Inhaltsverzeichnis · 13 Abschnitte
- Was ist eine Crefo-Auskunft?
- Wer nutzt die Crefo-Auskunft?
- Der Creditreform [Bonitätsindex](/glossar/bonitaetsindex)
- Ausfallwahrscheinlichkeit (PD)
- Was steht in der Selbstauskunft?
- Daten korrigieren und löschen lassen
- Wie oft sollten Unternehmen ihre Auskunft prüfen?
- Häufige Fragen
- Was ist der Bonitätsindex der Creditreform?
- Was bedeutet PD in der Crefo-Auskunft?
- Welche Rechte habe ich bezüglich meiner Crefo-Auskunft?
- Wie oft sollte ich meine Crefo-Auskunft prüfen?
- Weiterführend
Was ist eine Crefo-Auskunft?
Die Crefo-Auskunft (Creditreform-Auskunft) ist ein Bonitätsinformationssystem der Creditreform Boniversum GmbH. Sie wird von Banken, Leasinggesellschaften, Lieferanten und Geschäftspartnern genutzt, um das Zahlungsausfallrisiko eines Unternehmens einzuschätzen. Für Geschäftsführer ist es wichtig zu verstehen, was in der Auskunft steht, wie die Bewertung zustande kommt und welche Rechte sie haben.
Wer nutzt die Crefo-Auskunft?
Typische Abnehmer der Auskunft sind:
- Banken und Sparkassen bei Kreditentscheidungen
- Leasinggesellschaften bei der Prüfung von Leasingnehmern
- Lieferanten und Händler bei der Kreditlimitvergabe
- Versicherer bei der Prüfung von Warenkreditversicherungen
- Geschäftspartner vor größeren Vertragsabschlüssen
Die Auskunft ist also kein internes Bonifix-Produkt, sondern ein marktübliches Werkzeug der Wirtschaftsauskunftei Creditreform.
Der Creditreform Bonitätsindex
Der bekannteste Wert in der Auskunft ist der Creditreform Bonitätsindex. Er liegt auf einer Skala von 100 bis 600 Punkten. Dabei gilt:
- 100 bis 199: Hervorragende Bonität
- 200 bis 299: Sehr gute Bonität
- 300 bis 399: Gute Bonität
- 400 bis 499: Ausreichende bis mäßige Bonität
- 500 bis 600: Hohes bis sehr hohes Risiko
Wichtig ist: Der Index ist keine absolute Punktzahl, sondern ein Risikoband. Creditreform gibt keine genaue Berechnungsformel bekannt. Der Index setzt sich aus harten Fakten (Jahresabschlüsse, Gerichtsurteile, Insolvenzen) und weichen Faktoren (Branchenrisiko, Zahlungserfahrungen) zusammen.
Ausfallwahrscheinlichkeit (PD)
Neben dem Bonitätsindex zeigt die Auskunft oft eine Probability of Default (PD). Das ist die geschätzte Wahrscheinlichkeit, dass das Unternehmen innerhalb eines bestimmten Zeitraums seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommt. Die PD wird von Creditreform aus den vorliegenden Daten berechnet und ist ein wichtiger Input für Banken und Versicherer.
Für Unternehmen ist die PD weniger wichtig als die Frage, welche Daten die Berechnung beeinflussen. Denn nur wer die Datengrundlage kennt, kann gezielt korrigieren oder ergänzen.
Was steht in der Selbstauskunft?
Jedes Unternehmen kann bei Creditreform eine Selbstauskunft beantragen. Darin enthalten sind typischerweise:
- Stammdaten wie Firma, Rechtsform, Adresse, Geschäftsführer
- Bonitätsindex und Risikoband
- Negativeinträge wie Mahnverfahren, Inkasso oder Insolvenzen
- Informationen zu Jahresabschlüssen und deren Verfügbarkeit
- Brancheninformationen und öffentliche Registerdaten
- Hinweise auf Berichtigungs- und Löschungsmöglichkeiten
Die Selbstauskunft ist der Ausgangspunkt für jede Bonitätsoptimierung. Ohne sie wissen Unternehmen nicht, gegen welche Daten sie vorgehen müssen.
Daten korrigieren und löschen lassen
Unternehmen haben gegenüber Creditreform mehrere Rechte:
- Auskunft nach Art. 15 DSGVO
- Berichtigung nach Art. 16 DSGVO
- Löschung nach Art. 17 DSGVO und § 31 Abs. 2 BDSG
- Widerspruch nach Art. 21 DSGVO
Voraussetzung ist immer, dass die betroffenen Daten unrichtig, unvollständig oder nicht mehr erforderlich sind. Jede Anforderung sollte schriftlich erfolgen und mit Belegen unterlegt sein.
Wie oft sollten Unternehmen ihre Auskunft prüfen?
Eine regelmäßige Prüfung empfiehlt sich vor allem in diesen Situationen:
- Vor Kreditanträgen oder Leasingverhandlungen
- Nach wichtigen Bilanzereignissen (Kapitalerhöhung, Bilanzoptimierung)
- Nachdem Negativeinträge beseitigt wurden
- Bei neuen Lieferantenbeziehungen mit Bonitätsprüfung
Wer seine Auskunft kennt, kann proaktiv handeln statt überraschend schlechte Konditionen zu akzeptieren.
Häufige Fragen
Was ist der Bonitätsindex der Creditreform?
Der Bonitätsindex der Creditreform ist ein Wert zwischen 100 und 600, der die Kreditwürdigkeit eines Unternehmens angibt. Ein niedrigerer Wert steht für eine bessere Bonität und ein geringeres Ausfallrisiko.
Was bedeutet PD in der Crefo-Auskunft?
PD steht für Probability of Default (Ausfallwahrscheinlichkeit). Dieser Wert gibt an, mit welcher Wahrscheinlichkeit ein Unternehmen innerhalb eines bestimmten Zeitraums seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen kann.
Welche Rechte habe ich bezüglich meiner Crefo-Auskunft?
Unternehmen haben das Recht auf Auskunft (Art. 15 DSGVO), Berichtigung (Art. 16 DSGVO) und Löschung (Art. 17 DSGVO, § 31 Abs. 2 BDSG) ihrer Daten bei Creditreform. Auch ein Widerspruch ist nach Art. 21 DSGVO möglich.
Wie oft sollte ich meine Crefo-Auskunft prüfen?
Es empfiehlt sich, die Crefo-Auskunft vor wichtigen finanziellen Entscheidungen wie Kreditanträgen, nach Bilanzereignissen oder der Beseitigung von Negativeinträgen zu überprüfen. Eine regelmäßige Prüfung hilft, proaktiv zu handeln.
Weiterführend
Fachbegriffe im Glossar:
- Bonitätsindex — Score-Kennzahl von Creditreform auf einer Skala von 100 (sehr gut) bis 600 (Insolvenz).
- Creditreform — Marktführende deutsche Wirtschaftsauskunftei mit ca. 60 % aller B2B-Bonitätsabfragen.
- Boniversum — Wirtschaftsauskunftei der Creditreform-Gruppe für Verbraucher- und Kleinunternehmensbonität.
Häufige Fragen (FAQ):
- Wie fordere ich eine Creditreform-Selbstauskunft an?
- [Was ist der Unterschied zwischen Creditreform und CRIF Bürgel?](/faq/unterschied-creditreform-crif-buergel)
- Was bedeutet das Krediturteil bei Creditreform?
Zugehörige Studien:
- Creditreform Bonitätsindex Benchmark 2026 — Der durchschnittliche Creditreform-Bonitätsindex im deutschen Mittelstand liegt 2026 bei 246 (Vorjahr 251). GmbHs bewegen sich mit Ø 238 deutlich besser als Einzelunternehmen (Ø 289). Baugewerbe und Gastronomie tragen die schwächsten Werte (Ø 278 bzw. Ø 291).
- Eigenkapitalquote & Bonität im deutschen Mittelstand 2026 — Die Eigenkapitalquote erklärt rund 41 % der Varianz im Creditreform-Bonitätsindex bei deutschen GmbHs (Pearson r = −0,64). Betriebe mit EK-Quote unter 10 % haben einen Ø-Index von 312 (Risikoklasse IV), Betriebe über 30 % liegen bei Ø 194 (Risikoklasse I).
Selbstauskunft beantragen
Fordern Sie Ihre aktuelle Creditreform-Datenkopie an.
Index & PD prüfen
Lesen Sie Bonitätsindex und Ausfallwahrscheinlichkeit richtig.
Einträge analysieren
Sortieren Sie Negativeinträge nach Relevanz und Löschbarkeit.
Daten korrigieren
Nutzen Sie Auskunfts-, Berichtigungs- und Löschungsrechte.
Bonität stabilisieren
Setzen Sie strukturelle Hebel wie Bilanzoptimierung um.
Praxis-Tools
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FAQ
Häufige Fragen
- Was kostet eine Crefo-Auskunft?
- Für Betroffene ist die Selbstauskunft gegen Gebühr erhältlich. Die Kosten richten sich nach dem gewählten Verfahren (Online-Portal oder schriftliche Anfrage).
- Wer kann eine Crefo-Auskunft abfragen?
- Nicht jeder darf die Auskunft einsehen. Der Abruf setzt ein berechtigtes Interesse voraus, etwa bei Kredit-, Leasing- oder Lieferantenentscheidungen.
- Wie schnell ändert sich der Bonitätsindex?
- Das hängt von den zugrunde liegenden Daten ab. Löschungen oder Berichtigungen können sich schnell auswirken, strukturelle Bilanzverbesserungen brauchen mehr Zeit.
- Was ist der Unterschied zwischen Bonitätsindex und PD?
- Der Bonitätsindex ordnet das Unternehmen in ein Risikoband ein. Die PD schätzt die konkrete Ausfallwahrscheinlichkeit. Beide Werte basieren auf denselben Daten, werden aber unterschiedlich dargestellt.
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