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Ratgeber

Firmenbonität bei CRIF Schweiz: Aufbau, Hebel und Optimierung für KMU

So entschlüsseln und verbessern Schweizer KMU ihren CRIF Bonitäts-Score nachhaltig

Mike SorceMike SorceGründer & Head of Credit Risk, BonifixAktualisiert August 202611 Min Lesezeit
Inhaltsverzeichnis · 20 Abschnitte
  1. Wie funktioniert der CRIF Bonitäts-Score für Schweizer KMU?
  2. Welche Hebel verbessern die Firmenbonität bei CRIF am schnellsten?
  3. So gehen Sie vor (Schritt-für-Schritt)
  4. Aktuelle Schweizer Marktzahlen 2025
  5. Praxisfall aus dem Schweizer Mittelstand
  6. Kantonale Besonderheiten
  7. Häufige Fehler und was sie kosten
  8. Kosten, Aufwand, realistischer Zeitrahmen
  9. Vergleich der Alternativen
  10. Wann lohnt sich Eigenregie, wann ein Dienstleister?
  11. Rechtliche Grundlage
  12. Häufige Fragen
  13. Was ist der CRIF Bonitäts-Score für Schweizer KMU?
  14. Welche Daten fliessen in die Berechnung des CRIF Scores ein?
  15. Wie kann ich unrichtige Daten bei CRIF korrigieren lassen?
  16. Was bewirkt ein Gesuch auf Nichtbekanntgabe nach Art. 8a SchKG?
  17. Welche Kosten können durch einen schlechten CRIF-Score entstehen?
  18. Gibt es kantonale Unterschiede bei der Bearbeitung von Betreibungsangelegenheiten?
  19. Wie lange dauert es, den CRIF Bonitäts-Score zu verbessern?
  20. Warum sollte ich meine eigenen CRIF-Daten regelmässig überprüfen?

Wie funktioniert der CRIF Bonitäts-Score für Schweizer KMU?

Der CRIF Bonitäts-Score für Schweizer Unternehmen ist ein essenzieller Indikator, der die Wahrscheinlichkeit eines Kreditausfalls oder einer Zahlungsunfähigkeit abbildet. Er wird typischerweise auf einer Skala von 1 (sehr hohes Risiko) bis 600 (sehr geringes Risiko) ausgedrückt, wobei ein höherer Wert eine bessere Bonität signalisiert. Dieser Score bildet die Grundlage für Kreditentscheidungen von Banken, Leasinggebern, Versicherungen und Lieferanten.

Die Berechnung des Scores erfolgt anhand eines komplexen Algorithmus, der eine Vielzahl von Datenpunkten analysiert. Zu den wichtigsten Daten gehören öffentlich zugängliche Informationen aus dem Handelsregister (Zefix, SHAB), kantonale Betreibungsregisterauszüge sowie branchenspezifische Zahlungserfahrungen von Partnerunternehmen. Auch die Unternehmensform, das Alter des Unternehmens und die Branche fliessen in die Bewertung ein. Negativ wirken sich unter anderem offene Betreibungen, Konkurse, Liquidationsverfahren oder auch häufige Adresswechsel aus, da sie auf eine erhöhte Risikobereitschaft oder finanzielle Instabilität hindeuten können.

FaktorGewichtung (ca.)Datenquelle(n)
Betreibungen / Zahlungsstörungen40 %Betreibungsregister, Inkasso-Meldungen
Handelsregister-Informationen25 %Zefix, SHAB (Konkurse, Liquidationen)
Branchendaten / Zahlungserfahrungen15 %CRIF-Pooldaten, Branchen-Benchmarks
Unternehmensalter / Rechtsform10 %Handelsregister
Bilanzdaten / Jahresabschlüsse (freiwillig)10 %Einreichung durch Unternehmen

Welche Hebel verbessern die Firmenbonität bei CRIF am schnellsten?

Die schnellsten und effektivsten Hebel zur Verbesserung der Firmenbonität bei CRIF liegen in der aktiven Datenpflege und dem Management negativer Einträge. Unrichtige oder veraltete Informationen müssen umgehend korrigiert werden, um eine faire Bewertung sicherzustellen. Gemäss Art. 32 revDSG haben Unternehmen ein Recht auf Berichtigung falscher Daten.

Ein weiterer zentraler Hebel ist der strategische Umgang mit Betreibungen. Sobald eine Betreibung beglichen ist, kann nach Ablauf von drei Monaten und ohne Fortsetzung ein Gesuch auf Nichtbekanntgabe der Betreibung an Dritte gemäss Art. 8a SchKG gestellt werden. Dies eliminiert den negativen Eintrag in der Auskunft für Dritte und hat eine unmittelbare positive Wirkung auf den Score. Regelmässige Überprüfung der eigenen Daten bei CRIF ist unerlässlich.

HebelWirkung auf ScoreAufwandDauer (realistisch)
Datenkorrektur nach revDSG Art. 32hochmittel2-4 Wochen
Gesuch auf Nichtbekanntgabe (Art. 8a SchKG)sehr hochmittel4-12 Wochen
Begleichen offener Betreibungenhochmittelsofort (intern)
Proaktive Datenlieferung (z.B. Jahresabschlüsse)mittelgeringeinmalig
Monitoring eigener CRIF-Datenmittelgeringlaufend

So gehen Sie vor (Schritt-für-Schritt)

Eine systematische Herangehensweise ist entscheidend, um die Firmenbonität bei CRIF effektiv zu optimieren. Es beginnt stets mit der Transparenz über die eigenen Daten und führt über gezielte Massnahmen zur Verbesserung. Dieser Prozess erfordert Sorgfalt und Kenntnis der rechtlichen Rahmenbedingungen, um nachhaltige Erfolge zu erzielen. Beginnen Sie mit der Anforderung einer Datenselbstauskunft und arbeiten Sie sich Schritt für Schritt durch die Datenpunkte.

Aktuelle Schweizer Marktzahlen 2025

Die Schweizer Wirtschaft zeigt sich 2025 robust, doch die Bonitätslandschaft für KMU bleibt dynamisch. Laut dem KOF Wirtschaftsinstitut der ETH Zürich wird für 2025 ein Wirtschaftswachstum von rund 1,5 % prognostiziert, was sich positiv auf die allgemeine Zahlungsmoral auswirken kann. Trotzdem bleiben spezifische Branchen und Regionen von Risiken betroffen, insbesondere im Baugewerbe und Detailhandel.

Die Anzahl der Firmenkonkurse in der Schweiz verzeichnete im ersten Quartal 2025 einen leichten Anstieg von 2 % gegenüber dem Vorjahr, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) berichtet. Dieser Trend verdeutlicht die anhaltende Notwendigkeit für KMU, ihre Bonität proaktiv zu managen. CRIF selbst publiziert regelmässig Wirtschaftsbarometer, die diese Entwicklungen detailliert aufzeigen und spezifische Branchenrisiken hervorheben. Dies unterstreicht, dass eine gute Bonität kein Zufall, sondern das Ergebnis konsequenter Pflege ist.

Praxisfall aus dem Schweizer Mittelstand

Eine mittelständische Maschinenbau-AG aus dem Kanton Zürich stand vor der Herausforderung, dass ein neuer Leasingvertrag für eine Produktionsanlage aufgrund eines suboptimalen CRIF-Scores nur zu ungünstigen Konditionen angeboten wurde. Der Score lag bei 380 von 600, hauptsächlich beeinflusst durch eine ältere, aber bereits beglichene Betreibung, die jedoch noch bei CRIF sichtbar war. Nach einer detaillierten Analyse und der Einleitung eines Gesuchs gemäss Art. 8a SchKG beim zuständigen Betreibungsamt, konnte die Nichtbekanntgabe der Betreibung an Dritte erwirkt werden. Innerhalb von acht Wochen verbesserte sich der CRIF-Score der AG auf 455 Punkte. Dies ermöglichte den Abschluss des Leasingvertrags zu deutlich besseren Zinsen, was über die Laufzeit von fünf Jahren eine Ersparnis von rund 18.000 CHF bedeutete und die Liquidität des Unternehmens signifikant entlastete.

Kantonale Besonderheiten

Die Schweiz ist ein föderalistischer Staat, und dies zeigt sich auch in der Handhabung der Betreibungsregister, die einen massgeblichen Einfluss auf den CRIF-Score haben. Während die Grundprinzipien des Schuldbetreibungs- und Konkursgesetzes (SchKG) landesweit gelten, gibt es in der praktischen Umsetzung kantonale und teilweise sogar kommunale Unterschiede. Dies betrifft beispielsweise die Bearbeitungsfristen für Auskunfts- oder Nichtbekanntgabe-Gesuche sowie die Gebührenordnungen der Betreibungsämter.

Besonders in der Romandie und im Tessin können die administrativen Prozesse von den in der Deutschschweiz üblichen Abläufen abweichen. Eine Zürcher Treuhand-AG, die Betreibungen in Genf oder Lugano managen muss, erlebt oft andere Fristen und Anforderungen als im Kanton Aargau. Diese regionalen Eigenheiten erfordern eine genaue Kenntnis der lokalen Gepflogenheiten, um eine schnelle und effiziente Bereinigung von Daten, die den CRIF-Score beeinflussen, zu gewährleisten. Eine pauschale Vorgehensweise ist hier selten zielführend und kann zu unnötigen Verzögerungen führen.

Häufige Fehler und was sie kosten

Einer der häufigsten Fehler von KMU ist die mangelnde Kenntnis des eigenen CRIF-Scores oder die Annahme, dass eine beglichene Betreibung automatisch aus den Registern verschwindet. Dies ist nicht der Fall. Ein übersehener oder ignorierter Eintrag, der bei CRIF noch sichtbar ist, kann sich direkt in schlechteren Konditionen niederschlagen. Ein um 0,25 % höherer Zinssatz bei einem Kontokorrentkredit von 250.000 CHF über drei Jahre summiert sich bereits auf 1.875 CHF Mehrkosten. Bei grösseren Finanzierungen oder Leasingverträgen können diese Beträge schnell im fünfstelligen Bereich liegen.

Ein weiterer teurer Fehler ist die unzureichende oder fehlerhafte Beantragung einer Nichtbekanntgabe nach Art. 8a SchKG. Formelle Mängel im Gesuch können zu Ablehnungen führen und den Prozess um Wochen oder gar Monate verzögern. In dieser Zeit bleibt der negative Eintrag bestehen und beeinträchtigt weiterhin die Bonität. Die Kosten für eine nicht optimal genutzte Bonität sind oft versteckt, aber real – sie manifestieren sich in höheren Prämien für Versicherungen, strengeren Zahlungszielen bei Lieferanten oder einem verpassten Geschäft aufgrund mangelnder Kreditwürdigkeit. Eine proaktive und korrekte Datenpflege ist somit keine optionale Aufgabe, sondern eine finanzielle Notwendigkeit.

Kosten, Aufwand, realistischer Zeitrahmen

Die Optimierung der Firmenbonität bei CRIF ist eine Investition, deren Kosten und Dauer stark vom gewählten Weg abhängen. Eine Selbstanalyse mit anschliessenden eigenständigen Massnahmen ist die kostengünstigste Option, erfordert aber viel Zeit und Fachwissen. Die grössten Kosten sind hier oft indirekt durch den Zeitaufwand und mögliche Fehler. Eine professionelle Unterstützung durch einen Dienstleister kann den Prozess beschleunigen und die Erfolgswahrscheinlichkeit signifikant erhöhen, ist jedoch mit direkten Kosten verbunden.

Der Zeitrahmen für eine messbare Verbesserung reicht von wenigen Wochen bei einfachen Datenkorrekturen bis zu mehreren Monaten bei komplexeren Fällen, wie der Nichtbekanntgabe von Betreibungen. Realistische Erwartungen sind hier wichtig: Eine grundlegende Verbesserung des Scores ist oft innerhalb von 4 bis 12 Wochen sichtbar, während tiefgreifende Strukturverbesserungen länger dauern können. Es gilt abzuwägen, ob der interne Aufwand und das Risiko von Fehlern die potenziellen Einsparungen durch bessere Bonitätskonditionen rechtfertigen.

OptionKosten (CHF)DauerErfolgswahrscheinlichkeit
Eigenregie (DIY)50-200 (Amtsgebühren)8-24 Wochenmittel
DIY-Toolkit (Vorlagen)449 (einmalig)6-16 Wochenhoch
Professioneller Dienstleister (Done-for-you)1.500-4.000 (pauschal)4-12 Wochensehr hoch

Vergleich der Alternativen

Neben CRIF existieren weitere Auskunfteien in der Schweiz, die ebenfalls Bonitätsinformationen sammeln und verarbeiten. Zu den relevantesten gehören Intrum AG und Creditreform Schweiz. Während CRIF und Intrum oft im Kontext der Konsumenten- und Firmenbonität eine Rolle spielen, fokussiert sich Creditreform stärker auf B2B-Daten und liefert einen eigenen Bonitätsindex. Die Datenbasis und die Gewichtung der Faktoren können sich zwischen diesen Anbietern unterscheiden, was zu unterschiedlichen Score-Werten für dasselbe Unternehmen führen kann.

Es ist entscheidend, zu verstehen, dass nicht alle Auskunfteien dieselben Informationen oder denselben Fokus haben. Unternehmen sollten daher eine umfassende Strategie verfolgen, die gegebenenfalls das Management der Daten bei mehreren relevanten Anbietern einschliesst. Eine regelmässige Überprüfung bei allen relevanten Auskunfteien stellt sicher, dass das Unternehmen über seine gesamte Bonitätslandschaft im Bilde ist und proaktiv handeln kann, um seine Kreditwürdigkeit umfassend zu optimieren.

Wann lohnt sich Eigenregie, wann ein Dienstleister?

Die Entscheidung, ob Sie die Bonitätsoptimierung in Eigenregie durchführen oder einen Dienstleister beauftragen, hängt von mehreren Faktoren ab: der Komplexität Ihrer Bonitätssituation, dem intern verfügbaren Fachwissen und der Zeit, die Sie investieren können. Eigenregie ist dann sinnvoll, wenn es sich um einfache Datenkorrekturen handelt, keine oder nur wenige alte Betreibungen vorliegen und Sie über die notwendige juristische Expertise verfügen, um Anträge korrekt zu formulieren und Fristen einzuhalten. Unser "DIY-Toolkit für 449 € sichern" kann hier eine wertvolle Unterstützung bieten, um die rechtlichen Schritte strukturiert und fehlerfrei umzusetzen.

Ein professioneller Dienstleister wie Bonifix ist hingegen die bevorzugte Option bei komplexen Sachverhalten, wie mehreren Betreibungseinträgen, widersprüchlichen Datensätzen oder wenn schlicht die Zeit oder das Know-how im Unternehmen fehlen. Dienstleister übernehmen den gesamten Prozess, von der Datenanforderung über die Analyse bis hin zur Kommunikation mit CRIF und den Betreibungsämtern. Sie navigieren sicher durch die rechtlichen Bestimmungen und maximieren die Chancen auf eine schnelle und effektive Score-Verbesserung. Eine "Kostenlose Erstanalyse anfragen" kann Ihnen aufzeigen, welche Hebel in Ihrem spezifischen Fall am wirksamsten sind.

Rechtliche Grundlage

Die Optimierung der Firmenbonität bei CRIF in der Schweiz fusst auf klaren rechtlichen Grundlagen, die im revidierten Datenschutzgesetz (revDSG) und im Schuldbetreibungs- und Konkursgesetz (SchKG) verankert sind. Das revDSG, in Kraft seit dem 1. September 2023, stärkt die Rechte betroffener Personen und Unternehmen im Umgang mit ihren Daten. Insbesondere Art. 25 revDSG gewährt ein umfassendes Auskunftsrecht über die bei CRIF gespeicherten Daten. Unternehmen können somit eine vollständige Kopie aller über sie vorhandenen Informationen anfordern.

Darüber hinaus bietet Art. 32 revDSG das Recht auf Berichtigung unrichtiger Daten. Sollten Sie fehlerhafte Einträge in Ihrer CRIF-Auskunft feststellen, können Sie deren Korrektur verlangen. Für Betreibungen ist Art. 8a SchKG von zentraler Bedeutung: Er ermöglicht es dem Schuldner, nach drei Monaten ab Zustellung des Zahlungsbefehls und ohne Fortsetzung der Betreibung, ein Gesuch an das Betreibungsamt zu stellen, die Betreibung Dritten nicht mehr bekannt zu geben. Dies ist ein potenter Hebel, um beglichene oder ungerechtfertigte Betreibungen aus der Sicht Dritter zu entfernen und den CRIF-Score signifikant zu verbessern. Diese rechtlichen Rahmenbedingungen bilden die Basis für eine gezielte und legale Bonitätsoptimierung.

Häufige Fragen

Was ist der CRIF Bonitäts-Score für Schweizer KMU?

Der CRIF Bonitäts-Score ist ein Indikator für die Kreditwürdigkeit Schweizer KMU, typischerweise auf einer Skala von 1 (sehr hohes Risiko) bis 600 (sehr geringes Risiko). Er dient Banken, Leasinggebern und Lieferanten als Grundlage für Kreditentscheidungen.

Welche Daten fliessen in die Berechnung des CRIF Scores ein?

In die Berechnung fliessen öffentlich zugängliche Informationen wie Handelsregistereinträge (Zefix, SHAB), kantonale Betreibungsregisterauszüge, Zahlungserfahrungen von Partnerunternehmen sowie Unternehmensform, Alter und Branche ein.

Wie kann ich unrichtige Daten bei CRIF korrigieren lassen?

Gemäss Art. 32 revDSG haben Unternehmen das Recht auf Berichtigung falscher Daten. Dies erfordert eine direkte Kontaktaufnahme mit CRIF und die Vorlage entsprechender Belege zur Korrektur.

Was bewirkt ein Gesuch auf Nichtbekanntgabe nach Art. 8a SchKG?

Ein Gesuch auf Nichtbekanntgabe nach Art. 8a SchKG ermöglicht es, eine beglichene Betreibung nach drei Monaten ohne Fortsetzung aus der Auskunft für Dritte zu entfernen, was den CRIF-Score unmittelbar positiv beeinflusst.

Welche Kosten können durch einen schlechten CRIF-Score entstehen?

Ein schlechter CRIF-Score kann zu höheren Zinssätzen bei Krediten (z.B. 0,25% zusätzlich bei 250.000 CHF über drei Jahre = 1.875 CHF Mehrkosten), strengeren Zahlungszielen oder sogar zu verpassten Geschäftsgelegenheiten führen.

Gibt es kantonale Unterschiede bei der Bearbeitung von Betreibungsangelegenheiten?

Ja, obwohl das SchKG landesweit gilt, gibt es kantonale und kommunale Unterschiede bei Bearbeitungsfristen und Gebührenordnungen von Betreibungsämtern, was bei der Datenbereinigung berücksichtigt werden sollte.

Wie lange dauert es, den CRIF Bonitäts-Score zu verbessern?

Die Dauer variiert: Einfache Datenkorrekturen können 2-4 Wochen dauern, während die Nichtbekanntgabe von Betreibungen 4-12 Wochen in Anspruch nehmen kann. Eine grundlegende Verbesserung ist oft innerhalb von 4-12 Wochen sichtbar.

Warum sollte ich meine eigenen CRIF-Daten regelmässig überprüfen?

Regelmässiges Monitoring der eigenen Daten bei CRIF hilft, unrichtige Einträge frühzeitig zu erkennen und zu korrigieren. Dies ist unerlässlich, um eine faire Bewertung sicherzustellen und die Bonität proaktiv zu managen.

  1. Eigene CRIF-Auskunft anfordern

    Beantragen Sie gemäss Art. 25 revDSG eine kostenlose Datenauskunft bei CRIF, um alle gespeicherten Informationen über Ihr Unternehmen zu erhalten. Prüfen Sie diese sorgfältig auf Richtigkeit und Vollständigkeit.

  2. Daten auf Fehler prüfen und korrigieren

    Vergleichen Sie die erhaltene Auskunft mit Ihren eigenen Unterlagen. Identifizieren Sie falsche, veraltete oder unvollständige Einträge. Fordern Sie gemäss Art. 32 revDSG deren Berichtigung bei CRIF an.

  3. Betreibungen prüfen und managen

    Überprüfen Sie, welche Betreibungen in Ihrer Auskunft aufgeführt sind. Begleichen Sie offene Forderungen umgehend. Bei beglichenen Betreibungen, die älter als drei Monate sind und nicht fortgesetzt wurden, stellen Sie ein Gesuch auf Nichtbekanntgabe nach Art. 8a SchKG beim zuständigen Betreibungsamt.

  4. Zahlungsmoral optimieren

    Stellen Sie sicher, dass Rechnungen stets pünktlich bezahlt werden. Eine positive Zahlungshistorie ist ein wichtiger Faktor für die Bonitätsbewertung und beeinflusst zukünftige Zahlungserfahrungen, die an CRIF gemeldet werden können.

  5. Proaktive Datenbereitstellung prüfen

    Erwägen Sie die freiwillige Einreichung aktueller Jahresabschlüsse an CRIF, sofern diese eine positive finanzielle Entwicklung aufzeigen. Dies kann eine lückenhafte oder ältere Datenbasis positiv ergänzen.

  6. Regelmässiges Monitoring

    Behalten Sie Ihren CRIF-Score im Auge und fordern Sie in regelmässigen Abständen (z.B. jährlich) eine neue Auskunft an, um die Auswirkungen Ihrer Massnahmen zu überprüfen und frühzeitig auf neue Einträge reagieren zu können.

Vergleich der Alternativen

AuskunfteiFokusScore-Skala (Beispiel)Wichtige Datenquellen
CRIF AGKonsumenten- und Firmenbonität1-600 (höher = besser)Handelsregister, Betreibungen, Zahlungserfahrungen
Intrum AGInkasso & Bonität0-1000 (höher = besser)Betreibungen, Zahlungserfahrungen, Adressdaten
Creditreform SchweizFirmenbonität (B2B)100-600 (tiefer = besser)Handelsregister, Finanzdaten, Brancheninformationen

Glossar

Begriffe kurz erklärt

CRIF Bonitäts-Score
Ein numerischer Wert (1-600) von CRIF Schweiz, der die Kreditwürdigkeit und Ausfallwahrscheinlichkeit eines Unternehmens darstellt.
revDSG (revidiertes Datenschutzgesetz)
Das seit 1. September 2023 in Kraft stehende Schweizer Datenschutzgesetz, das die Rechte von Personen und Unternehmen im Umgang mit ihren Daten stärkt.
Art. 8a SchKG
Ein Artikel des Schuldbetreibungs- und Konkursgesetzes (SchKG), der es ermöglicht, ein Gesuch auf Nichtbekanntgabe einer Betreibung an Dritte zu stellen, wenn diese beglichen und seit drei Monaten nicht fortgesetzt wurde.
Zefix
Das zentrale Firmenindex der Schweiz, über das alle im Handelsregister eingetragenen Unternehmen recherchierbar sind.
Betreibungsregister
Ein kantonales Register, das Auskunft über offene oder erledigte Betreibungen gegen eine Person oder ein Unternehmen gibt.
Kreditausfallwahrscheinlichkeit
Die statistisch ermittelte Wahrscheinlichkeit, dass ein Schuldner seinen finanziellen Verpflichtungen nicht nachkommen kann.
SHAB
Das Schweizerische Handelsamtsblatt, in dem gesetzlich vorgeschriebene Publikationen von Unternehmen (z.B. Gründungen, Mutationen, Konkurse) veröffentlicht werden.

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FAQ

Häufige Fragen

Was ist der CRIF Bonitäts-Score?
Der CRIF Bonitäts-Score ist ein Wert, der die Kreditwürdigkeit eines Unternehmens in der Schweiz abbildet. Er reicht von 1 (sehr hohes Risiko) bis 600 (sehr geringes Risiko) und wird von Banken, Leasinggebern und Lieferanten zur Einschätzung des Kreditausfallrisikos verwendet.
Wie oft sollte ich meinen CRIF-Score prüfen?
Es wird empfohlen, Ihren CRIF-Score mindestens einmal jährlich zu prüfen oder immer dann, wenn Sie grössere Finanzierungsentscheidungen treffen oder Geschäftspartner überprüfen möchten. Dies ermöglicht eine proaktive Reaktion auf Veränderungen.
Kann ich meinen CRIF-Score selbst verbessern?
Ja, Sie können Ihren CRIF-Score selbst verbessern, indem Sie eine Selbstauskunft einholen, unrichtige Daten korrigieren lassen und vor allem beglichene Betreibungen über Art. 8a SchKG zur Nichtbekanntgabe bringen. Dies erfordert jedoch Wissen über die rechtlichen Abläufe.
Was kostet eine CRIF-Auskunft?
Eine Selbstauskunft über Ihre eigenen Daten ist gemäss Art. 25 revDSG bei CRIF in der Regel kostenlos. Für die Auskunft über Dritte können Gebühren anfallen, die je nach Umfang und Abo-Modell variieren.
Wie lange bleiben negative Einträge bei CRIF sichtbar?
Negative Einträge wie Betreibungen bleiben in der Regel für eine bestimmte Dauer (oft fünf Jahre) sichtbar, es sei denn, Sie erwirken eine Nichtbekanntgabe nach Art. 8a SchKG bei einer beglichenen und nicht fortgesetzten Betreibung. Konkurse haben längere Sichtbarkeitsfristen.
Beeinflusst mein privater Score den Firmenscore?
Bei Einzelfirmen oder kleinen GmbHs kann der private Score des Inhabers indirekt einen Einfluss haben, insbesondere wenn persönliche Bürgschaften oder ähnliche Verpflichtungen bestehen. Bei grösseren AGs ist der Einfluss geringer, da die Unternehmensbonität primär auf Unternehmensdaten basiert.
Was ist der Unterschied zwischen CRIF und Intrum?
CRIF und Intrum sind beides führende Anbieter für Bonitätsinformationen in der Schweiz. Sie nutzen ähnliche, aber nicht identische Datenquellen und Algorithmen. Beide sind relevant, und es kann ratsam sein, die Daten bei beiden zu pflegen, da sie von unterschiedlichen Marktteilnehmern genutzt werden.

Behandelte Themen

  • CRIF AG
  • Intrum AG
  • Creditreform Schweiz
  • Eidgenössischer Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragter (EDÖB)
  • revidiertes Datenschutzgesetz (revDSG)
  • Schuldbetreibungs- und Konkursgesetz (SchKG)
  • Art. 8a SchKG
  • Art. 25 revDSG
  • Art. 32 revDSG
  • Zentrales Firmenindex (Zefix)
  • Schweizerisches Handelsamtsblatt (SHAB)
  • Bundesamt für Statistik (BFS)
  • KOF Konjunkturforschungsstelle ETH Zürich

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