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Crefo-Auskunft verstehen: Bonitätsindex, PD & Selbstauskunft

Was Geschäftsführer über die Creditreform-Auskunft wissen müssen

Bonifix RedaktionFachredaktion FirmenbonitätAktualisiert August 202610 Min Lesezeit

Was ist eine Crefo-Auskunft?

Die Crefo-Auskunft (Creditreform-Auskunft) ist ein Bonitätsinformationssystem der Creditreform Boniversum GmbH. Sie wird von Banken, Leasinggesellschaften, Lieferanten und Geschäftspartnern genutzt, um das Zahlungsausfallrisiko eines Unternehmens einzuschätzen. Für Geschäftsführer ist es wichtig zu verstehen, was in der Auskunft steht, wie die Bewertung zustande kommt und welche Rechte sie haben.

Wer nutzt die Crefo-Auskunft?

Typische Abnehmer der Auskunft sind:

  • Banken und Sparkassen bei Kreditentscheidungen
  • Leasinggesellschaften bei der Prüfung von Leasingnehmern
  • Lieferanten und Händler bei der Kreditlimitvergabe
  • Versicherer bei der Prüfung von Warenkreditversicherungen
  • Geschäftspartner vor größeren Vertragsabschlüssen

Die Auskunft ist also kein internes Bonifix-Produkt, sondern ein marktübliches Werkzeug der Wirtschaftsauskunftei Creditreform.

Der Creditreform Bonitätsindex

Der bekannteste Wert in der Auskunft ist der Creditreform Bonitätsindex. Er liegt auf einer Skala von 100 bis 600 Punkten. Dabei gilt:

  • 100 bis 199: Hervorragende Bonität
  • 200 bis 299: Sehr gute Bonität
  • 300 bis 399: Gute Bonität
  • 400 bis 499: Ausreichende bis mäßige Bonität
  • 500 bis 600: Hohes bis sehr hohes Risiko

Wichtig ist: Der Index ist keine absolute Punktzahl, sondern ein Risikoband. Creditreform gibt keine genaue Berechnungsformel bekannt. Der Index setzt sich aus harten Fakten (Jahresabschlüsse, Gerichtsurteile, Insolvenzen) und weichen Faktoren (Branchenrisiko, Zahlungserfahrungen) zusammen.

Ausfallwahrscheinlichkeit (PD)

Neben dem Bonitätsindex zeigt die Auskunft oft eine Probability of Default (PD). Das ist die geschätzte Wahrscheinlichkeit, dass das Unternehmen innerhalb eines bestimmten Zeitraums seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommt. Die PD wird von Creditreform aus den vorliegenden Daten berechnet und ist ein wichtiger Input für Banken und Versicherer.

Für Unternehmen ist die PD weniger wichtig als die Frage, welche Daten die Berechnung beeinflussen. Denn nur wer die Datengrundlage kennt, kann gezielt korrigieren oder ergänzen.

Was steht in der Selbstauskunft?

Jedes Unternehmen kann bei Creditreform eine Selbstauskunft beantragen. Darin enthalten sind typischerweise:

  • Stammdaten wie Firma, Rechtsform, Adresse, Geschäftsführer
  • Bonitätsindex und Risikoband
  • Negativeinträge wie Mahnverfahren, Inkasso oder Insolvenzen
  • Informationen zu Jahresabschlüssen und deren Verfügbarkeit
  • Brancheninformationen und öffentliche Registerdaten
  • Hinweise auf Berichtigungs- und Löschungsmöglichkeiten

Die Selbstauskunft ist der Ausgangspunkt für jede Bonitätsoptimierung. Ohne sie wissen Unternehmen nicht, gegen welche Daten sie vorgehen müssen.

Daten korrigieren und löschen lassen

Unternehmen haben gegenüber Creditreform mehrere Rechte:

  • Auskunft nach Art. 15 DSGVO
  • Berichtigung nach Art. 16 DSGVO
  • Löschung nach Art. 17 DSGVO und § 31 Abs. 2 BDSG
  • Widerspruch nach Art. 21 DSGVO

Voraussetzung ist immer, dass die betroffenen Daten unrichtig, unvollständig oder nicht mehr erforderlich sind. Jede Anforderung sollte schriftlich erfolgen und mit Belegen unterlegt sein.

Wie oft sollten Unternehmen ihre Auskunft prüfen?

Eine regelmäßige Prüfung empfiehlt sich vor allem in diesen Situationen:

  • Vor Kreditanträgen oder Leasingverhandlungen
  • Nach wichtigen Bilanzereignissen (Kapitalerhöhung, Bilanzoptimierung)
  • Nachdem Negativeinträge beseitigt wurden
  • Bei neuen Lieferantenbeziehungen mit Bonitätsprüfung

Wer seine Auskunft kennt, kann proaktiv handeln statt überraschend schlechte Konditionen zu akzeptieren.

Häufige Fragen

Was ist der Bonitätsindex der Creditreform?

Der Bonitätsindex der Creditreform ist ein Wert zwischen 100 und 600, der die Kreditwürdigkeit eines Unternehmens angibt. Ein niedrigerer Wert steht für eine bessere Bonität und ein geringeres Ausfallrisiko.

Was bedeutet PD in der Crefo-Auskunft?

PD steht für Probability of Default (Ausfallwahrscheinlichkeit). Dieser Wert gibt an, mit welcher Wahrscheinlichkeit ein Unternehmen innerhalb eines bestimmten Zeitraums seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen kann.

Welche Rechte habe ich bezüglich meiner Crefo-Auskunft?

Unternehmen haben das Recht auf Auskunft (Art. 15 DSGVO), Berichtigung (Art. 16 DSGVO) und Löschung (Art. 17 DSGVO, § 31 Abs. 2 BDSG) ihrer Daten bei Creditreform. Auch ein Widerspruch ist nach Art. 21 DSGVO möglich.

Wie oft sollte ich meine Crefo-Auskunft prüfen?

Es empfiehlt sich, die Crefo-Auskunft vor wichtigen finanziellen Entscheidungen wie Kreditanträgen, nach Bilanzereignissen oder der Beseitigung von Negativeinträgen zu überprüfen. Eine regelmäßige Prüfung hilft, proaktiv zu handeln.

  1. Selbstauskunft beantragen

    Fordern Sie Ihre aktuelle Creditreform-Datenkopie an.

  2. Index & PD prüfen

    Lesen Sie Bonitätsindex und Ausfallwahrscheinlichkeit richtig.

  3. Einträge analysieren

    Sortieren Sie Negativeinträge nach Relevanz und Löschbarkeit.

  4. Daten korrigieren

    Nutzen Sie Auskunfts-, Berichtigungs- und Löschungsrechte.

  5. Bonität stabilisieren

    Setzen Sie strukturelle Hebel wie Bilanzoptimierung um.

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FAQ

Häufige Fragen

Was kostet eine Crefo-Auskunft?
Für Betroffene ist die Selbstauskunft gegen Gebühr erhältlich. Die Kosten richten sich nach dem gewählten Verfahren (Online-Portal oder schriftliche Anfrage).
Wer kann eine Crefo-Auskunft abfragen?
Nicht jeder darf die Auskunft einsehen. Der Abruf setzt ein berechtigtes Interesse voraus, etwa bei Kredit-, Leasing- oder Lieferantenentscheidungen.
Wie schnell ändert sich der Bonitätsindex?
Das hängt von den zugrunde liegenden Daten ab. Löschungen oder Berichtigungen können sich schnell auswirken, strukturelle Bilanzverbesserungen brauchen mehr Zeit.
Was ist der Unterschied zwischen Bonitätsindex und PD?
Der Bonitätsindex ordnet das Unternehmen in ein Risikoband ein. Die PD schätzt die konkrete Ausfallwahrscheinlichkeit. Beide Werte basieren auf denselben Daten, werden aber unterschiedlich dargestellt.

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