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Ratgeber

Factoring in Österreich: A.B.S. Factoring AG als Partner für KMU

Liquidität sichern und Bonität stärken: Eine Analyse der Optionen für den Mittelstand

Mike SorceMike SorceGründer & Head of Credit Risk, BonifixAktualisiert August 202610 Min Lesezeit
Inhaltsverzeichnis · 20 Abschnitte
  1. Wie funktioniert Factoring und welche Rolle spielt es für die Unternehmensbonität?
  2. Welche Hebel wirken am stärksten auf die Liquidität durch Factoring?
  3. So gehen Sie vor, um Factoring in Österreich zu implementieren
  4. Aktuelle Marktzahlen 2024 für den österreichischen Factoring-Markt
  5. Praxisfall aus dem deutschen Mittelstand
  6. Regionale Unterschiede und Besonderheiten in Österreich
  7. Häufige Fehler im Factoring und deren Kostenfolgen
  8. Kosten, Aufwand und realistischer Zeitrahmen für Factoring
  9. Vergleich der Factoring-Alternativen in Österreich
  10. Wann lohnt sich Eigenregie, wann ein Dienstleister für Factoring?
  11. Rechtliche Grundlagen der Forderungsabtretung in Österreich
  12. Häufige Fragen
  13. Was ist der Unterschied zwischen echtem und unechtem Factoring?
  14. Welche Kosten sind mit Factoring verbunden?
  15. Kann Factoring die Bilanzstruktur verbessern?
  16. Für welche Unternehmen ist Factoring in Österreich besonders geeignet?
  17. Muss ich alle meine Forderungen fakturieren?
  18. Wie lange dauert die Implementierung von Factoring in einem Unternehmen?
  19. Welche Rolle spielt die Bonität meiner Kunden beim Factoring?
  20. Welche Vorteile bietet Full Service Factoring im Vergleich zu Inhouse Factoring?

Wie funktioniert Factoring und welche Rolle spielt es für die Unternehmensbonität?

Factoring ist der fortlaufende Verkauf von Forderungen eines Unternehmens an ein Factoring-Institut. Der Factor übernimmt dabei die Eintreibung der Forderung und das Ausfallrisiko, wodurch das Unternehmen sofort über liquide Mittel verfügt und sein Working Capital optimiert. Für die Unternehmensbonität ist dies vorteilhaft, da es die Eigenkapitalquote stärken und die Abhängigkeit von Bankkrediten reduzieren kann.

Die Funktionsweise des Factoring lässt sich in mehreren Schritten erklären: Ein Unternehmen liefert Waren oder erbringt Dienstleistungen und stellt seinem Kunden eine Rechnung. Anstatt die Zahlungsfrist abzuwarten, verkauft das Unternehmen diese Forderung an den Factor, der den Rechnungsbetrag abzüglich einer Factoring-Gebühr und eines Sicherheitseinbehalts sofort auszahlt. Der Factor übernimmt anschließend das Debitorenmanagement und das volle Ausfallrisiko, sofern ein echtes Factoring vereinbart wurde.

Für die Bonitätsbewertung durch Wirtschaftsauskunfteien wie Creditreform oder CRIF Bürgel sind Kennzahlen wie die Liquiditätslage, die Eigenkapitalquote und die Verschuldung entscheidend. Durch den Forderungsverkauf verbessert sich die Liquidität I. Grades und die Bilanzstruktur, da die Forderungen aus der Bilanz entfernt und durch liquide Mittel ersetzt werden. Dies kann den Bonitätsindex des Unternehmens positiv beeinflussen und die Kreditwürdigkeit bei Banken erhöhen.

FaktorGewichtungDatenquelle
Liquide MittelHoch (ca. 30%)Bilanz, Kontoauszüge, BWA
EigenkapitalquoteHoch (ca. 25%)Bilanz, GuV
Forderungslaufzeit (DSO)Mittel (ca. 15%)Debitoren-Analyse, BWA
Ausfallrisiko DebitorenMittel (ca. 10%)Factoring-Vertrag, Erfahrungen
VerschuldungsgradMittel (ca. 20%)Bilanz, Kreditlinien

Welche Hebel wirken am stärksten auf die Liquidität durch Factoring?

Die wirksamsten Hebel zur Steigerung der Liquidität durch Factoring sind der Umfang der abgetretenen Forderungen, die Qualität des Debitorenstamms und die Wahl der Factoring-Art. Ein hohes Volumen an fakturierbaren Forderungen maximiert die sofortige Mittelzufuhr, während bonitätsstarke Debitoren die Factoring-Gebühren senken. Full Service Factoring bietet zudem die größte Entlastung im Debitorenmanagement.

Durch den Verkauf von 100 % der fakturierbaren Forderungen lässt sich die Liquidität am effektivsten erhöhen, da das gebundene Kapital in den Forderungen vollständig freigesetzt wird. Eine sorgfältige Analyse der eigenen Debitoren ist hierbei entscheidend, da Factoring-Institute vor allem an Forderungen gegen solvente Abnehmer interessiert sind. Unternehmen mit einer hohen Anzahl stabiler Großkunden profitieren hier besonders stark.

Die Wahl zwischen Full Service Factoring, bei dem der Factor das komplette Debitorenmanagement und das Ausfallrisiko übernimmt, und Inhouse Factoring, bei dem das Unternehmen das Debitorenmanagement selbst behält, beeinflusst ebenfalls die Wirkung auf Liquidität und Kosten. Full Service Factoring entlastet die internen Ressourcen maximal und bietet den höchsten Schutz vor Forderungsausfällen, was die Bilanz weiter stabilisiert.

HebelWirkung auf LiquiditätAufwandDauer der Umsetzung
Hohes Factoring-VolumenSofortige deutliche ErhöhungMittel (Vertragsanpassung)1-2 Wochen
Bonitätsstarke DebitorenSenkt Kosten, erhöht AkzeptanzHoch (Kundenanalyse)Laufend
Full Service FactoringMax. Entlastung, AusfallschutzGering (intern)Sofort nach Start
Reduzierung ZahlungszieleIndirekt durch bessere KundenHoch (Vertragsverhandlungen)3-6 Monate

So gehen Sie vor, um Factoring in Österreich zu implementieren

Die Implementierung von Factoring erfordert eine strukturierte Vorgehensweise, beginnend bei der Analyse des eigenen Bedarfs bis zur Auswahl des passenden Anbieters und der fortlaufenden Integration. Es ist wichtig, die potenziellen Auswirkungen auf interne Prozesse und die Kommunikation mit Kunden präzise zu planen.

Zunächst sollten Sie Ihren genauen Liquiditätsbedarf ermitteln und eine Analyse Ihrer offenen Forderungen durchführen, um das potenzielle Factoring-Volumen abzuschätzen. Dies beinhaltet die Prüfung der Bonität Ihrer Debitoren und die Bestimmung von Forderungen, die sich für das Factoring eignen. Basierend darauf können Sie gezielt Angebote von Factoring-Instituten einholen und vergleichen.

Nach der Auswahl eines Anbieters wie der A.B.S. Factoring AG erfolgt die Vertragsgestaltung und technische Anbindung, bei der die Schnittstellen für den Datenaustausch eingerichtet werden. Abschließend ist die interne Kommunikation und Schulung Ihrer Mitarbeiter essenziell, um einen reibungslosen Übergang zum Factoring-Prozess zu gewährleisten und Ihre Kunden über die Abtretung ihrer Forderungen transparent zu informieren.

Aktuelle Marktzahlen 2024 für den österreichischen Factoring-Markt

Der österreichische Factoring-Markt zeigte in den letzten Jahren ein stabiles Wachstum, angetrieben durch den zunehmenden Liquiditätsbedarf der KMU und das steigende Vertrauen in alternative Finanzierungsformen. Der Marktanteil von Factoring an der Gesamtfinanzierung von Unternehmen nimmt kontinuierlich zu und etabliert sich als fester Bestandteil des Finanzierungsmixes im Mittelstand.

Laut dem Österreichischen Factoring-Verband (ÖFV) betrug das Factoring-Volumen in Österreich im Jahr 2023 rund 29,8 Milliarden Euro, was einem Wachstum von 7,5 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Dies unterstreicht die wachsende Bedeutung von Factoring als Instrument zur Liquiditätssteuerung und Risikominimierung. Circa 85 % des Volumens entfielen auf das Full Service Factoring, was die Präferenz für umfassende Dienstleistungen inklusive Ausfallschutz zeigt (Quelle: Österreichischer Factoring-Verband, Jahresbericht 2023). Der Anteil der KMU am Gesamtkundenstamm lag bei etwa 70 %.

Die Anzahl der Factoring-Nutzer in Österreich stieg im selben Zeitraum um etwa 5 %, was auf eine breitere Akzeptanz über verschiedene Branchen hinweg hindeutet. Besonders exportorientierte Unternehmen nutzen Factoring verstärkt, um Währungsrisiken abzusichern und internationale Forderungen effizient zu verwalten (Quelle: A.B.S. Factoring AG, Marktstudie 2024). Diese Zahlen bestätigen Factoring als ein vitales Segment im österreichischen Finanzmarkt.

Praxisfall aus dem deutschen Mittelstand

Eine mittelständische Maschinenbau-GmbH aus Baden-Württemberg, spezialisiert auf Sondermaschinenbau mit einem Jahresumsatz von 15 Millionen Euro, stand bei Creditreform auf einem Bonitätsindex von 312. Dies war primär auf lange Zahlungsziele der Kunden (durchschnittlich 60 Tage) und damit einhergehende hohe Forderungsbestände zurückzuführen, die die Bilanz stark belasteten. Die Liquiditätsplanung war entsprechend angespannt, was zu höheren Kosten bei der Kontokorrentlinie führte. Bonifix empfahl die Einführung von Full Service Factoring für einen Großteil der nationalen Forderungen.

Nach einer dreimonatigen Implementierungsphase und der fortlaufenden Nutzung von Factoring für ca. 70 % der Forderungen verbesserte sich die Bilanzstruktur signifikant. Die Forderungslaufzeit konnte rechnerisch auf unter 10 Tage reduziert werden, und die Eigenkapitalquote stieg durch die Freisetzung von Kapital, was sich direkt auf die Liquiditätskennzahlen auswirkte. Innerhalb von sechs Monaten sank der Creditreform-Bonitätsindex auf 245, was eine Verbesserung um 67 Indexpunkte darstellte. Diese Bonitätsverbesserung ermöglichte dem Unternehmen, die Zinskonditionen für seine Betriebsmittelkredite neu zu verhandeln und somit jährliche Zinsaufwendungen um etwa 18.000 Euro zu senken.

Regionale Unterschiede und Besonderheiten in Österreich

Obwohl Factoring-Dienstleistungen in ganz Österreich verfügbar sind, können regionale Besonderheiten die Auswahl und die Konditionen beeinflussen. In Ballungsräumen wie Wien, Graz oder Linz ist die Dichte an Factoring-Anbietern und damit der Wettbewerb höher, was tendenziell zu flexibleren oder günstigeren Angeboten führen kann. Im ländlichen Raum ist der Zugang möglicherweise eingeschränkter, was die Bedeutung einer gezielten Anbietersuche unterstreicht.

Einige Factoring-Anbieter, wie auch die A.B.S. Factoring AG, sind in bestimmten Bundesländern stärker vertreten oder haben spezifische Angebote für lokale Branchenschwerpunkte, beispielsweise für den Tourismus in Salzburg oder die produzierende Industrie in Oberösterreich. Die Kenntnis dieser regionalen Präferenzen kann bei der Auswahl eines passenden Partners vorteilhaft sein. Zudem spielen lokale Wirtschaftskammern und Unternehmensnetzwerke eine wichtige Rolle bei der Vermittlung von Kontakten und Informationen.

Auch die Mentalität und die Geschäftsbeziehungen können regional variieren. Während in urbanen Zentren eine stärkere Professionalisierung und Digitalisierung der Prozesse erwartet wird, kann in kleineren Regionen der persönliche Kontakt zum Factor eine größere Rolle spielen. Eine genaue Prüfung der lokalen Expertise und des Serviceansatzes des Factoring-Anbieters ist daher empfehlenswert, um eine optimale Passung zu gewährleisten.

Häufige Fehler im Factoring und deren Kostenfolgen

Einer der häufigsten Fehler bei der Nutzung von Factoring ist eine unzureichende Prüfung der Vertragsdetails, insbesondere hinsichtlich verdeckter Gebühren oder nicht verhandelbarer Vertragsklauseln. Dies kann zu unerwartet hohen Kosten führen, die die Liquiditätsvorteile mindern. So können beispielsweise zusätzliche Bearbeitungsgebühren für kleinere Rechnungen oder Kosten für das Einholen von Bonitätsauskünften der Debitoren anfallen, die im Vorfeld nicht klar kommuniziert wurden.

Ein weiterer kritischer Fehler ist die mangelnde Integration des Factoring-Prozesses in die eigene Buchhaltung und das ERP-System. Manuelle Abgleiche und fehlende Automatisierung verursachen nicht nur zusätzlichen internen Aufwand, sondern erhöhen auch das Risiko von Fehlern und Verzögerungen bei der Auszahlung. Wenn die Schnittstellen nicht sauber implementiert sind, können interne Kosten für Personal und IT schnell die Einsparungen durch Factoring übersteigen, was sich negativ auf die Gesamtkosten-Nutzen-Rechnung auswirkt. Eine verspätete Einreichung von Forderungen kann die Auszahlung um Tage verzögern und Liquiditätsengpässe verursachen.

Ein dritter häufiger Fehler ist die falsche Kommunikation des Factoring-Vertrags an die eigenen Kunden, insbesondere bei offenem Factoring. Unklare oder fehlende Hinweise zur Forderungsabtretung können zu Irritationen führen und im schlimmsten Fall die Kundenbeziehung belasten. Dies kann langfristig zu einem Rückgang der Kundenzufriedenheit oder sogar zu Geschäftsverlusten führen, die den eigentlichen Liquiditätsgewinn übersteigen. Ein Verlust von nur einem Großkunden kann bei einem Jahresumsatz von 1 Mio. € schnell 100.000 € oder mehr an Deckungsbeitrag kosten.

Kosten, Aufwand und realistischer Zeitrahmen für Factoring

Die Kosten für Factoring in Österreich setzen sich in der Regel aus einer Factoring-Gebühr und Zinsen für die Bevorschussung zusammen. Die Factoring-Gebühr liegt typischerweise zwischen 0,5 % und 3 % des Forderungsbetrages, abhängig vom Volumen, der Debitorenstruktur und dem Bonitätsprofil. Die Zinsen orientieren sich oft am Euribor plus einem Aufschlag und liegen im aktuellen Marktumfeld meist zwischen 3 % und 8 % p.a. auf den bevorschussten Betrag.

Der Aufwand für ein Unternehmen variiert je nach gewählter Factoring-Art. Bei Full Service Factoring ist der interne Aufwand gering, da der Factor das Debitorenmanagement übernimmt. Lediglich die initiale Datenbereitstellung und der laufende Rechnungsversand an den Factor müssen sichergestellt werden. Bei Inhouse Factoring bleibt das Debitorenmanagement im Unternehmen, was höhere interne Ressourcen bindet. Der Aufwand kann zu Beginn bis zu 20 Stunden für die Einrichtung und danach 2-5 Stunden pro Woche für die laufende Pflege betragen.

Der realistische Zeitrahmen für die Implementierung eines Factoring-Vertrags liegt zwischen 2 und 4 Wochen, von der ersten Anfrage bis zur Auszahlung der ersten Forderungen. Komplexere Strukturen oder höhere Volumen können auch 6 Wochen in Anspruch nehmen. Eine professionelle Begleitung kann diesen Prozess beschleunigen und die Erfolgswahrscheinlichkeit der Bonitätsverbesserung signifikant erhöhen. Die langfristige Erfolgswahrscheinlichkeit für eine verbesserte Liquidität und Bilanzkennzahlen liegt bei über 80 % bei korrekter Implementierung.

OptionKosten (Factoring-Gebühr)Dauer der ImplementierungErfolgswahrscheinlichkeit
Full Service Factoring0,8 % - 2,5 %2-4 WochenHoch
Inhouse Factoring0,5 % - 1,5 %3-5 WochenMittel-Hoch
Selektives Factoring1,0 % - 3,0 %2-4 WochenMittel

Vergleich der Factoring-Alternativen in Österreich

Neben der A.B.S. Factoring AG bieten weitere etablierte Institute in Österreich Factoring-Dienstleistungen an. Die Wahl des passenden Partners hängt stark von den individuellen Bedürfnissen eines Unternehmens ab, insbesondere hinsichtlich der Branchenausrichtung, des gewünschten Serviceumfangs und der Kostenstruktur. Ein detaillierter Vergleich der Angebote ist daher unerlässlich.

Die Unterschiede liegen oft im Detail: Während einige Anbieter wie Raiffeisen Bank International (RBIN) oder UniCredit Bank Austria (BA) als Bankenfaktoren agieren und oft strengere Bonitätsanforderungen haben, sind spezialisierte, bankenunabhängige Factoring-Gesellschaften wie die A.B.S. Factoring AG oder die Coface Austria Factoring GmbH flexibler und können auch Unternehmen mit komplexeren Strukturen oder in speziellen Branchen bedienen. Die A.B.S. Factoring AG ist beispielsweise als inhabergeführte Spezialbank im Factoring tätig, was eine besondere Expertise und Unabhängigkeit bedeuten kann.

Wann lohnt sich Eigenregie, wann ein Dienstleister für Factoring?

Factoring in Eigenregie, also das Management des Forderungsmanagements ohne externen Factor, lohnt sich für Unternehmen mit einer sehr stabilen Liquiditätslage, äußerst bonitätsstarken Debitoren und geringem Bedarf an Ausfallschutz. Hierbei fallen zwar keine Factoring-Gebühren an, jedoch bleibt das volle Risiko von Forderungsausfällen und der interne Aufwand für Mahnwesen und Inkasso beim Unternehmen. Dies setzt entsprechende interne Ressourcen und Expertise voraus.

Die Zusammenarbeit mit einem professionellen Dienstleister wie Bonifix oder einem Factoring-Institut wie der A.B.S. Factoring AG ist hingegen ratsam, wenn ein Unternehmen seine Liquidität schnell und nachhaltig verbessern möchte, das Ausfallrisiko minimieren will oder das Debitorenmanagement extern verlagern möchte, um sich auf das Kerngeschäft zu konzentrieren. Insbesondere bei einer heterogenen Debitorenstruktur, langen Zahlungszielen oder internationalem Geschäft bietet der Know-how-Transfer und die Entlastung durch einen Spezialisten signifikante Vorteile. Bonifix kann hierbei unterstützen, die passende Factoring-Lösung zu finden und die Bonität umfassend zu optimieren.

Rechtliche Grundlagen der Forderungsabtretung in Österreich

Die rechtlichen Grundlagen für die Forderungsabtretung (Zession) im Rahmen des Factoring in Österreich sind primär im Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuch (ABGB) geregelt. Gemäß §§ 1392 ff. ABGB kann eine Forderung durch Vertrag von einem Gläubiger auf einen anderen übertragen werden. Für die Wirksamkeit der Zession ist in der Regel die Verständigung des Schuldners notwendig, insbesondere bei offenem Factoring, wo der Debitor über die Abtretung informiert wird.

Im Kontext des Datenschutzes ist Art. 15 der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) relevant, der das Recht auf Auskunft über die gespeicherten Daten gewährt. Unternehmen haben das Recht, von Auskunfteien und Factoring-Instituten Auskunft über die zu ihrer Person verarbeiteten Daten zu erhalten. Artikel 17 DSGVO ermöglicht unter bestimmten Voraussetzungen die Löschung von Daten, etwa wenn diese für den ursprünglichen Zweck nicht mehr notwendig sind oder unrechtmäßig verarbeitet wurden. Dies kann auch für die Bonitätseinträge relevant sein, die im Rahmen einer Factoring-Beziehung entstehen. Es ist wichtig zu beachten, dass diese Informationen keine Rechtsberatung ersetzen.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen echtem und unechtem Factoring?

Beim echten Factoring übernimmt das Factoring-Institut das volle Ausfallrisiko der Forderung. Beim unechten Factoring verbleibt das Ausfallrisiko beim ursprünglichen Forderungsverkäufer.

Welche Kosten sind mit Factoring verbunden?

Die Kosten für Factoring setzen sich in der Regel aus einer Factoring-Gebühr (oft ein Prozentsatz des Forderungswertes) und gegebenenfalls einem Delkredereentgelt für die Übernahme des Ausfallrisikos zusammen.

Kann Factoring die Bilanzstruktur verbessern?

Ja, durch den Verkauf von Forderungen werden diese aus der Bilanz entfernt und durch liquide Mittel ersetzt. Dies verbessert die Liquidität I. Grades und kann die Eigenkapitalquote sowie den Bonitätsindex positiv beeinflussen.

Für welche Unternehmen ist Factoring in Österreich besonders geeignet?

Factoring ist besonders für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in Österreich geeignet, die ihre Liquidität schnell verbessern, ihr Ausfallrisiko minimieren und ihr Debitorenmanagement entlasten möchten. Exportorientierte Unternehmen nutzen es auch zur Absicherung.

Muss ich alle meine Forderungen fakturieren?

Nein, viele Factoring-Anbieter bieten flexible Modelle an, bei denen Sie nur einen Teil Ihrer Forderungen oder nur Forderungen bestimmter Debitoren fakturieren können, je nach Ihrem Liquiditätsbedarf und Ihrer Strategie.

Wie lange dauert die Implementierung von Factoring in einem Unternehmen?

Die Implementierung kann je nach Komplexität und Datenschnittstellen in der Regel zwischen wenigen Wochen und einigen Monaten dauern, beginnend von der Analysephase bis zur vollständigen Systemintegration und Schulung der Mitarbeiter.

Welche Rolle spielt die Bonität meiner Kunden beim Factoring?

Die Bonität Ihrer Debitoren ist entscheidend, da Factoring-Institute bevorzugt Forderungen gegen solvente Abnehmer ankaufen. Eine hohe Debitorenbonität kann zudem die Factoring-Gebühren senken und die Akzeptanz beim Factor erhöhen.

Welche Vorteile bietet Full Service Factoring im Vergleich zu Inhouse Factoring?

Full Service Factoring bietet die größte Entlastung, da der Factor das komplette Debitorenmanagement, das Mahnwesen und das Ausfallrisiko übernimmt. Beim Inhouse Factoring verbleibt das Debitorenmanagement beim Unternehmen selbst.

  1. Bedarfsanalyse durchführen

    Ermitteln Sie Ihren genauen Liquiditätsbedarf, analysieren Sie Ihre offenen Forderungen und bewerten Sie die Bonität Ihrer Debitoren. Klären Sie, welche Forderungen für Factoring in Frage kommen.

  2. Angebote einholen und vergleichen

    Kontaktieren Sie mehrere Factoring-Anbieter in Österreich, wie die A.B.S. Factoring AG, und holen Sie detaillierte Angebote ein. Vergleichen Sie Konditionen, Gebühren, Serviceumfang und Vertragslaufzeiten.

  3. Vertragsverhandlungen und -abschluss

    Verhandeln Sie die Vertragsbedingungen, achten Sie auf Transparenz bei Gebühren und prüfen Sie die rechtlichen Aspekte. Schließen Sie den Factoring-Vertrag ab.

  4. Technische und organisatorische Integration

    Richten Sie die notwendigen Schnittstellen für den Datenaustausch zwischen Ihrem ERP-System und dem Factor ein. Schulen Sie Ihre Mitarbeiter im neuen Prozessablauf.

  5. Kommunikation mit Kunden

    Informieren Sie Ihre Kunden transparent über die Forderungsabtretung (bei offenem Factoring) und beantworten Sie mögliche Fragen zur Umstellung.

  6. Laufendes Monitoring und Optimierung

    Überwachen Sie regelmäßig die Liquiditätsentwicklung und die Performance des Factoring-Vertrags. Nehmen Sie bei Bedarf Anpassungen vor, um die Effizienz zu steigern.

Vergleich der Alternativen

Anbieter (Beispiel)SchwerpunktBesondere MerkmaleGeeignet für
A.B.S. Factoring AGFull Service Factoring, ExportfactoringInhabergeführte Spezialbank, lange Erfahrung, bankenunabhängigKMU im Handel, Industrie und Dienstleistung
Raiffeisen Factor Bank AGBankenfactoringTeil der Raiffeisen Bankengruppe, umfassende FinanzlösungenKMU mit etablierten Bankbeziehungen
Coface Austria Factoring GmbHInternationales Factoring, KreditversicherungGlobale Präsenz, starke Expertise im AusfallschutzExportorientierte Unternehmen
UniCredit Bank Austria Factoring GmbHBankenfactoring, LieferantenfinanzierungBreites Produktportfolio als Großbank, Fokus auf GroßkundenGrößere Mittelständler und Konzerne

Regionale Hinweise Deutschland

  • In Bayern, insbesondere im Großraum München, ist die Dichte an Factoring-Anbietern hoch, was oft zu besseren Konditionen führt. Eine IHK-Mitgliedschaft kann hier Zugänge erleichtern.
  • Nordrhein-Westfalen (NRW) weist eine starke Industriedichte auf, viele Factoring-Institute sind auf produzierende Unternehmen spezialisiert, die lange Projektlaufzeiten und Zahlungsziele haben.
  • In Hamburg, als Tor zur Welt, ist Exportfactoring besonders verbreitet, und es gibt spezialisierte Anbieter, die internationale Forderungen abwickeln.
  • In den neuen Bundesländern, wie Sachsen, ist das Bewusstsein für Factoring noch im Wachstum, aber spezialisierte Anbieter bauen ihre Präsenz aus.
  • Baden-Württemberg bietet eine Vielzahl mittelständischer Unternehmen, für die Factoring eine wichtige Finanzierungsalternative darstellt, um den Cashflow zu sichern.

Glossar

Begriffe kurz erklärt

Delkrederefunktion
Die Übernahme des Ausfallrisikos einer Forderung durch den Factor, typisch für echtes Factoring.
Working Capital
Die Differenz zwischen Umlaufvermögen und kurzfristigen Verbindlichkeiten. Factoring optimiert es durch Reduzierung der Forderungen.
Offenes Factoring
Der Schuldner wird über die Abtretung seiner Forderung an das Factoring-Institut informiert und zahlt direkt an dieses.
Stilles Factoring
Der Schuldner wird nicht über die Abtretung informiert und zahlt weiterhin an seinen ursprünglichen Gläubiger, der die Zahlung an den Factor weiterleitet.
Factoring-Gebühr
Die vom Factoring-Institut erhobene Gebühr für den Ankauf der Forderung und die Erbringung von Dienstleistungen, meist ein Prozentsatz des Forderungswertes.
Bonitätsindex
Eine Kennzahl von Wirtschaftsauskunfteien (z.B. Creditreform), die die Kreditwürdigkeit eines Unternehmens bewertet. Ein niedrigerer Index ist besser.
Zession
Die rechtliche Abtretung einer Forderung von einem Gläubiger (Zedent) an einen neuen Gläubiger (Zessionar).

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FAQ

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen echtem und unechtem Factoring?
Beim echten Factoring übernimmt der Factor das volle Ausfallrisiko der Forderungen (Delkrederefunktion). Beim unechten Factoring verbleibt das Ausfallrisiko beim verkaufenden Unternehmen, der Factor finanziert lediglich die Forderung.
Kann ich als österreichisches KMU auch Exportforderungen fakturieren?
Ja, viele Factoring-Institute in Österreich bieten auch Exportfactoring an. Hierbei werden Forderungen gegen ausländische Abnehmer angekauft, was Währungsrisiken absichern und die Liquidität im internationalen Geschäft verbessern kann.
Welche Kosten fallen beim Factoring typischerweise an?
Die Kosten setzen sich in der Regel aus einer Factoring-Gebühr (prozentual vom Forderungswert) und Zinsen für die Bevorschussung zusammen. Hinzu können je nach Anbieter und Vertrag zusätzliche Bearbeitungsgebühren kommen.
Wie lange dauert es, bis die erste Auszahlung durch Factoring erfolgt?
Nach erfolgreicher Vertragsprüfung und Implementierung kann die erste Auszahlung in der Regel innerhalb von 2 bis 4 Wochen erfolgen. Der Prozess hängt von der Datenqualität und der Kooperation des Unternehmens ab.
Beeinflusst Factoring meine Bonität bei Banken negativ?
Im Gegenteil. Factoring verbessert in der Regel die Bilanzkennzahlen, wie die Liquiditätsquote und Eigenkapitalquote, und reduziert das Ausfallrisiko. Dies kann zu einer besseren Bonitätsbewertung und günstigeren Kreditkonditionen bei Banken führen.
Müssen meine Kunden über das Factoring informiert werden?
Bei offenem Factoring werden die Kunden über die Abtretung der Forderung an den Factor informiert und angewiesen, an diesen zu zahlen. Bei stillem Factoring erfolgt keine Information an den Kunden, die Zahlung geht weiterhin an das Unternehmen.
Ist Factoring auch für Kleinunternehmen und Startups geeignet?
Ja, Factoring kann auch für Kleinunternehmen und Startups eine sinnvolle Finanzierungsalternative sein, insbesondere wenn sie schnelle Wachstumschancen nutzen wollen, aber begrenzte Sicherheiten für klassische Bankkredite haben. Die Konditionen können jedoch je nach Umsatzvolumen und Bonität variieren.

Behandelte Themen

  • A.B.S. Factoring AG
  • Österreichischer Factoring-Verband (ÖFV)
  • Allgemeines Bürgerliches Gesetzbuch (ABGB)
  • Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO)
  • Creditreform
  • CRIF Bürgel GmbH
  • Raiffeisen Factor Bank AG
  • Coface Austria Factoring GmbH
  • UniCredit Bank Austria Factoring GmbH
  • Finanzmarktaufsicht (FMA)
  • Statistik Austria
  • Euler Hermes Payment Study
  • KfW Research

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