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Ratgeber

Creditreform Schweiz: Bonität verstehen und gezielt optimieren

Ihr Leitfaden für Schweizer KMU zur Verbesserung der Firmenbonität und Inkassoprozesse

Mike SorceMike SorceGründer & Head of Credit Risk, BonifixAktualisiert August 202610 Min Lesezeit
Inhaltsverzeichnis · 19 Abschnitte
  1. Wie funktioniert die Bonitätsbewertung durch Creditreform Schweiz?
  2. Welche Hebel verbessern die Creditreform-Bonität am effektivsten?
  3. So gehen Sie vor (Schritt-für-Schritt)
  4. Aktuelle Schweizer Marktzahlen 2025
  5. Praxisfall aus dem Schweizer Mittelstand
  6. Kantonale Besonderheiten
  7. Häufige Fehler und was sie kosten
  8. Kosten, Aufwand, realistischer Zeitrahmen
  9. Vergleich der Alternativen
  10. Wann lohnt sich Eigenregie, wann ein Dienstleister?
  11. Rechtliche Grundlage
  12. Häufige Fragen
  13. Was ist Creditreform Schweiz?
  14. Welche Daten nutzt Creditreform Schweiz für die Bonitätsbewertung?
  15. Wie kann man eine Betreibung nach Art. 8a SchKG löschen lassen?
  16. Welche Rechte habe ich bei falschen Bonitätsdaten?
  17. Wie wirken sich kantonale Unterschiede auf die Betreibungsabwicklung aus?
  18. Was kostet es, meine Creditreform-Bonität zu verbessern?
  19. Welche Alternativen zu Creditreform Schweiz gibt es in der Schweiz?

Wie funktioniert die Bonitätsbewertung durch Creditreform Schweiz?

Creditreform Schweiz beurteilt die Kreditwürdigkeit von Unternehmen und Privatpersonen mittels eines komplexen Algorithmus, der öffentlich zugängliche Informationen und eigene Datenquellen kombiniert. Ziel ist es, Gläubigern eine verlässliche Einschätzung des Ausfallrisikos zu bieten. Die Bewertung berücksichtigt Faktoren wie Zahlungserfahrungen, Branchenzugehörigkeit, Grösse des Unternehmens, Rechtsform und die aktuelle Betreibungssituation.

Der exakte Score-Algorithmus ist proprietär, doch die wichtigsten Einflussfaktoren und deren Gewichtung lassen sich ableiten. Positive Zahlungserfahrungen und eine stabile finanzielle Situation tragen massgeblich zu einem guten Score bei, während Betreibungen oder Konkursverfahren die Bonität stark negativ beeinflussen. Die Skala variiert je nach Produkt, grundsätzlich gilt jedoch: Je besser der Score, desto geringer das Ausfallrisiko.

FaktorGewichtung (geschätzt)Datenquelle
Zahlungserfahrungen (Positiv/Negativ)35 %Creditreform Mitglieder, Inkasso
Betreibungen/Konkurse/Verlustscheine30 %Betreibungsämter, SHAB
Rechtsform & Firmenalter10 %Handelsregister, Zefix
Branche & Wirtschaftliche Lage10 %BFS, KOF Konjunkturprognosen
Unternehmensdaten (Grösse, Kapital)15 %Handelsregister, Eigenauskunft

Welche Hebel verbessern die Creditreform-Bonität am effektivsten?

Die Verbesserung der Creditreform-Bonität basiert primär auf proaktiver Datenpflege und dem Management negativer Einträge. Zu den wirksamsten Hebeln gehören die schnelle Erledigung von Betreibungen, die Löschung veralteter oder unrechtmässiger Einträge sowie die Sicherstellung positiver Zahlungserfahrungen. Eine transparente Kommunikation mit Creditreform kann ebenfalls zur Verbesserung beitragen.

Betreibungen, die beglichen wurden, können unter bestimmten Umständen nach Art. 8a SchKG aus dem Register entfernt werden, was sich unmittelbar positiv auf den Score auswirkt. Auch die Überprüfung der eigenen Daten auf Richtigkeit und Aktualität ist ein grundlegender Schritt, da fehlerhafte Einträge die Bonität unnötig belasten können. Gemäss Art. 32 revDSG haben Sie das Recht auf Berichtigung falscher Daten.

HebelWirkung auf ScoreAufwandDauer
Beglichene Betreibungen entfernen (Art. 8a SchKG)HochMittel3-6 Monate
Fehlerhafte Daten korrigieren (Art. 32 revDSG)Mittel bis HochNiedrig1-3 Monate
Positive Zahlungserfahrungen meldenMittelMittelKontinuierlich
Jahresabschlüsse aktualisierenMittelNiedrig1-2 Monate

So gehen Sie vor (Schritt-für-Schritt)

Eine systematische Herangehensweise ist entscheidend, um Ihre Bonität bei Creditreform Schweiz gezielt zu verbessern. Beginnen Sie mit einer detaillierten Analyse Ihrer aktuellen Situation und identifizieren Sie alle bonitätsrelevanten Einträge. Danach leiten Sie die notwendigen Schritte zur Korrektur und Optimierung ein.

Der Prozess umfasst typischerweise die Einholung einer Selbstauskunft, die detaillierte Prüfung aller darin enthaltenen Informationen und das Einleiten von Korrektur- oder Löschverfahren, wo dies rechtlich möglich ist. Abschliessend etablieren Sie Prozesse zur kontinuierlichen Pflege Ihrer Bonitätsdaten, um zukünftige negative Einträge zu vermeiden.

Aktuelle Schweizer Marktzahlen 2025

Die Schweizer Wirtschaft zeigt sich robust, doch gewisse Sektoren bleiben unter Druck, was sich in den Bonitätskennzahlen widerspiegelt. Die Anzahl der Unternehmensinsolvenzen gibt Aufschluss über die wirtschaftliche Resilienz der KMU. Laut aktueller Erhebungen beeinflussen globale Lieferkettenprobleme und Zinsanpassungen weiterhin das Zahlungsverhalten.

Das Bundesamt für Statistik (BFS) und das KOF Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich liefern regelmässig Zahlen zur wirtschaftlichen Lage. Die Unternehmensinsolvenzen in der Schweiz verzeichneten 2023 einen Anstieg von 11,2 % gegenüber dem Vorjahr (BFS, 2024). Creditreform selbst publiziert regelmässig Konjunkturbarometer, die diese Trends bestätigen und detaillieren. Diese Entwicklungen wirken sich direkt auf die durchschnittliche Bonität der Schweizer KMU aus und sind in den Scores der Auskunfteien abgebildet.

Praxisfall aus dem Schweizer Mittelstand

Eine Maschinenbau-GmbH aus dem Kanton Aargau, die Komponenten für die exportorientierte Industrie fertigt, sah sich 2023 mit einem unerwartet schlechten Creditreform-Score konfrontiert. Trotz solider Auftragslage und Liquidität wurde die Bonität durch eine unberechtigte Betreibungsauskunft aus einer missverstandenen Lieferantenrechnung belastet. Dies führte zu erschwerten Kreditverhandlungen mit der Hausbank und längeren Zahlungszielen bei Materialeinkäufen.

Die Geschäftsleitung wandte sich an einen Spezialisten, der zunächst eine detaillierte Selbstauskunft bei Creditreform einholte. Dabei stellte sich heraus, dass eine bereits beglichene Betreibung wegen eines Formfehlers nicht als erledigt markiert war. Mit einem fundierten Gesuch nach Art. 8a SchKG und einer Berichtigung nach Art. 32 revDSG konnte der Eintrag innert 4 Monaten korrigiert werden. Dies verbesserte den Creditreform-Score um 80 Punkte, was der GmbH einen Kredit zu vorteilhafteren Konditionen (0,75 % günstigerer Zins) ermöglichte und ihr über die Kreditlaufzeit von 5 Jahren rund 22.500 CHF einsparte.

Kantonale Besonderheiten

Die Schweizer Gesetzgebung im Bereich Betreibungs- und Konkurswesen ist föderalistisch geprägt, was zu kantonalen Unterschieden in der Praxis führt. Während das Schuldbetreibungs- und Konkursgesetz (SchKG) landesweit gilt, gibt es bei den Betreibungsämtern und ihren Interpretationen des Art. 8a SchKG kantonale Ausprägungen. Dies betrifft insbesondere die Deutschschweiz, Romandie und das Tessin.

In einigen Kantonen, insbesondere in der Romandie, können die Fristen für die Bearbeitung von Art. 8a SchKG Gesuchen länger sein als in der Deutschschweiz. Es ist ratsam, sich mit den lokalen Gepflogenheiten des Betreibungsamts vertraut zu machen. Das Eidgenössische Amt für das Betreibungswesen (EAB) bietet zwar Rahmenrichtlinien, die Detailumsetzung obliegt jedoch den kantonalen Behörden. Eine Zürcher Treuhand-AG wird hier möglicherweise andere Erfahrungen machen als ein Tessiner Maschinenbauer aus Lugano.

Häufige Fehler und was sie kosten

Geschäftsführer von KMU unterschätzen oft die Auswirkungen kleiner Fehler im Umgang mit Bonitätsdaten. Ein häufiger und kostspieliger Fehler ist das Ignorieren von Mahnungen oder Betreibungsandrohungen. Selbst kleinere, unbestrittene Forderungen können, wenn sie in eine Betreibung münden, den Bonitätsscore drastisch senken und lange nachwirken.

Ein schlechterer Bonitätsscore führt unmittelbar zu höheren Finanzierungskosten. Bei einem Darlehen von 500.000 CHF kann eine Bonitätsverschlechterung um nur eine Score-Stufe zu 0,5 % höheren Zinsen führen, was über eine Laufzeit von fünf Jahren Mehrkosten von 12.500 CHF bedeutet. Zudem verzögert sich die Bearbeitung von Kreditanfragen, und Lieferanten verlangen möglicherweise Vorkasse oder kürzere Zahlungsziele, was die Liquidität des Unternehmens belastet.

Kosten, Aufwand, realistischer Zeitrahmen

Die Verbesserung der Creditreform-Bonität ist eine Investition, deren Kosten und Zeitaufwand je nach Ausgangslage variieren. Eine einfache Selbstauskunft und Korrektur falscher Daten ist vergleichsweise günstig und schnell. Die Löschung einer Betreibung nach Art. 8a SchKG erfordert mehr Aufwand und ist mit Gebühren verbunden, die je nach Betreibungsamt variieren.

Ein DIY-Ansatz kann Kosten sparen, erfordert jedoch internes Know-how und Zeit. Für komplexe Fälle oder bei fehlenden Ressourcen kann ein spezialisierter Dienstleister die Effizienz deutlich steigern und den Erfolg beschleunigen. Realistisch ist ein Zeitrahmen von einigen Wochen bis Monaten, um signifikante Verbesserungen zu erzielen, insbesondere wenn Betreibungen involviert sind.

OptionKosten (CHF)DauerErfolgswahrscheinlichkeit
Selbstauskunft & Eigenkorrektur50 - 2001-3 MonateMittel
Betreibungs-Löschung (Art. 8a SchKG)300 - 800 (exkl. Gebühren)3-6 MonateHoch (bei Erfüllung der Kriterien)
Dienstleister (Done-for-you)1'500 - 5'0004-8 WochenSehr Hoch

Vergleich der Alternativen

Neben Creditreform Schweiz sind in der Schweizer Bonitätslandschaft weitere wichtige Akteure tätig, wie die CRIF AG und Intrum AG. Jede dieser Auskunfteien hat eigene Schwerpunkte, Datenquellen und Scoring-Modelle, die sich teilweise überschneiden, aber auch ergänzen. Für KMU ist es entscheidend, die Unterschiede zu kennen, da ein guter Score bei der einen Auskunftei nicht zwingend einen ebenso guten Score bei einer anderen bedeutet.

Creditreform ist stark im Bereich der Zahlungserfahrungen und des Gläubigerschutzes verankert, während CRIF AG oft für Konsumenten-Bonität und Intrum AG für das Inkassowesen bekannt ist. Die Wahl des richtigen Dienstleisters oder der Fokus auf bestimmte Optimierungsmassnahmen hängt stark davon ab, welche Auskunftei von Ihren wichtigsten Geschäftspartnern (Banken, Lieferanten, Versicherungen) primär herangezogen wird. Eine ganzheitliche Betrachtung ist hier ratsam.

Wann lohnt sich Eigenregie, wann ein Dienstleister?

Die Entscheidung, ob Sie Ihre Creditreform-Bonität in Eigenregie verbessern oder einen Dienstleister beauftragen, hängt von der Komplexität Ihrer Situation und Ihren internen Ressourcen ab. Eine Eigenregie ist ratsam, wenn es sich um überschaubare Datenkorrekturen handelt, Sie über juristisches Grundverständnis verfügen und die notwendige Zeit aufwenden können. Das Auskunftsrecht nach Art. 25 revDSG ist der erste Schritt.

Für komplexere Fälle, wie die Löschung mehrerer Betreibungen nach Art. 8a SchKG, die Verhandlung mit Gläubigern oder die Optimierung des Gesamtscores unter Einbezug aller relevanten Faktoren, empfiehlt sich oft die Zusammenarbeit mit einem spezialisierten Dienstleister. Ein externer Partner, wie Bonifix, verfügt über die Expertise und die Prozesse, um diese Aufgaben effizient zu erledigen und messbare Ergebnisse zu erzielen. Dies spart Ihnen Zeit und minimiert das Risiko von Fehlern, die langfristig teuer werden können.

Rechtliche Grundlage

Die Bearbeitung und Weitergabe von Bonitätsdaten in der Schweiz unterliegt strengen gesetzlichen Bestimmungen, insbesondere dem revidierten Datenschutzgesetz (revDSG), das seit dem 1. September 2023 in Kraft ist, und dem Schuldbetreibungs- und Konkursgesetz (SchKG). Diese Gesetze schützen die Rechte von Unternehmen und Privatpersonen und regeln den Umgang mit sensiblen Daten.

Art. 25 revDSG gewährt Ihnen ein umfassendes Auskunftsrecht über die zu Ihrer Person oder Ihrem Unternehmen bearbeiteten Daten. Nach Art. 32 revDSG haben Sie zudem das Recht, die Berichtigung unrichtiger Daten zu verlangen. Besonders relevant für die Praxis ist Art. 8a SchKG, der unter bestimmten Voraussetzungen die Nicht-Bekanntgabe einer Betreibungsauskunft nach drei Monaten ohne Fortsetzungsbegehren des Gläubigers ermöglicht. Diese gesetzlichen Instrumente sind essenziell für die aktive Bonitätspflege.

Häufige Fragen

Was ist Creditreform Schweiz?

Creditreform Schweiz ist ein Dienstleister für Bonitätsauskünfte und Inkassodienstleistungen, der die Kreditwürdigkeit von Unternehmen und Privatpersonen in der Schweiz bewertet, um Gläubigern eine Einschätzung des Ausfallrisikos zu bieten.

Welche Daten nutzt Creditreform Schweiz für die Bonitätsbewertung?

Creditreform Schweiz kombiniert öffentlich zugängliche Informationen und eigene Datenquellen, einschliesslich Zahlungserfahrungen, Betreibungen, Konkurse, Firmenalter, Rechtsform, Branche und Unternehmensdaten (z.B. Grösse und Kapital) zur Erstellung des Bonitätsscores.

Wie kann man eine Betreibung nach Art. 8a SchKG löschen lassen?

Eine beglichene Betreibung kann unter bestimmten Umständen nach Art. 8a des Schuldbetreibungs- und Konkursgesetzes (SchKG) aus dem Register entfernt werden, sofern bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind und ein entsprechendes Gesuch eingereicht wird.

Welche Rechte habe ich bei falschen Bonitätsdaten?

Gemäss Art. 32 des revidierten Datenschutzgesetzes (revDSG) haben Sie das Recht auf Berichtigung falscher oder unvollständiger Daten, die über Sie bei Auskunfteien wie Creditreform Schweiz gespeichert sind.

Wie wirken sich kantonale Unterschiede auf die Betreibungsabwicklung aus?

Obwohl das SchKG landesweit gilt, können kantonale Behörden das Gesetz unterschiedlich interpretieren, was sich auf die Bearbeitungsfristen für Gesuche nach Art. 8a SchKG oder andere verwaltungsbezogene Prozesse auswirken kann.

Was kostet es, meine Creditreform-Bonität zu verbessern?

Die Kosten variieren je nach Ansatz: Eine Selbstauskunft und Eigenkorrektur kosten 50-200 CHF, eine Betreibungs-Löschung nach Art. 8a SchKG 300-800 CHF (exkl. Gebühren), und die Beauftragung eines Dienstleisters 1'500-5'000 CHF.

Welche Alternativen zu Creditreform Schweiz gibt es in der Schweiz?

In der Schweizer Bonitätslandschaft gibt es neben Creditreform Schweiz weitere Akteure wie die CRIF AG und Intrum AG, die ebenfalls Bonitätsauskünfte und Inkassodienstleistungen anbieten.

  1. Selbstauskunft einholen

    Beantragen Sie eine detaillierte Selbstauskunft bei Creditreform Schweiz, um alle über Ihr Unternehmen gespeicherten Daten zu erfahren. Dies ist der erste Schritt zur Transparenz und Basis für weitere Massnahmen.

  2. Daten auf Fehler prüfen

    Analysieren Sie die erhaltene Selbstauskunft sorgfältig. Identifizieren Sie alle unrichtigen, veralteten oder unvollständigen Einträge, insbesondere Betreibungen, die bereits erledigt oder unberechtigt sind.

  3. Berichtigung oder Löschung beantragen

    Formulieren Sie ein schriftliches Gesuch an Creditreform Schweiz zur Berichtigung (Art. 32 revDSG) oder Löschung (falls zutreffend, z.B. nach Art. 8a SchKG) fehlerhafter Daten. Fügen Sie Belege bei, die Ihre Forderung stützen.

  4. Positive Zahlungserfahrungen melden

    Veranlassen Sie bei wichtigen Geschäftspartnern (Lieferanten, Banken), dass positive und fristgerechte Zahlungserfahrungen an Creditreform gemeldet werden. Dies kann den Score aktiv verbessern.

  5. Bonität kontinuierlich überwachen

    Überprüfen Sie Ihre Bonitätsdaten regelmässig (mindestens einmal jährlich) und bleiben Sie proaktiv im Umgang mit Ihrer Bonität. Etablieren Sie interne Prozesse zur Datengenauigkeit und fristgerechten Zahlung.

Vergleich der Alternativen

AuskunfteiSchwerpunktTypischer Score-BereichPrimäre Datenquellen
Creditreform SchweizKMU-Bonität, Zahlungserfahrungen, InkassoIndividuell, branchenabhängigMitgliederdaten, SHAB, Betreibungsämter
CRIF AGKMU- & Konsumenten-Bonität, Betrugsprävention1-600 (höher = besser)Öffentliche Register, Partnerdaten, Finanzdaten
Intrum AGInkasso, Bonitätsprüfung, Forderungsmanagement0-1000 (höher = besser)Inkassodaten, öffentliche Register, Eigendaten

Glossar

Begriffe kurz erklärt

Bonität
Die Kreditwürdigkeit eines Unternehmens oder einer Person, d.h. deren Fähigkeit und Bereitschaft, finanzielle Verpflichtungen fristgerecht zu erfüllen.
revDSG
Das revidierte Datenschutzgesetz der Schweiz, seit dem 1. September 2023 in Kraft, regelt die Bearbeitung von Personendaten und stärkt die Rechte betroffener Personen.
SchKG
Das Schuldbetreibungs- und Konkursgesetz regelt das Verfahren zur Eintreibung von Geldforderungen und die Abwicklung von Konkursen in der Schweiz.
Betreibungsauskunft
Eine offizielle Bestätigung des Betreibungsamtes über die im Betreibungsregister eingetragenen Forderungen gegen eine Person oder ein Unternehmen.
Gläubigerschutzverband
Ein Verband, der die Interessen von Gläubigern vertritt und ihnen Dienstleistungen wie Bonitätsinformationen und Inkassohilfe anbietet, um Zahlungsausfälle zu minimieren.
Zefix
Das zentrale Firmenindex der Schweiz, das Auskunft über im Handelsregister eingetragene Unternehmen gibt.
SHAB
Das Schweizerische Handelsamtsblatt, die amtliche Publikationsplattform für Einträge im Handelsregister, Konkurse und andere rechtliche Mitteilungen.

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FAQ

Häufige Fragen

Was ist Creditreform Schweiz?
Creditreform Schweiz ist der grösste Gläubigerschutzverband und eine führende Wirtschaftsauskunftei in der Schweiz. Sie stellt Bonitätsinformationen über Unternehmen und Privatpersonen bereit, um Geschäftspartnern bei Kreditentscheidungen zu unterstützen.
Wie kann ich meine Creditreform-Bonität einsehen?
Sie können eine Selbstauskunft direkt bei Creditreform Schweiz beantragen. Dies ist Ihr gesetzlich verbrieftes Recht nach Art. 25 des revidierten Datenschutzgesetzes (revDSG), um alle über Ihr Unternehmen gespeicherten Daten einzusehen.
Wie lange bleiben Betreibungen bei Creditreform sichtbar?
Im Betreibungsregister sind Betreibungen grundsätzlich fünf Jahre lang sichtbar. Unter bestimmten Voraussetzungen, insbesondere wenn die Betreibung nach drei Monaten ohne Fortsetzungsbegehren des Gläubigers erledigt wurde, kann ein Gesuch nach Art. 8a SchKG auf Nicht-Bekanntgabe gestellt werden.
Was kostet eine Bonitätsauskunft bei Creditreform Schweiz?
Die Kosten für eine Bonitätsauskunft variieren je nach Art und Umfang der gewünschten Information. Eine Selbstauskunft für Unternehmen ist jedoch in der Regel zu einer Gebühr von etwa 20 bis 50 CHF erhältlich.
Was ist der Art. 8a SchKG?
Art. 8a des Schuldbetreibungs- und Konkursgesetzes (SchKG) ermöglicht es, die Auskunft über eine Betreibung nach drei Monaten zu verhindern, sofern kein Fortsetzungsbegehren gestellt wurde und die Betreibung nicht in einem Konkurs oder Verlustschein endete. Dies ist ein wichtiger Hebel zur Bonitätsbereinigung.
Gilt die DSGVO auch für Creditreform Schweiz?
Die DSGVO gilt primär für den Europäischen Wirtschaftsraum. Für die Schweiz ist das revidierte Datenschutzgesetz (revDSG) massgebend, das ähnliche Prinzipien und Rechte wie die DSGVO beinhaltet, aber eigenständig ist und für Schweizer Unternehmen gilt.
Welche Rolle spielt Creditreform beim Inkasso?
Creditreform bietet umfassende Inkassodienstleistungen an. Dies bedeutet, dass sie offene Forderungen für ihre Mitglieder eintreibt und diese Zahlungserfahrungen in ihre Bonitätsbewertungen einfliessen lässt, was die Relevanz der Bonität zusätzlich erhöht.
Kann ich meinen Creditreform-Score schnell verbessern?
Eine schnelle Verbesserung ist bei einfacheren Fällen wie Datenkorrekturen möglich (1-3 Monate). Bei der Löschung von Betreibungen nach Art. 8a SchKG kann es 3-6 Monate dauern, da Fristen eingehalten werden müssen und Prozesse der Betreibungsämter zu berücksichtigen sind.

Behandelte Themen

  • Creditreform Schweiz
  • CRIF AG Zürich
  • Intrum AG
  • Creditreform
  • Schweizerischer Verband Creditreform
  • Bundesamt für Statistik (BFS)
  • KOF Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich
  • Eidgenössisches Amt für das Betreibungswesen (EAB)
  • revDSG (revidiertes Datenschutzgesetz)
  • SchKG (Schuldbetreibungs- und Konkursgesetz)
  • Art. 8a SchKG
  • Art. 25 revDSG
  • Art. 32 revDSG
  • Eidgenössischer Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragter (EDÖB)
  • Zentraler Firmenindex (Zefix)
  • Schweizerisches Handelsamtsblatt (SHAB)

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