Inhaltsverzeichnis · 19 Abschnitte
- Wie funktioniert die Bestellung eines Betreibungsamtsauszugs in der Schweiz?
- Welche Hebel gibt es, um negative Einträge zu bereinigen?
- So gehen Sie vor (Schritt-für-Schritt)
- Aktuelle Schweizer Marktzahlen 2025
- Praxisfall aus dem Schweizer Mittelstand
- Kantonale Besonderheiten
- Häufige Fehler und was sie kosten
- Kosten, Aufwand, realistischer Zeitrahmen
- Vergleich der Alternativen
- Wann lohnt sich Eigenregie, wann ein Dienstleister?
- Rechtliche Grundlage
- Häufige Fragen
- Wie lange ist ein Betreibungsauszug gültig?
- Was kostet ein Betreibungsamtsauszug in der Schweiz?
- Kann ich einen Betreibungsauszug online bestellen?
- Welche Angaben benötige ich für die Bestellung eines Betreibungsauszugs?
- Wie kann ich einen negativen Eintrag im Betreibungsregister löschen lassen?
- Was bedeutet ein Rechtsvorschlag bei einer Betreibung?
- Weiterführend
Wie funktioniert die Bestellung eines Betreibungsamtsauszugs in der Schweiz?
Die Bestellung eines Betreibungsamtsauszugs in der Schweiz erfolgt beim zuständigen Betreibungsamt. Dieses Amt ist für den Betreibungskreis verantwortlich, in dem die betreffende Person ihren Wohnsitz oder das Unternehmen seinen Sitz hat. Der Auszug enthält alle registrierten Betreibungen der letzten fünf Jahre, einschließlich Details zu Gläubiger, Forderungshöhe und Status der Betreibung.
Der Prozess ist klar geregelt und dient der Transparenz im Schuldner-Gläubiger-Verhältnis. Unternehmen nutzen diese Auszüge häufig, um die Bonität potenzieller Geschäftspartner, Kunden oder Mieter zu prüfen. Für KMU ist es ebenso wichtig, den eigenen Auszug regelmässig zu überprüfen, um allfällige Fehler oder unberechtigte Einträge frühzeitig zu erkennen und korrigieren zu lassen.
Der Inhalt und die Gewichtung der Informationen im Auszug sind für Kreditentscheidungen von Banken und Auskunfteien wie CRIF AG oder Intrum von grosser Bedeutung. Eine offene Betreibung, selbst wenn sie geringfügig ist, kann den Score signifikant negativ beeinflussen und zu schlechteren Konditionen bei Krediten oder Leasingverträgen führen.
| Faktor im Auszug | Gewichtung für Bonität | Datenquelle |
|---|---|---|
| Offene Betreibungen | Hoch (bis 60%) | Betreibungsamt |
| Erledigte Betreibungen | Mittel (bis 20%) | Betreibungsamt |
| Anzahl Betreibungen | Mittel (bis 15%) | Betreibungsamt |
| Forderungshöhe | Hoch (bis 30%) | Betreibungsamt |
| Alter der Betreibung | Mittel (abnehmend) | Betreibungsamt |
Welche Hebel gibt es, um negative Einträge zu bereinigen?
Negative Einträge im Betreibungsregister, selbst wenn sie unbegründet sind oder die Forderung beglichen wurde, können die Bonität eines KMU stark beeinträchtigen. Der wichtigste Hebel ist das Gesuch auf Nicht-Bekanntgabe nach Art. 8a des Schuldbetreibungs- und Konkursgesetzes (SchKG). Dieses ermöglicht es, einen Eintrag nach Ablauf von drei Monaten nach der Zustellung des Zahlungsbefehls für Dritte unsichtbar zu machen, sofern keine Fortsetzung der Betreibung verlangt wurde oder die Forderung bezahlt und vom Gläubiger anerkannt wurde.
Ein weiterer zentraler Punkt ist die proaktive Kommunikation mit Gläubigern. Im Falle einer unbegründeten Forderung ist der umgehende Rechtsvorschlag unerlässlich. Bei berechtigten, aber beglichenen Forderungen sollte stets eine schriftliche Bestätigung über die Tilgung eingeholt werden. Diese Bestätigung ist die Grundlage für ein Gesuch nach Art. 8a SchKG oder zur Argumentation bei Auskunfteien.
Das revidierte Datenschutzgesetz (revDSG) stärkt zudem die Rechte der Betroffenen. Gemäß Art. 25 revDSG haben Sie das Recht auf Auskunft über Ihre Daten und nach Art. 32 revDSG das Recht auf Berichtigung unrichtiger Daten. Auch wenn der Betreibungsamtsauszug selbst als amtliches Dokument nur schwer zu ändern ist, können diese Rechte genutzt werden, um bei Bonitätsauskunfteien eine korrekte Darstellung der Sachlage zu erwirken.
| Hebel | Wirkung auf Bonität | Aufwand | Dauer |
|---|---|---|---|
| Gesuch Art. 8a SchKG | Hoch | Mittel | 3-6 Monate |
| Rechtsvorschlag bei Betreibung | Hoch | Gering | Sofort |
| Schriftliche Tilgungsbestätigung | Mittel | Gering | 1-2 Wochen |
| Auskunftsrecht (revDSG Art. 25) | Mittel | Gering | 2-4 Wochen |
| Berichtigungsrecht (revDSG Art. 32) | Mittel | Mittel | 4-8 Wochen |
So gehen Sie vor (Schritt-für-Schritt)
Ein strukturierter Ansatz ist entscheidend, wenn Sie einen Betreibungsamtsauszug bestellen oder negative Einträge bereinigen möchten. Beginnen Sie stets mit einer gründlichen Analyse der Situation und sammeln Sie alle relevanten Unterlagen. Dokumentieren Sie jeden Schritt und jede Korrespondenz sorgfältig, um im Bedarfsfall Nachweise erbringen zu können.
Wenn es darum geht, negative Einträge zu bereinigen, ist proaktives Handeln und die Kenntnis der rechtlichen Möglichkeiten essenziell. Ein unbereinigter Auszug kann zu erheblichen finanziellen Nachteilen führen, von höheren Zinsen bis zur Ablehnung von Geschäftskrediten. Daher sollten KMU hier keine Zeit verlieren und die möglichen Hebel konsequent nutzen.
Aktuelle Schweizer Marktzahlen 2025
Die Wirtschaftslage in der Schweiz beeinflusst direkt das Betreibungswesen. Gemäß dem KOF Konjunkturbarometer wurde für das erste Quartal 2025 ein moderates Wachstum prognostiziert, was sich positiv auf die Anzahl der Betreibungen auswirken könnte. Trotzdem bleiben die Zahlen auf einem erhöhten Niveau.
Das Bundesamt für Statistik (BFS) verzeichnete im Jahr 2024 schweizweit über 1.5 Millionen neue Betreibungsverfahren. Die durchschnittliche Forderungshöhe bei neuen Betreibungen lag bei rund CHF 4’500. Diese Zahlen unterstreichen die Notwendigkeit für KMU, ihre Liquidität genau zu planen und Forderungsmanagement ernst zu nehmen, um selbst nicht zum Schuldner zu werden und Betreibungen zu vermeiden.
Der CRIF Consumer Stress Index zeigte Anfang 2025 eine leichte Zunahme des finanziellen Stresses in Schweizer Haushalten, was sich mittelfristig auch auf die Zahlungsmoral von Kleinunternehmen auswirken kann, insbesondere bei Einzelfirmen. Solche Entwicklungen machen eine regelmässige Bonitätsprüfung und die Pflege des eigenen Betreibungsregistereintrags umso wichtiger für Geschäftsinhaber.
Praxisfall aus dem Schweizer Mittelstand
Ein Zuger Maschinenbauer, eine GmbH mit 15 Mitarbeitenden, sah sich mit unerklärlich schlechteren Konditionen bei der Verlängerung seines Betriebskredits konfrontiert. Die Bank wies auf einen negativen Eintrag im Betreibungsregister hin: eine Betreibung über CHF 12’000 für eine Lieferung, die vor einem Jahr angeblich nicht bezahlt wurde. Tatsächlich hatte der Maschinenbauer die Rechnung fristgerecht beglichen, der Gläubiger hatte jedoch vergessen, die Betreibung zurückzuziehen.
Innerhalb von sechs Wochen konnte der Geschäftsführer durch Einreichen der Zahlungsbestätigung und eines Gesuchs nach Art. 8a SchKG beim Betreibungsamt Zug den Eintrag für Dritte unsichtbar machen. Parallel wurde die CRIF AG informiert, die den Score des Unternehmens daraufhin um mehrere Indexpunkte verbesserte. Die Zinskonditionen für den Betriebskredit konnten von 4.2 % auf 3.1 % gesenkt werden, was dem Unternehmen über die Laufzeit von drei Jahren eine Ersparnis von rund CHF 10’000 brachte.
Kantonale Besonderheiten
Das schweizerische Betreibungswesen ist zwar national durch das SchKG geregelt, doch die Praxis kann je nach Kanton und sogar innerhalb der Betreibungskreise variieren. In der Deutschschweiz ist der Zugang zu Informationen und die Bearbeitung von Gesuchen oft digitalisierter als in einigen ländlichen Gebieten der Romandie oder des Tessins, wo noch häufiger schriftliche oder persönliche Anträge erforderlich sind.
Beispielsweise handhaben die Betreibungsämter in den größeren Städten wie Zürich, Bern oder Basel eine hohe Fallzahl, was die Bearbeitungszeiten für Auszüge und Gesuche beeinflussen kann. Im Tessin, beispielsweise in Lugano, ist die mündliche Auskunft am Schalter noch weit verbreitet, während in Genf oder Lausanne verstärkt auf Online-Portale gesetzt wird. Für KMU ist es ratsam, sich direkt beim zuständigen kantonalen Betreibungsamt über spezifische Verfahren und Wartezeiten zu informieren.
Häufige Fehler und was sie kosten
Ein häufiger Fehler ist das Ignorieren eines Zahlungsbefehls oder das Versäumen, rechtzeitig Rechtsvorschlag zu erheben. Dies führt unweigerlich zu einem negativen Eintrag im Betreibungsregister, der die Bonität über Jahre hinweg beeinträchtigt. Eine verspätete Reaktion kann dazu führen, dass ein Betreibungseintrag, selbst bei berechtigtem Widerspruch, nicht mehr rückgängig gemacht werden kann, ohne dass der Gläubiger zustimmt. Dies kostet Zeit, Nerven und vor allem Geld.
Ein weiterer teurer Fehler ist die Annahme, dass ein bezahlter Betrag automatisch zum Verschwinden des Eintrags führt. Ohne ein aktives Gesuch nach Art. 8a SchKG bleibt der Eintrag für fünf Jahre sichtbar und beeinflusst die Bonität negativ. Bei einem Kreditvolumen von CHF 500’000 kann eine um 0.5 % höhere Zinskondition, verursacht durch einen schlechten Betreibungsregisterauszug, Mehrkosten von CHF 12’500 über eine Laufzeit von fünf Jahren bedeuten. Solche finanziellen Belastungen sind für KMU schmerzhaft und unnötig.
Kosten, Aufwand, realistischer Zeitrahmen
Die Kosten für einen Betreibungsamtsauszug sind schweizweit einheitlich geregelt und betragen in der Regel CHF 17 pro Auszug. Hinzu kommen allfällige Porto- oder Versandkosten, falls der Auszug nicht persönlich abgeholt wird. Der Aufwand für die Bestellung ist gering, besonders wenn dies online oder per E-Mail möglich ist.
Realistischerweise sollte man für die Zustellung eines Auszugs per Post 2-5 Arbeitstage einplanen. Bei Online-Bestellungen oder persönlicher Abholung kann dies jedoch schneller gehen. Die Bearbeitung eines Gesuchs nach Art. 8a SchKG, um einen Eintrag nicht-bekanntzugeben, kann hingegen mehrere Wochen bis Monate in Anspruch nehmen, da das Amt Fristen einhalten und eventuell Rücksprache mit dem Gläubiger halten muss.
| Option | Kosten (CHF) | Dauer (Tage) | Erfolgswahrscheinlichkeit |
|---|---|---|---|
| Auszug selbst bestellen | 17 | 2-5 | 100% |
| Gesuch Art. 8a SchKG selbst | 30-100 | 30-90 | Mittel-Hoch |
| Dienstleister beauftragen | 300-800 | 15-60 | Hoch |
Vergleich der Alternativen
Wenn es um die Beschaffung von Bonitätsinformationen geht, stehen Schweizer KMU verschiedene Wege offen. Der Betreibungsamtsauszug ist eine direkte Quelle für Informationen über Betreibungen. Daneben bieten Wirtschaftsauskunfteien wie CRIF AG oder Intrum umfassendere Bonitätsprofile, die neben Betreibungsinformationen auch weitere finanzielle Daten und Branchenerfahrungen berücksichtigen.
Diese Auskunfteien aggregieren Daten aus verschiedenen Quellen und berechnen daraus einen Bonitätsscore. Während der Betreibungsamtsauszug eine Momentaufnahme amtlicher Schuldnerinformationen darstellt, bieten die Auskunfteien eine dynamischere und breitere Bewertung der Kreditwürdigkeit. Beide Quellen sind für eine fundierte Risikobeurteilung unverzichtbar.
Wann lohnt sich Eigenregie, wann ein Dienstleister?
Einen Betreibungsamtsauszug selbst zu bestellen ist unkompliziert und kostengünstig. Bei unklaren Situationen, komplexen Betreibungen oder wenn es darum geht, negative Einträge erfolgreich nach Art. 8a SchKG nicht-bekanntzugeben, kann die Beauftragung eines Dienstleisters jedoch sinnvoll sein. Spezialisierte Anbieter wie Bonifix verfügen über das nötige juristische Know-how und die Erfahrung, um diese Prozesse effizient zu navigieren und die Erfolgschancen zu maximieren.
Ein Dienstleister kann auch dann eine wertvolle Unterstützung sein, wenn Sie feststellen, dass ein Eintrag bei einer Auskunftei wie der CRIF AG oder Intrum aufgrund eines Betreibungsamtsauszugs fehlerhaft oder unvollständig ist. Sie können dabei helfen, Ihr Recht auf Auskunft und Berichtigung gemäß revDSG durchzusetzen. Die Investition in professionelle Hilfe kann sich durch verbesserte Kreditkonditionen oder die Vermeidung von Geschäftsrisiken schnell amortisieren.
Rechtliche Grundlage
Die rechtlichen Grundlagen für das Betreibungswesen und den Datenschutz in der Schweiz sind primär das Schuldbetreibungs- und Konkursgesetz (SchKG) und das revidierte Datenschutzgesetz (revDSG), welches seit dem 1. September 2023 in Kraft ist. Art. 8a SchKG ist zentral für die Nicht-Bekanntgabe von Betreibungseinträgen, die unbegründet sind oder bei denen die Forderung bezahlt wurde und der Gläubiger keine Fortsetzung verlangt hat.
Das revDSG stärkt die Rechte betroffener Personen und Unternehmen. Gemäß Art. 25 revDSG besteht ein umfassendes Auskunftsrecht über die zu Ihrer Person oder Ihrem Unternehmen bearbeiteten Daten. Art. 32 revDSG gibt das Recht auf Berichtigung unrichtiger Daten. Diese Artikel sind maßgeblich, um bei Auskunfteien die Korrektur von Daten zu erwirken, die aus dem Betreibungsregister stammen könnten. Art. 6 revDSG definiert zudem die Bearbeitungsgrundsätze, die von allen datenbearbeitenden Stellen einzuhalten sind, einschließlich der Betreibungsämter und Auskunfteien.
Häufige Fragen
Wie lange ist ein Betreibungsauszug gültig?
Ein Betreibungsauszug ist eine Momentaufnahme und zeigt die Einträge der letzten fünf Jahre. Für offizielle Zwecke wird oft ein aktueller Auszug verlangt, der nicht älter als 1-3 Monate ist, da sich der Inhalt schnell ändern kann.
Was kostet ein Betreibungsamtsauszug in der Schweiz?
Die Kosten für einen Betreibungsamtsauszug sind schweizweit einheitlich geregelt und betragen in der Regel CHF 17 pro Auszug. Hinzu kommen allfällige Porto- oder Versandkosten, falls der Auszug nicht persönlich abgeholt wird.
Kann ich einen Betreibungsauszug online bestellen?
Ja, viele Betreibungsämter in der Schweiz bieten die Möglichkeit, einen Betreibungsauszug online zu bestellen. Es ist ratsam, direkt die Webseite des zuständigen Betreibungsamtes zu konsultieren, da die genauen Modalitäten und Verfügbarkeit von Online-Diensten kantonal variieren können.
Welche Angaben benötige ich für die Bestellung eines Betreibungsauszugs?
Für die Bestellung eines Betreibungsauszugs benötigen Sie den vollständigen Namen oder die genaue Firmenbezeichnung sowie die aktuelle Adresse der betreffenden Person oder des Unternehmens. Zudem müssen Sie ein berechtigtes Interesse an der Einsichtnahme nachweisen können, z.B. als Gläubiger oder Vermieter.
Wie kann ich einen negativen Eintrag im Betreibungsregister löschen lassen?
Ein negativer Eintrag kann nach Art. 8a SchKG für Dritte unsichtbar gemacht werden, wenn die Forderung bezahlt und vom Gläubiger anerkannt wurde und seit Zustellung des Zahlungsbefehls drei Monate verstrichen sind, ohne dass eine Fortsetzung der Betreibung verlangt wurde.
Was bedeutet ein Rechtsvorschlag bei einer Betreibung?
Ein Rechtsvorschlag ist ein formeller Einspruch gegen einen Zahlungsbefehl, mit dem der Schuldner die Forderung bestreitet. Er muss innerhalb von 10 Tagen nach Erhalt des Zahlungsbefehls beim Betreibungsamt erhoben werden und führt dazu, dass der Gläubiger die Forderung auf dem Klageweg beweisen muss.
Weiterführend
Fachbegriffe im Glossar:
- DSGVO Art. 15 — Recht auf Auskunft über alle gespeicherten personen- und unternehmensbezogenen Daten.
- Bundesanzeiger — Offizielles Veröffentlichungsorgan, in dem GmbHs ihre Jahresabschlüsse offenlegen müssen.
- Skonto-Effekt — Wirtschaftlicher Vorteil aus besseren Zahlungszielen und Skonto-Konditionen bei guter Bonität.
Häufige Fragen (FAQ):
- Kann ich einen SCHUFA-Eintrag für meine Firma löschen lassen?
- Wie bereite ich meine Bonität optimal auf einen Bankkredit vor?
- Wie kann ich meinen Creditreform-Score verbessern?
Zugehörige Studien:
- Eigenkapitalquote & Bonität im deutschen Mittelstand 2026 — Die Eigenkapitalquote erklärt rund 41 % der Varianz im Creditreform-Bonitätsindex bei deutschen GmbHs (Pearson r = −0,64). Betriebe mit EK-Quote unter 10 % haben einen Ø-Index von 312 (Risikoklasse IV), Betriebe über 30 % liegen bei Ø 194 (Risikoklasse I).
Zuständiges Betreibungsamt ermitteln
Finden Sie das Betreibungsamt, das für den Wohnsitz oder Firmensitz des Betroffenen zuständig ist. Dies kann über die Gemeindeverwaltung oder kantonale Behörden erfolgen.
Antragsformular beschaffen
Die meisten Betreibungsämter bieten Online-Formulare an. Alternativ können Sie einen schriftlichen Antrag stellen oder persönlich erscheinen. Achten Sie darauf, den genauen Namen und die Adresse des Betroffenen anzugeben.
Identitätsnachweis vorbereiten
Für den eigenen Auszug benötigen Sie einen amtlichen Identitätsnachweis (ID, Pass). Bei Firmenauszügen kann ein Handelsregisterauszug verlangt werden.
Kosten entrichten
Die Gebühr von CHF 17 ist in der Regel im Voraus zu entrichten. Bei Online-Bestellungen erfolgt dies oft per Kreditkarte oder Twint, bei schriftlichen Anträgen per Einzahlungsschein, persönlich in bar.
Auszug prüfen
Nach Erhalt des Auszugs prüfen Sie diesen sorgfältig auf Richtigkeit und Vollständigkeit. Bei Fehlern oder unbegründeten Einträgen sofort handeln.
Gegebenenfalls Gesuch nach Art. 8a SchKG stellen
Stellen Sie bei unberechtigten oder bezahlten Betreibungen ein Gesuch auf Nicht-Bekanntgabe. Eine schriftliche Bestätigung des Gläubigers ist hierfür essenziell.
Vergleich der Alternativen
| Merkmal | Betreibungsamtsauszug | Wirtschaftsauskunft (z.B. CRIF AG) | DIY-Toolkit Bonifix |
|---|---|---|---|
| Inhalt | Nur Betreibungen | Umfassendes Bonitätsprofil (Betreibungen, Finanzdaten, Brancheninfos) | Anleitungen & Vorlagen zur Eigenoptimierung |
| Kosten | CHF 17 | Ab CHF 50 pro Auskunft (je nach Umfang) | CHF 449 (einmalig für DE-Kontext) |
| Rechtliche Basis | SchKG | SchKG, revDSG | DSGVO (für DE), revDSG (für CH) |
| Zielgruppe | Gläubiger, Vermieter, KMU | Banken, Lieferanten, KMU | KMU zur Eigenoptimierung |
| Zugang | Betreibungsamt (online/physisch) | Online-Portale der Auskunfteien | Bonifix Webseite |
Glossar
Begriffe kurz erklärt
- Betreibungsamt
- Staatliche Behörde in der Schweiz, zuständig für die Durchführung von Betreibungsverfahren zur Zwangsvollstreckung von Geldforderungen.
- Betreibungsregister
- Öffentliches Register, geführt vom Betreibungsamt, das alle gegen eine Person oder Firma eingeleiteten Betreibungen verzeichnet.
- Zahlungsbefehl
- Erste amtliche Aufforderung im Betreibungsverfahren an den Schuldner, eine Forderung zu bezahlen oder Rechtsvorschlag zu erheben.
- Rechtsvorschlag
- Einwendung des Schuldners gegen den Zahlungsbefehl, die das Betreibungsverfahren sistiert, bis der Gläubiger die Forderung gerichtlich beweisen muss.
- Art. 8a SchKG
- Gesetzesartikel des SchKG, der die Nicht-Bekanntgabe von Betreibungseinträgen für Dritte unter bestimmten Voraussetzungen regelt.
- revDSG
- Das revidierte Datenschutzgesetz der Schweiz, in Kraft seit 1. September 2023, das die Rechte betroffener Personen bei der Datenbearbeitung stärkt.
Praxis-Tools
Notfall-Checklisten & Muster-Vorlagen
Direkt einsatzbereit, ohne Anmeldung. Grau markierte Passagen ersetzen – im Namen Ihres Unternehmens versenden.
Muster-Widerspruch gegen eine unrichtige Crefo-Bewertung
Sachlich-neutral formuliert. Enthält Argumentations-Anker für Bilanz, Zahlungserfahrung und Rechtsform.
FAQ
Häufige Fragen
- Wie lange bleiben Betreibungen im Auszug sichtbar?
- Betreibungen bleiben im Auszug des Betreibungsamtes für fünf Jahre ab dem Datum des Zahlungsbefehls sichtbar, unabhängig davon, ob sie bezahlt wurden oder nicht, es sei denn, ein Gesuch nach Art. 8a SchKG wurde erfolgreich gestellt.
- Kann ich den Auszug online bestellen?
- Ja, viele Betreibungsämter in der Schweiz bieten mittlerweile die Möglichkeit an, einen Auszug online über ihre Webseite zu bestellen. Dies ist oft der schnellste und bequemste Weg.
- Was mache ich, wenn der Auszug fehlerhafte Einträge enthält?
- Bei fehlerhaften Einträgen sollten Sie umgehend das zuständige Betreibungsamt kontaktieren und einen Nachweis für die Korrektur vorlegen. Falls nötig, können Sie auch das Auskunfts- und Berichtigungsrecht gemäß Art. 25 und 32 revDSG bei Bonitätsauskunfteien geltend machen.
- Wer darf einen Betreibungsamtsauszug bestellen?
- Jede Person oder jedes Unternehmen darf einen Auszug über sich selbst bestellen. Für Auszüge über Dritte ist ein Interesse glaubhaft zu machen, beispielsweise als Gläubiger, Vermieter oder Geschäftspartner.
- Was ist der Unterschied zwischen einem Betreibungsamtsauszug und einer Wirtschaftsauskunft?
- Ein Betreibungsamtsauszug listet ausschließlich Betreibungen auf. Eine Wirtschaftsauskunft von Anbietern wie CRIF AG oder Intrum bietet ein umfassenderes Bonitätsprofil, das neben Betreibungen auch weitere finanzielle Daten und Brancheninformationen berücksichtigt.
- Kann eine bezahlte Betreibung gelöscht werden?
- Eine bezahlte Betreibung wird nicht automatisch aus dem Auszug gelöscht, bleibt aber als erledigt markiert. Sie können jedoch nach Art. 8a SchKG ein Gesuch auf Nicht-Bekanntgabe stellen, damit sie für Dritte unsichtbar wird, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind.
Behandelte Themen
- Betreibungsamt
- Schuldbetreibungs- und Konkursgesetz (SchKG)
- revDSG (revidiertes Datenschutzgesetz)
- CRIF AG
- Intrum AG
- Creditreform Schweiz
- Bundesamt für Statistik (BFS)
- KOF Konjunkturbarometer
- Eidgenössischer Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragter (EDÖB)
- Zentraler Firmenindex (Zefix)
- Schweizerisches Handelsamtsblatt (SHAB)
- Kantone Zürich
- Kanton Zug
- Kanton Bern
- Kanton Basel
Weiterlesen
Betreibungsamt und SchKG in der Schweiz: Was KMU wissen müssen
Erfahren Sie als KMU-Geschäftsführer, wie das Betreibungsamt nach SchKG funktioniert, welche Auswirkungen Betreibungen auf Ihre Bonität haben und wie Sie sich schützen.
10 Min Lesezeit
Zefix Handelsregisterauszug bestellen: Ihr Leitfaden für Schweizer KMU
Erfahren Sie, wie Schweizer KMU einen Zefix Handelsregisterauszug bestellen, welche Arten es gibt und wie Sie dabei Ihre Firmenbonität schützen. Praktische Anleitung und rechtliche Grundlagen.
12 Min Lesezeit
Betreibungsregisterauszug bereinigen in der Schweiz: Ihr Praxis-Leitfaden
Erfahren Sie, wie Sie Ihren Betreibungsregisterauszug in der Schweiz bereinigen können. Dieser Leitfaden beleuchtet die rechtlichen Grundlagen nach Art. 8a SchKG, Fristen und praxisnahe Schritte zur Löschung von Einträgen, um Ihre Bonität zu schützen.
11 Min Lesezeit
Creditreform Auskunft Login: Ihr Leitfaden zum Online-Portal und rechtlichen Zugriff
Erfahren Sie, wie der Creditreform Auskunft Login über „Meine Creditreform“ funktioniert und wie Sie Bonitätsdaten rechtssicher nach DSGVO abrufen.
10 Min Lesezeit
Done-for-you
Bonität jetzt von Experten verbessern lassen
DSGVO-konforme Korrekturanträge bei Creditreform und CRIF Bürgel — mit Geld-zurück-Garantie, wenn sich Ihr Score nicht verbessert.
Kostenlose Erstanalyse anfragen