDSG), in Kraft seit dem 1. September 2023, spielt indirekt eine Rolle. Wenn Schweizer Unternehmen Bonitätsinformationen über ausländische Abnehmer einholen oder eigene Bonitätsdaten für die SERV-Antragstellung bereitstellen, müssen die Grundsätze des revDSG eingehalten werden. Dies betrifft insbesondere die Transparenz (Art. 6 revDSG), das Auskunftsrecht (Art. 25 revDSG) und das Recht auf Berichtigung (Art. 32 revDSG) der bearbeiteten Personendaten. Obwohl die SERV primär Geschäftsdaten verarbeitet, sind Schnittstellen zum Datenschutzgesetz bei der Erhebung von Informationen über natürliche Personen (z.B. Geschäftsführer) relevant. Für die Bonitätsprüfung von Schweizer Unternehmen durch Auskunfteien gilt dies entsprechend, wobei das Schuldbetreibungs- und Konkursgesetz (SchKG), insbesondere Art. 8a SchKG für die Nicht-Bekanntgabe von Betreibungen, ebenfalls von Bedeutung ist.
Häufige Fragen
Was ist der Hauptzweck der SERV für Schweizer KMU?
Die SERV (Schweizer Exportrisikoversicherung) ist ein Bundesinstitut, das Schweizer Exporteure vor politischen und wirtschaftlichen Risiken bei Exportgeschäften schützt. Sie minimiert das Ausfallrisiko von Lieferantenkrediten und unterstützt KMU beim Zugang zu internationalen Märkten.
Wie beeinflusst ein Lieferantenkredit die Bonität eines Schweizer Unternehmens?
Ein Lieferantenkredit, der einem ausländischen Abnehmer gewährt wird, kann die Bonität des exportierenden Unternehmens negativ beeinflussen. Ungesicherte Forderungen belasten die Bilanz, verschlechtern Finanzkennzahlen wie die Eigenkapitalquote und können den Bonitätsscore bei Auskunfteien wie CRIF oder Intrum reduzieren.
Welche Risiken deckt die SERV bei Lieferantenkrediten ab?
Die SERV deckt bei Lieferantenkrediten sowohl politische Risiken (z.B. Krieg, Embargo, Transferbeschränkungen) als auch wirtschaftliche Risiken ab. Dazu gehören die Insolvenz oder die Nichtzahlung des ausländischen Abnehmers sowie Zahlungsschwierigkeiten aufgrund von Devisenknappheit.
Wie hoch ist der Anteil der KMU an den von der SERV versicherten Exportgeschäften?
Im Geschäftsjahr 2023 entfielen 75 % der von der SERV versicherten Exportgeschäfte auf KMU. Insgesamt versicherte die SERV in diesem Jahr Exportgeschäfte in Höhe von 10,7 Milliarden CHF, was die Relevanz für kleine und mittlere Unternehmen unterstreicht.
Kann ein Lieferantenkredit mit SERV-Absicherung die Kreditkonditionen bei Banken verbessern?
Ja, Unternehmen mit einer SERV-Absicherung werden von Banken und Auskunfteien wie Creditreform Schweiz positiver bewertet. Das stabilere Risikoprofil kann zu besseren Kreditkonditionen, erleichtertem Zugang zu Finanzierungen und einem höheren Bonitätsscore führen.
Was sind die häufigsten Fehler bei der Nutzung von Lieferantenkrediten ohne Absicherung?
Ein häufiger Fehler ist die Unterschätzung des Ausfallrisikos in volatilen Exportmärkten. Ungesicherte Forderungsausfälle können zu sofortigen Liquiditätsengpässen führen, den Bonitätsscore drastisch verschlechtern und zusätzliche Kreditkosten für bestehende Bankfinanzierungen verursachen.
Welche kantonalen Besonderheiten gibt es bei der Bonitätsbeurteilung in der Schweiz?
Die Praxis der Betreibungsämter und die Verfügbarkeit von Betreibungsregisterauszügen können kantonal variieren. Dies beeinflusst indirekt die Bonitätsprüfung. Auch die Exportausrichtung unterscheidet sich; exportorientierte Kantone nutzen die SERV-Angebote oft strategischer.
Ist die SERV-Absicherung auch für Dienstleistungen verfügbar?
Ja, die SERV versichert Lieferantenkredite, die sowohl aus der Lieferung von Gütern als auch aus der Erbringung von Dienstleistungen aus der Schweiz ins Ausland resultieren. Dies deckt ein breites Spektrum von Exportgeschäften ab.
Analyse des Exportgeschäfts
Bewerten Sie den ausländischen Abnehmer und das Zielland hinsichtlich Bonität, politischer Stabilität und wirtschaftlicher Lage. Definieren Sie die Höhe und Laufzeit des Lieferantenkredits.
Kontaktaufnahme mit der SERV
Sprechen Sie frühzeitig mit der Schweizer Exportrisikoversicherung (SERV), um erste Informationen zu den Deckungsmöglichkeiten und Voraussetzungen zu erhalten.
Antragstellung bei der SERV
Reichen Sie einen vollständigen Antrag mit allen relevanten Unterlagen ein, inklusive Informationen zum Exportvertrag, zum Abnehmer und zur Schweizer Wertschöpfung.
Bonitäts- und Risikoanalyse der SERV
Die SERV prüft den Antrag, die Bonität des Abnehmers sowie die politischen und wirtschaftlichen Risiken des Ziellandes. Dies kann die Anforderung zusätzlicher Dokumente zur Folge haben.
Abschluss der Deckung
Nach positiver Prüfung erhalten Sie ein Deckungsangebot. Bei Annahme wird die Versicherungspolice ausgestellt, die den Lieferantenkredit absichert.
Laufende Administration
Halten Sie die SERV über Änderungen im Geschäft oder bei Zahlungsverzögerungen auf dem Laufenden. Bei einem Schadenfall melden Sie diesen umgehend gemäss den Versicherungsbedingungen.
Vergleich der Alternativen
| Merkmal | SERV-Deckung | Privatwirtschaftliche Kreditversicherung | Export-Factoring |
|---|---|---|---|
| Primärer Fokus | Staatliche Absicherung, oft für risikoreichere Märkte | Marktübliche Absicherung, meist für etablierte Märkte | Verkauf von Forderungen, Liquiditätsbeschaffung |
| Deckungsgrad | Bis zu 95% (politisch & wirtschaftlich) | Meist 80-90% (wirtschaftlich) | Bis zu 90% (mit oder ohne Regress) |
| Kostenstruktur | Prämien in Promille des Auftragswerts | Prämien in Promille des Jahresumsatzes | Factoring-Gebühren in % des Forderungswerts |
| Bonitätsprüfung | Fokus auf Abnehmer und Zielland | Fokus auf Abnehmer und Portfolio | Fokus auf Abnehmer |
| Einfluss auf Bilanz | Risikominimierung, verbesserte Bilanz | Risikominimierung, verbesserte Bilanz | Bilanzentlastung durch Forderungsverkauf |
Glossar
Begriffe kurz erklärt
- Lieferantenkredit
- Ein Zahlungsaufschub, den ein Lieferant seinem Kunden für die Bezahlung von Waren oder Dienstleistungen gewährt.
- SERV
- Die Schweizerische Exportrisikoversicherung, ein Bundesinstitut, das Exporteure gegen politische und wirtschaftliche Risiken absichert.
- Forderungsausfall
- Die Situation, in der ein Kunde eine offene Rechnung nicht oder nur teilweise bezahlt, oft aufgrund von Insolvenz oder Zahlungsschwierigkeiten.
- Bonität
- Die Kreditwürdigkeit eines Unternehmens oder einer Person, bewertet anhand der Fähigkeit und Bereitschaft, finanziellen Verpflichtungen nachzukommen.
- revDSG
- Das revidierte Schweizer Datenschutzgesetz, in Kraft seit dem 1. September 2023, regelt die Bearbeitung von Personendaten.
- SchKG
- Das Schweizerische Schuldbetreibungs- und Konkursgesetz, welches die Verfahren zur Eintreibung von Schulden und die Abwicklung von Konkursen regelt.
- Wirtschaftliche Risiken (SERV)
- Risiken, die aus der Insolvenz oder Nichtzahlung des ausländischen Abnehmers resultieren können.
- Politische Risiken (SERV)
- Risiken, die aus staatlichen Massnahmen oder Ereignissen im Abnehmerland resultieren, wie z.B. Transferbeschränkungen oder Enteignung.
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FAQ
Häufige Fragen
- Was ist der Unterschied zwischen Lieferantenkredit und Bankkredit?
- Ein Lieferantenkredit wird direkt vom Lieferanten als Zahlungsaufschub gewährt. Ein Bankkredit hingegen wird von einem Finanzinstitut vergeben und erfordert in der Regel Sicherheiten sowie Zinszahlungen.
- Kann die SERV auch Geschäfte innerhalb der EU absichern?
- Ja, die SERV kann Exportgeschäfte in EU-Länder absichern, sofern es sich um Lieferungen oder Leistungen handelt, die ihren Ursprung in der Schweiz haben und die entsprechenden Risikokriterien erfüllen.
- Welche Risiken deckt die SERV typischerweise ab?
- Die SERV deckt sowohl wirtschaftliche Risiken (z.B. Insolvenz oder Nichtzahlung des Abnehmers) als auch politische Risiken (z.B. Transferbeschränkungen oder Enteignung im Abnehmerland) ab.
- Muss der Lieferantenkredit immer in CHF erfolgen, um SERV-versichert zu sein?
- Nein, der Lieferantenkredit kann auch in anderen Währungen erfolgen. Die SERV bietet Deckungen für verschiedene Währungen an, wobei die CHF-Äquivalenz für die Deckungssumme massgebend ist.
- Wie lange dauert der Prozess von der Anfrage bis zur SERV-Deckung?
- Der Prozess kann je nach Komplexität des Falls und Vollständigkeit der Unterlagen zwischen zwei und sechs Wochen dauern. Eine frühzeitige und präzise Antragstellung beschleunigt den Prozess.
- Welchen Anteil der Forderung deckt die SERV maximal ab?
- Die SERV deckt in der Regel bis zu 95 % des Forderungsbetrages ab. Der genaue Deckungsgrad hängt von der Art des Risikos und der Struktur des Exportgeschäfts ab.
- Gibt es für KMU spezielle Unterstützung durch die SERV?
- Ja, die SERV hat spezielle Angebote und vereinfachte Verfahren für KMU, um ihnen den Zugang zu Exportrisikoversicherungen zu erleichtern und ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.
- Welche Rolle spielt die Bonität des Exporteurs für die SERV-Absicherung?
- Die Bonität des Exporteurs selbst hat keinen direkten Einfluss auf die Entscheidung der SERV, einen Lieferantenkredit zu versichern. Die SERV prüft primär das Risiko des ausländischen Abnehmers und des Ziellandes.
Behandelte Themen
- SERV (Schweizerische Exportrisikoversicherung)
- CRIF AG Zürich
- Intrum AG
- Creditreform Schweiz
- SECO (Staatssekretariat für Wirtschaft)
- revDSG (revidiertes Datenschutzgesetz)
- SchKG (Schuldbetreibungs- und Konkursgesetz)
- EDÖB (Eidgenössischer Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragter)
- Zefix (Zentraler Firmenindex)
- SHAB (Schweizerisches Handelsamtsblatt)
- FINMA (Eidgenössische Finanzmarktaufsicht)
- KOF Konjunkturforschungsstelle
- BFS (Bundesamt für Statistik)
- Swissmem
- Euler Hermes
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