Zum Inhalt springen
Ratgeber

Creditreform Auskunft einholen: Der Praxis-Leitfaden für KMU

So erhalten Sie Wirtschaftsauskünfte über Geschäftspartner und Ihre eigene Firmenbonität bei Creditreform

Mike SorceMike SorceGründer & Head of Credit Risk, BonifixAktualisiert August 202612 Min Lesezeit
Inhaltsverzeichnis · 21 Abschnitte
  1. Welche Informationen liefert eine Creditreform Auskunft und wie ist sie strukturiert?
  2. Wie sich der Bonitätsindex zusammensetzt
  3. Welche Hebel verbessern Ihren Creditreform Bonitätsindex am schnellsten?
  4. So gehen Sie vor (Schritt-für-Schritt)
  5. Aktuelle Marktzahlen 2025
  6. Praxisfall aus dem deutschen Mittelstand
  7. Regionale Unterschiede in Deutschland
  8. Häufige Fehler und was sie kosten
  9. Kosten, Aufwand, realistischer Zeitrahmen
  10. Vergleich der Alternativen
  11. Wann lohnt sich Eigenregie, wann ein Dienstleister?
  12. Rechtliche Grundlage
  13. Häufige Fragen
  14. Was ist der Creditreform Bonitätsindex?
  15. Wie oft sollte ein KMU eine Creditreform Selbstauskunft einholen?
  16. Welche Kosten fallen für eine Creditreform Auskunft an?
  17. Kann ein falscher Eintrag im Creditreform Bonitätsindex korrigiert werden?
  18. Welche Rolle spielt die DSGVO bei Creditreform Auskünften?
  19. Wie lange bleiben negative Einträge bei Creditreform gespeichert?
  20. Was ist ein berechtigtes Interesse zum Einholen einer Creditreform Auskunft?
  21. Wie können aktuelle Jahresabschlüsse den Bonitätsindex verbessern?

Welche Informationen liefert eine Creditreform Auskunft und wie ist sie strukturiert?

Eine Creditreform Auskunft bietet detaillierte Einblicke in die finanzielle Stabilität und das Zahlungsverhalten eines Unternehmens. Kernstück ist der Bonitätsindex, eine Kennzahl von 100 (beste Bonität) bis 600 (höchstes Ausfallrisiko), der auf einer Vielzahl von Datenpunkten basiert.

Diese Daten umfassen unter anderem den Jahresabschluss, die Rechtsform, die Historie des Unternehmens, die Branche, die Anzahl der Mitarbeiter sowie das bisherige Zahlungsverhalten gegenüber anderen Geschäftspartnern. Die Struktur einer Auskunft ist modular aufgebaut, beginnend mit einer Zusammenfassung der wichtigsten Bonitätsmerkmale und vertiefend mit Detailinformationen zu Geschäftsfeldern, Eigentumsverhältnissen und Negativmerkmalen.

FaktorGewichtung (ca.)Datenquelle
Jahresabschlüsse30-40 %Bundesanzeiger, freiwillige Einreichung
Zahlungsverhalten25-35 %Inkassodaten, Branchenerfahrungen
Rechtsform & Unternehmensalter10-15 %Handelsregister, Gründungsinformationen
Branche & Konjunktur5-10 %Statistisches Bundesamt, eigene Analysen
Auftrags-/Insolvenzmerkmale5-10 %Amtsgerichte, Insolvenzbekanntmachungen

Wie sich der Bonitätsindex zusammensetzt

Der Bonitätsindex ist eine statistische Prognose der Ausfallwahrscheinlichkeit. Er wird aus quantitativen und qualitativen Merkmalen berechnet. Zu den quantitativen Daten zählen Bilanzkennzahlen, Umsatz und Gewinne, während qualitative Faktoren wie das Management, die Marktposition und die Zukunftsaussichten ebenfalls Einfluss nehmen. Creditreform aggregiert diese Informationen aus öffentlichen Quellen wie dem Bundesanzeiger, Handelsregistern sowie aus ihren eigenen Inkassodatenbanken und Informationen ihrer Mitglieder.

Negative Merkmale, wie gerichtliche Mahnverfahren, Zwangsvollstreckungen oder Insolvenzmeldungen, wirken sich stark mindernd auf den Index aus. Ein einziger solcher Eintrag kann den Index um mehrere Stufen verschlechtern. Daher ist die regelmäßige Überprüfung der eigenen Daten und die proaktive Korrektur von Fehlern essenziell für die Pflege einer guten Unternehmensbonität.

Welche Hebel verbessern Ihren Creditreform Bonitätsindex am schnellsten?

Die schnellste Verbesserung Ihres Creditreform Bonitätsindex erzielen Sie durch die aktive Bereinigung und Aktualisierung Ihrer Unternehmensdaten. Ein zentraler Hebel ist die Einreichung aktueller Jahresabschlüsse, da veraltete oder fehlende Finanzdaten den Score negativ beeinflussen. Zudem wirken sich Korrekturen von falschen Negativmerkmalen, wie unberechtigten Mahnverfahren oder veralteten Inkassoeinträgen, unmittelbar positiv aus.

Des Weiteren kann die freiwillige Übermittlung von positiven Zahlungserfahrungen mit Handelspartnern oder eine plausible Erläuterung ungewöhnlicher Geschäftsvorfälle bei Creditreform zu einer Neubewertung führen. Transparenz und proaktive Kommunikation sind hier entscheidend, um den Algorithmus mit den korrekten und aktuellsten Informationen zu versorgen.

HebelWirkungAufwandDauer
Aktualisierung JahresabschlussHoch (bis zu -50 Indexpunkte)Mittel2-4 Wochen
Datenkorrektur (Art. 17 DSGVO)Sehr hoch (bis zu -100 Indexpunkte)Mittel-Hoch4-8 Wochen
Branchencode-AnpassungMittel (bis zu -20 Indexpunkte)Gering2-3 Wochen
Erläuterung ZahlungsverhaltenMittel (situativ)Mittel3-6 Wochen
Eigeneinschätzung/UnternehmensportraitGering-MittelMittel4-6 Wochen

So gehen Sie vor (Schritt-für-Schritt)

Die systematische Herangehensweise an die Bonitätsverbesserung beginnt mit einer umfassenden Analyse des Status quo. Sie müssen zunächst verstehen, welche Daten Creditreform über Ihr Unternehmen speichert und wie diese bewertet werden. Erst dann können gezielte Maßnahmen zur Optimierung ergriffen werden. Die notwendigen Schritte sind dabei klar definiert und folgen einer logischen Abfolge, um maximale Wirkung zu erzielen.

Das Vorgehen orientiert sich an rechtlichen Rahmenbedingungen und bewährten Praktiken im Bonitätsmanagement. Es ist ein proaktiver Prozess, der Ihre interne Datendisziplin stärkt und gleichzeitig die externe Wahrnehmung Ihrer Firma durch Auskunfteien verbessert. Eine genaue Dokumentation aller Schritte ist dabei unerlässlich.

Aktuelle Marktzahlen 2025

Der deutsche Mittelstand sieht sich auch im Jahr 2025 mit einer erhöhten Volatilität bei der Bonitätsbewertung konfrontiert. Laut dem Creditreform Risikoindikator für das erste Quartal 2025 ist die durchschnittliche Anzahl der Unternehmensinsolvenzen im Vergleich zum Vorjahr um 8,5 % gestiegen, insbesondere im Baugewerbe und Einzelhandel [Creditreform Risikoindikator Q1 2025]. Dies führt zu einer generellen Verschärfung der Kreditvergabepolitik durch Banken und Lieferanten.

Die durchschnittliche Zahlungsdauer im B2B-Bereich hat sich leicht auf 32 Tage erhöht [Destatis, 2024], was Unternehmen unter Liquiditätsdruck setzen kann. Gleichzeitig zeigen Studien der KfW, dass rund 25 % der KMU mit unzureichenden Kreditkonditionen aufgrund ihrer Bonität zu kämpfen haben [KfW Mittelstandspanel 2024]. Die systematische Pflege der Creditreform-Daten ist vor diesem Hintergrund wichtiger denn je, um Zugang zu Finanzierungen und Lieferantenkonditionen zu sichern.

Praxisfall aus dem deutschen Mittelstand

Eine mittelständische Maschinenbau-GmbH aus Baden-Württemberg, spezialisiert auf Sondermaschinenbau, stand mit einem Creditreform Bonitätsindex von 312 im mittleren Risikobereich. Der Geschäftsführer, Herr Maier, plante eine Investition in Höhe von 1,2 Millionen Euro für eine neue Fertigungslinie, stieß jedoch auf zögerliche Banken und erhöhte Sicherheitenforderungen. Ursächlich waren veraltete Jahresabschlüsse im Bundesanzeiger und ein unberechtigter Negativ-Eintrag aufgrund eines strittigen, aber begleichenen Zahlungsverzugs vor drei Jahren.

Bonifix unterstützte das Unternehmen dabei, die aktuellen Jahresabschlüsse umgehend bei Creditreform einzureichen und den veralteten Negativ-Eintrag nach Art. 17 DSGVO korrigieren zu lassen. Innerhalb von sieben Wochen verbesserte sich der Bonitätsindex auf 235. Dies ermöglichte Herrn Maier, die benötigte Finanzierung zu 0,8 Prozentpunkten besseren Konditionen zu erhalten, was über fünf Jahre eine Einsparung von rund 48.000 Euro bedeutete und die Investition wirtschaftlicher machte.

Regionale Unterschiede in Deutschland

Obwohl Creditreform bundesweit operiert, können regionale Besonderheiten die Bonitätsbewertung indirekt beeinflussen. In Bundesländern wie Bayern und Baden-Württemberg, mit einer starken mittelständischen Industrie, kann eine gute Verankerung in regionalen Netzwerken und eine lange Unternehmenshistorie das Vertrauen der lokalen Creditreform-Geschäftsstellen stärken. Im Gegensatz dazu sehen sich Unternehmen in strukturschwächeren Regionen, etwa Teilen Ostdeutschlands, häufiger mit einer vorsichtigeren Bewertung konfrontiert, selbst bei vergleichbaren Kennzahlen.

Die regionalen IHKs und Handwerkskammern spielen ebenfalls eine Rolle, indem sie Daten zu Branchenentwicklungen und regionalen Besonderheiten liefern, die in die Bewertung einfließen können. Beispielsweise können Unternehmen in NRW durch aktive Zusammenarbeit mit der IHK Köln oder Düsseldorf spezifische Branchen-Benchmarks beeinflussen, die bei der Creditreform-Bewertung relevant sind. Eine Kenntnis dieser regionalen Dynamiken kann bei der Strategie zur Bonitätsverbesserung von Vorteil sein.

Häufige Fehler und was sie kosten

Einer der häufigsten Fehler von KMU ist die mangelnde Pflege und Überprüfung der bei Creditreform hinterlegten Daten. Veraltete Jahresabschlüsse oder nicht korrigierte, unberechtigte Negativ-Einträge sind ein klassisches Beispiel. Dies kann zu einem unnötig schlechten Bonitätsindex führen, der sich direkt auf die Finanzierungskonditionen auswirkt. Ein um nur 0,3 Prozentpunkte höherer Zins für einen Investitionskredit von 750.000 € über fünf Jahre verursacht beispielsweise Mehrkosten von 11.250 €.

Ein weiterer Fehler ist die Annahme, dass Creditreform automatisch alle positiven Entwicklungen eines Unternehmens erfasst. Ohne proaktive Kommunikation seitens des Unternehmens bleiben Umsatzsteigerungen, neue Großaufträge oder eine verbesserte Eigenkapitalquote oft unberücksichtigt. Dies führt dazu, dass die Bonität unter ihrem tatsächlichen Potenzial bleibt und Geschäftschancen oder günstigere Konditionen ungenutzt bleiben, was indirekt erhebliche Kosten verursacht.

Kosten, Aufwand, realistischer Zeitrahmen

Die Kosten und der Aufwand für die Beeinflussung der Creditreform Bonität variieren stark je nach gewähltem Ansatz und dem Grad der bereits vorhandenen Negativmerkmale. Eine einfache Datenkorrektur auf Basis einer Selbstauskunft ist meist kostengünstig, erfordert aber internen Aufwand. Komplexere Fälle mit mehreren Negativ-Einträgen oder fehlenden Jahresabschlüssen sind aufwendiger und können spezialisierte Unterstützung erfordern.

Realistische Zeitrahmen für signifikante Verbesserungen des Bonitätsindexes liegen im Bereich von Wochen bis wenigen Monaten. Sofortige Wunder sind nicht zu erwarten, da Creditreform Prozesse zur Datenprüfung und -verarbeitung hat. Die Effektivität der Maßnahmen ist jedoch hoch, wenn sie gezielt und rechtskonform umgesetzt werden.

OptionKosten (einmalig)DauerErfolgswahrscheinlichkeit
Eigenauskunft0 €2-4 WochenNiedrig (für Korrektur)
DIY-Toolkit449 €4-8 WochenMittel
Done-for-youab 2.000 €4-8 WochenHoch
Rechtsberatungab 300 €/Stunde8-16 Wochen (Fall)Hoch (bei Rechtstreit)

Vergleich der Alternativen

Neben Creditreform existieren weitere Wirtschaftsauskunfteien wie CRIF Bürgel, SCHUFA Business und Boniversum, die ebenfalls Bonitätsinformationen über Unternehmen sammeln und bewerten. Jede Auskunftei hat dabei eigene Scoring-Modelle und Datenquellen, was zu unterschiedlichen Bonitätsbewertungen desselben Unternehmens führen kann. Während Creditreform oft als Marktführer im B2B-Bereich wahrgenommen wird, sind die anderen Anbieter insbesondere in spezifischen Branchen oder bei kleineren Unternehmen relevant.

Ein ganzheitliches Bonitätsmanagement erfordert daher oft die Berücksichtigung mehrerer Auskunfteien, da Lieferanten oder Finanzdienstleister je nach Präferenz unterschiedliche Quellen nutzen. Das reine Einholen einer Creditreform Auskunft ist zwar ein wichtiger Schritt, ersetzt aber nicht die umfassende Prüfung des eigenen Unternehmensprofils bei allen relevanten Anbietern, um ein konsistentes Bild der eigenen Bonität zu gewährleisten.

Wann lohnt sich Eigenregie, wann ein Dienstleister?

Die Entscheidung zwischen Eigenregie und der Beauftragung eines Dienstleisters hängt maßgeblich von der Komplexität des Bonitätsproblems, dem verfügbaren internen Know-how und den benötigten zeitlichen Ressourcen ab. Bei geringfügigen Korrekturen oder der regelmäßigen Beantragung einer Selbstauskunft können Sie dies in Eigenregie erledigen. Hierfür bietet sich das DIY-Toolkit an, das Ihnen die notwendigen Vorlagen und Anleitungen zur Verfügung stellt.

Sollten jedoch schwerwiegende Negativmerkmale vorliegen, wie unberechtigte Inkasso-Einträge oder komplizierte Rechtsstreitigkeiten, die eine tiefgehende Kenntnis der DSGVO und des BDSG erfordern, ist die Beauftragung eines spezialisierten Dienstleisters wie Bonifix ratsam. Wir übernehmen den gesamten Prozess, von der Analyse bis zur finalen Datenkorrektur, und erzielen im Median eine Verbesserung von -127 Indexpunkten in 4–8 Wochen. So können Sie sich auf Ihr Kerngeschäft konzentrieren und gleichzeitig von unserer Expertise profitieren. Erfragen Sie gerne eine kostenlose Erstanalyse über unsere Website.

Rechtliche Grundlage

Die Einholung und Speicherung von Bonitätsdaten durch Auskunfteien wie Creditreform ist in Deutschland primär durch die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) geregelt. Gemäß Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO ist die Verarbeitung personenbezogener Daten zulässig, wenn ein berechtigtes Interesse des Verantwortlichen oder eines Dritten besteht und die Interessen oder Grundrechte und Grundfreiheiten der betroffenen Person nicht überwiegen. Dies bildet die Grundlage für die Weitergabe von Wirtschaftsauskünften an Dritte.

Unternehmen haben zudem umfassende Rechte, die in der DSGVO verankert sind: Art. 15 DSGVO gewährt das Recht auf Auskunft über die gespeicherten Daten. Art. 16 DSGVO ermöglicht die Berichtigung unzutreffender Daten, und Art. 17 DSGVO das Recht auf Löschung, insbesondere wenn Daten unrechtmäßig verarbeitet oder die Speicherfristen überschritten wurden. Der spezifische § 31 BDSG ergänzt diese Regelungen für die Verarbeitung von Bonitätsdaten, indem er klare Voraussetzungen für die Zulässigkeit der Datenübermittlung durch Auskunfteien festlegt und die Interessen der Betroffenen schützt. Diese Rechte sind die Basis, um aktiv auf Ihre Bonität bei Creditreform Einfluss zu nehmen.

Häufige Fragen

Was ist der Creditreform Bonitätsindex?

Der Bonitätsindex ist eine Kennzahl von 100 (beste Bonität) bis 600 (höchstes Ausfallrisiko), die die finanzielle Stabilität und das Zahlungsverhalten eines Unternehmens bewertet. Er basiert auf Jahresabschlüssen, Zahlungsverhalten, Rechtsform und weiteren Faktoren.

Wie oft sollte ein KMU eine Creditreform Selbstauskunft einholen?

KMU sollten mindestens einmal jährlich eine kostenlose Selbstauskunft nach Art. 15 DSGVO anfordern. Dies ermöglicht die Überwachung der eigenen Bonität und die proaktive Korrektur negativer Einträge.

Welche Kosten fallen für eine Creditreform Auskunft an?

Die Kosten für eine Creditreform Auskunft variieren je nach Auskunftstyp und können zwischen 50 und mehreren hundert Euro liegen. Ein Abonnement ist in der Regel günstiger als Einzelabfragen.

Kann ein falscher Eintrag im Creditreform Bonitätsindex korrigiert werden?

Ja, nach Art. 17 DSGVO haben Unternehmen das Recht, die Löschung oder Korrektur unrichtiger oder veralteter Daten bei Creditreform zu verlangen. Dies kann den Bonitätsindex erheblich verbessern.

Welche Rolle spielt die DSGVO bei Creditreform Auskünften?

Die DSGVO, insbesondere Art. 15 (Recht auf Auskunft) und Art. 17 (Recht auf Löschung/Berichtigung), schützt die Rechte der Betroffenen bei der Datenverarbeitung durch Auskunfteien wie Creditreform.

Wie lange bleiben negative Einträge bei Creditreform gespeichert?

Die Speicherdauer negativer Einträge variiert. Bezüglich bezahlter Forderungen kann sie auf bis zu drei Jahre nach Begleichung begrenzt sein, unbeglichene Forderungen bleiben länger gespeichert.

Was ist ein berechtigtes Interesse zum Einholen einer Creditreform Auskunft?

Ein berechtigtes Interesse besteht, wenn ein wirtschaftliches Risiko vorliegt, z.B. bei Kreditvergabe, Lieferantenbeziehungen, Mietverhältnissen oder vor größeren Investitionen in ein Partnerunternehmen.

Wie können aktuelle Jahresabschlüsse den Bonitätsindex verbessern?

Die Einreichung aktueller Jahresabschlüsse bei Creditreform verbessert den Bonitätsindex signifikant, da veraltete oder fehlende Finanzdaten den Score negativ beeinflussen und zu einer schlechteren Bewertung führen können.

  1. Kostenlose Selbstauskunft anfordern

    Fordern Sie gemäß Art. 15 DSGVO Ihre kostenlose Eigenauskunft bei Creditreform an, um alle über Ihr Unternehmen gespeicherten Daten einzusehen. Nutzen Sie dafür das offizielle Formular oder ein formloses Schreiben.

  2. Daten auf Fehler prüfen

    Analysieren Sie die erhaltene Selbstauskunft sorgfältig auf unzutreffende, veraltete oder unvollständige Einträge, insbesondere bei Negativmerkmalen, Branchencodes oder Jahresabschlüssen.

  3. Belege und Beweismittel sammeln

    Stellen Sie alle notwendigen Dokumente zusammen, die Ihre Korrekturforderungen stützen, z.B. Zahlungsnachweise, Handelsregisterauszüge oder aktuelle Jahresabschlüsse.

  4. Widerspruch/Berichtigung einlegen

    Formulieren Sie einen rechtskonformen Widerspruch oder Antrag auf Berichtigung/Löschung unter Bezugnahme auf Art. 17 DSGVO und § 31 BDSG und reichen Sie diesen mit den gesammelten Belegen bei Creditreform ein.

  5. Jahresabschlüsse proaktiv einreichen

    Übermitteln Sie Ihre aktuellen, geprüften Jahresabschlüsse aktiv an Creditreform, auch wenn keine gesetzliche Pflicht zur Veröffentlichung im Bundesanzeiger besteht. Dies verbessert die Datengrundlage.

  6. Prozess überwachen und nachfassen

    Verfolgen Sie den Bearbeitungsstand Ihrer Anträge und fragen Sie bei Bedarf nach. Fordern Sie eine Bestätigung der vorgenommenen Änderungen an.

Vergleich der Alternativen

AuskunfteiFokusBonitäts-Score (Skala)Datenquellen (Auswahl)
CreditreformB2B, Handels- und FirmenauskünfteBonitätsindex (100-600)Bundesanzeiger, Handelsregister, eigene Inkassodatenbank, Mitgliederbefragungen
CRIF BürgelB2B, B2C, BranchenlösungenCRIFBÜRGEL Score (100-500)Öffentliche Register, Schuldnerverzeichnisse, Branchenerfahrungen, Mikrozensusdaten
SCHUFA BusinessB2B, Fokus auf kleine Unternehmen & SelbstständigeSCHUFA Score (0-100%)Bankdaten, Handelsregister, Schuldnerverzeichnisse, öffentliche Bekanntmachungen
BoniversumB2C, Fokus auf KonsumentendatenBoniversum Score (100-999)Kredit-, Mobilfunk-, Versicherungsdaten, Handelsregister (begrenzt)

Regionale Hinweise Deutschland

  • In Bayern legen Banken und Genossenschaften oft besonderen Wert auf die lokale Verankerung und freiwillig eingereichte Jahresabschlüsse bei den regionalen Creditreform-Vereinen.
  • In Nordrhein-Westfalen, insbesondere im Ruhrgebiet, können Altlasten aus wirtschaftlich schwierigen Phasen in den Branchencodes noch nachwirken und erfordern eine präzise Anpassung.
  • Hamburger Unternehmen profitieren oft von einer hohen Transparenz und Vernetzung im Hafenumfeld, was bei proaktiver Kommunikation mit Creditreform positiv gewertet werden kann.
  • Berliner Start-ups müssen aufgrund ihrer jungen Historie und oft fehlender historischer Daten besonders darauf achten, frühzeitig positive Zahlungserfahrungen und aktuelle Finanzdaten zu übermitteln.
  • In den neuen Bundesländern kann die Bonitätsbewertung durch Creditreform manchmal vorsichtiger ausfallen; hier sind eine detaillierte Erläuterung der Geschäftsentwicklung und Zukunftsaussichten besonders wichtig.

Glossar

Begriffe kurz erklärt

Bonitätsindex
Eine Kennzahl von 100 bis 600, die die Ausfallwahrscheinlichkeit eines Unternehmens darstellt. 100 ist die beste, 600 die schlechteste Bonität.
Berechtigtes Interesse
Rechtliche Voraussetzung für die Einholung einer Wirtschaftsauskunft, typischerweise gegeben bei geplanten oder bestehenden Geschäftsbeziehungen mit finanziellem Risiko.
Art. 15 DSGVO
Das Recht auf Auskunft der betroffenen Person über die zu ihrer Person gespeicherten Daten bei Auskunfteien.
Art. 17 DSGVO
Das Recht auf Löschung ('Recht auf Vergessenwerden') von personenbezogenen Daten, wenn diese unrechtmäßig verarbeitet werden oder die Speicherfristen abgelaufen sind.
Jahresabschluss
Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung eines Unternehmens, die maßgeblich in die Bonitätsbewertung einfließen und proaktiv eingereicht werden sollten.
Negativmerkmal
Einträge wie gerichtliche Mahnverfahren, Zwangsvollstreckungen oder Insolvenzmeldungen, die die Bonität stark negativ beeinflussen.
BDSG
Das Bundesdatenschutzgesetz, welches die DSGVO in Deutschland ergänzt und spezifische Regelungen für die Verarbeitung von Bonitätsdaten enthält (§ 31 BDSG).

Praxis-Tools

Notfall-Checklisten & Muster-Vorlagen

Direkt einsatzbereit, ohne Anmeldung. Grau markierte Passagen ersetzen – im Namen Ihres Unternehmens versenden.

Muster-Anschreiben

Muster-Anschreiben: Löschantrag nach Art. 17 DSGVO

Rechtssicher formuliert – ohne Drohgebärden, mit klarer Fristsetzung und Nachweis der Prüfpflicht.

PDF laden
Checkliste

Notfall-Checkliste vor dem Bankgespräch

Verhindert die drei häufigsten Ablehnungsgründe im Kredit- oder Prolongationsgespräch.

PDF laden
Muster-Anschreiben

Muster-Widerspruch gegen eine unrichtige Crefo-Bewertung

Sachlich-neutral formuliert. Enthält Argumentations-Anker für Bilanz, Zahlungserfahrung und Rechtsform.

PDF laden

FAQ

Häufige Fragen

Wer kann eine Creditreform Auskunft über mein Unternehmen einholen?
Jedes Unternehmen mit einem berechtigten Interesse kann eine Auskunft einholen. Dies kann ein potenzieller Lieferant, ein Finanzierungspartner oder ein Vermieter sein, der Ihre Bonität für eine Geschäftsbeziehung prüfen möchte.
Wie kann ich eine kostenlose Creditreform Selbstauskunft für mein Unternehmen erhalten?
Sie können Ihre kostenlose Selbstauskunft nach Art. 15 DSGVO direkt bei Creditreform beantragen. Nutzen Sie dafür das Online-Formular auf der Creditreform-Website oder senden Sie ein formloses Schreiben mit Ihren Unternehmensdaten.
Was bedeutet ein schlechter Creditreform Bonitätsindex für mein Unternehmen?
Ein schlechter Bonitätsindex, etwa über 300, kann zu erschwerten Kreditkonditionen, höheren Sicherheitenforderungen, Vorkasse bei Lieferanten oder der Ablehnung von Leasing- und Mietverträgen führen. Er signalisiert ein erhöhtes Ausfallrisiko.
Wie lange speichert Creditreform negative Einträge?
Die Speicherfristen für negative Einträge variieren. Erledigte Mahnverfahren oder Inkassoforderungen werden in der Regel drei Jahre nach Erledigung gelöscht. Insolvenzverfahren können bis zu fünf Jahre nach Abschluss sichtbar bleiben.
Kann ich Creditreform Daten selbst korrigieren?
Ja, Sie haben ein Recht auf Berichtigung (Art. 16 DSGVO) und Löschung (Art. 17 DSGVO) unzutreffender oder veralteter Daten. Sie müssen dies schriftlich bei Creditreform beantragen und entsprechende Belege einreichen.
Was ist der Unterschied zwischen einer Wirtschaftsauskunft und einer Selbstauskunft?
Eine Wirtschaftsauskunft wird von Dritten über Ihr Unternehmen eingeholt, um deren Bonität zu prüfen. Eine Selbstauskunft ist die kostenlose Auskunft, die Sie selbst über die bei Creditreform gespeicherten Daten Ihres eigenen Unternehmens beantragen können.
Welchen Einfluss hat der Jahresabschluss auf die Creditreform Bonität?
Ein aktueller und positiver Jahresabschluss ist einer der wichtigsten Faktoren für eine gute Bonitätsbewertung. Fehlt er oder ist er veraltet, wird dies von Creditreform negativ bewertet und kann den Bonitätsindex erheblich verschlechtern.
Sind Creditreform Auskünfte DSGVO-konform?
Creditreform verarbeitet Daten auf Basis der DSGVO und des BDSG, insbesondere auf Grundlage des berechtigten Interesses nach Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO. Betroffene haben umfassende Auskunfts-, Berichtigungs- und Löschrechte.

Behandelte Themen

  • Creditreform AG
  • Bundesdatenschutzgesetz (BDSG)
  • Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO)
  • CRIF Bürgel GmbH
  • SCHUFA Holding AG
  • Boniversum GmbH
  • Bundesanzeiger Verlag GmbH
  • KfW Bankengruppe
  • Statistisches Bundesamt
  • IHK (Industrie- und Handelskammer)
  • Amtsgerichte

Weiterlesen

Done-for-you

Bonität jetzt von Experten verbessern lassen

DSGVO-konforme Korrekturanträge bei Creditreform und CRIF Bürgel — mit Geld-zurück-Garantie, wenn sich Ihr Score nicht verbessert.

Kostenlose Erstanalyse anfragen